Welche Küche besitzt heutzutage keine Mikrowelle? Ruckzuck hat man eine Tasse Milch heißgemacht, bequem eine kleine Zwischenmahlzeit gekocht oder den Sonntagsbraten aufgetaut: Eine relativ neue Entwicklung hat schnell ihren Weg in den Alltag gefunden.
In einer Welt mit sich schnell wandelnden Strukturen, in der ein große Zahl von Frauen berufstätig ist und nicht mehr viel Zeit am Herd verbringen kann, ist die Mikrowelle eine segensreiche und willkommene Erfindung. Dank ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dient sie der ganzen Familie.
Wie funktioniert eine Mikrowelle?
Mikrowellen sind ein Teil des elektromagnetischen Spektrums, und ihre Frequenzen liegen etwa zwischen denen des Infrarotbereichs und Radio- und Fernsehwellen. Während des Zweiten Weltkriegs haben Wissenschaftler entdeckt, daß die bis dato nur zur Kommunikation genutzten Mikrowellen viel breiter nutzbar sind. Seitdem wurde die Technologie in ein immer breiteres Spektrum von modernen Küchengeräten integriert. Ein Magnetron in der Mikrowelle wandelt den elektrischen Strom in Hochfrequenz-Wellen um, die konzentriert in das Lebensmittel geleitet werden. Die eingeleitete Energie bringt die Wassermoleküle im Lebensmittel mit einer Frequenz von 2,5 Milliarden pro Sekunde zum Schwingen, und durch die Bewegung der Wassermoleküle entsteht Wärme.
Nicht vergessen...
Wie bei allen Rezepten sollte man auch bei Mikrowellen-geeigneten Gerichten die Anleitung auf der Packung genau lesen und sicher sein, daß das Essen auch richtig gekocht wird. Die Tiefe, bis zu der die Mikrowellen in die Nahrung vordringen, ist abhängig von der Dichte: Kartoffelpüree oder Hackfleisch werden besser durchdrungen und sind damit schneller gar als ganze Kartoffeln oder ein Steak.
Es kann passieren, daß ein Teil des Essens schon heiß, ein anderer Teil aber noch kalt ist, das hängt dann mit einer ungleichen Energieverteilung in der Mikrowelle zusammen. Dem helfen Drehteller oder Rührer in der Mikrowelle ab. Die Nahrung in der Mikrowelle wird zuerst von außen erwärmt , deswegen benötigen kleine Portionen weniger Kochzeit als große. Aus diesem Grund sollten größere oder dichtere Stücke wie die erwähnten Kartoffeln eher am Rand der Platte plaziert werden und die kleineren und weniger festen Bestandteile, wie etwa Gemüse, eher in der Mitte des Tellers. Außerdem braucht ein einziges Stück auf dem Teller weniger Zeit als viele verschiedene. Das liegt daran, daß sich die insgesamt vorhandene Energie auf alle Stücke verteilen muß.
Was ist mit Vitaminen und Mineralstoffen?
Bei einigen Mikrowellengerichten bleiben im Vergleich zur konventionellen Zubereitung mehr Vitamine erhalten. Das liegt an der höheren Energie einer Mikrowelle und der damit verbundenen kürzeren Zubereitungszeit. Mineralstoffe bleiben unabhängig von der Zubereitung prinzipiell unberührt. Sie können sich beim Kochen jedoch im Wasser lösen oder in Soßen konzentrieren. Untersuchungen mit Früchten und Gemüsen, die jeweils konventionell oder mit der Mikrowelle unterschiedlich lange zubereitet wurden, zeigten, daß es keine wesentlichen Unterschiede im Gehalt an Mineralstoffen gibt.
FOOD TODAY 04/1999