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FOOD TODAY 05/2009

Einige Ernährungsmythen entlarvt

Food TodayFührt der Genuss von Kaffee zu Entwässerung? Sollte man den Konsum von Eiern einschränken und Gemüse möglichst nicht kochen? Kann die Aufnahme bestimmter Nährstoffe zu bestimmten Tageszeiten beim Abnehmen helfen? Mythen und Fakten sind oftmals schwer auseinanderzuhalten.
Führt der Genuss von Kaffee zu Entwässerung?
 
Studien haben gezeigt, dass es bei moderatem Genuss koffeinhaltiger Getränke wie Kaffee, Tee oder Cola-Getränken nicht zu Flüssigkeitsverlusten kommt. Berichten zufolge hat Koffein jedoch dann eine harntreibende (diuretische) Wirkung, wenn der tägliche Konsum 250 mg übersteigt.
 
In diesem Fall kann es zu vermehrtem Flüssigkeitsverlust und Entwässerung (Dehydratisierung) kommen (wobei dieser Effekt bei regelmäßigen Kaffeetrinkern schwächer ausgeprägt sein kann). In Maßen genossen tragen die koffeinhaltigen Getränke durch das in ihnen enthaltene Wasser zur Aufrechterhaltung unserer Flüssigkeitsbilanz bei. Staatliche Gesundheitsbehörden in Europa empfehlen für Erwachsene eine Wasseraufnahme durch Getränke von mindestens 1,2 l (4-6 Gläser) pro Tag. Dazu kommt die Flüssigkeit, die in der Nahrung enthalten ist und die von unserem Körper durch den Stoffwechsel erzeugt wird, um die Verluste über Harn und Stuhl bzw. über die Atmung (Lungen) auszugleichen.1,2
 
Sollte man nicht mehr als drei Eier pro Woche essen?
 
Hohe Blutcholesterinspiegel gelten bekanntlich als Risikofaktor für die koronare Herzkrankheit. Dies hat zu dem Schluss geführt, dass der an Cholesterin reiche Eidotter (etwa 225 mg in einem mittelgroßen Ei) schlecht für die Gesundheit sei. In Wahrheit ist es aber so, dass mehr als 75 % des im Körper vorhandenen Cholesterins vom Organismus selbst erzeugt werden und mit der Nahrung aufgenommenes Cholesterin den Blutspiegel im allgemeinen nur unerheblich beeinflusst. Während ein kleiner Teil der Bevölkerung auf das Nahrungscholesterin mit erhöhtem Blutcholesterin reagiert, haben gesättigte Fettsäuren allgemein einen wesentlich größeren Einfluss auf die Blutcholesterinkonzentration, insbesondere von LDL-Cholesterin. Eier aber sind arm an gesättigtem Fett. Die meisten Gesundheitsbehörden und Beratungseinrichtungen für Herzkrankheiten in Europa und anderen Ländern empfehlen mittlerweile keine Beschränkung des Eikonsums mehr, solange die Eier Teil einer insgesamt ausgewogenen und gesunden Ernährung sind, die nur wenig gesättigte Fettsäuren enthält.3,4
 
Zerstört Kochen die wertvollen Nährstoffe im Gemüse?
 
Vitamin C und Folsäure sind wasserlöslich und oxidieren leicht, sodass viel davon verloren geht, wenn Lebensmittel, die reich an diesen Vitaminen sind, wie z. B. grünes Gemüse, in großen Wassermengen gekocht werden und dieses Wasser dann weggeschüttet wird. Der Verlust an diesen und anderen Vitaminen und Mineralstoffen kann aber minimiert werden, wenn das Gemüse vor dem Kochen unzerkleinert in das kochende Wasser gegeben und danach umgehend serviert wird. Noch besser wäre es, das Gemüse zu dämpfen oder mit sehr wenig Wasser im Mikrowellenherd zu garen. Andere wichtige Inhaltsstoffe wie Ballaststoffe, das Lycopin der Tomate und weitere Antioxidantien bleiben jedoch beim Kochen erhalten und können teilweise sogar noch besser für den Körper verfügbar werden. Außerdem erhöht richtiges Kochen nicht nur die mikrobiologische Sicherheit von Lebensmitteln, sondern auch deren Geschmack.5-7
 
Kann „Chrononutrition” beim Abnehmen helfen?
 
Das Konzept der „Chrononutrition”, also der „Uhrzeitendiät”, wurde im Jahr 1986 von einem französischen Ernährungswissenschaftler entwickelt. Nach seiner Theorie gibt es für die Verdauung der Makronährstoffe Protein, Kohlenhydrate und Fett ideale Tageszeiten. So sollte man zum Beispiel Lebensmittel, die Proteine, Fette und langsam verdauliche Kohlenhydrate (wie in Vollkornprodukten oder ballaststoffreichen Nahrungsmitteln) enthalten, zum Frühstück zu sich nehmen, während zum Mittagessen vorwiegend proteinhaltige Speisen gegessen werden sollten. Außerhalb dieser Zeiten optimaler Verdauung aufgenommene Makronährstoffe werden dieser Theorie zufolge nicht vom Körper verwertet, sondern als Fett gespeichert. Die Folge ist Übergewicht.
 
Tatsächlich ist es so, dass wir alle nach einem zirkadianen Rhythmus funktionieren – der sogenannten biologischen Uhr, die sich nach Sonnenlicht und Temperatur richtet. Dies bewirkt, dass die Konzentration verschiedener Substanzen in unserem Körper, wie z. B. Hormone, zwischen Tag und Nacht schwankt. Unser Körper reagiert jedoch mit einer gesteigerten Produktion all jener Substanzen, die der Organismus braucht, um die Nährstoffe zu verdauen und zu verwerten, wann immer wir Proteine, Fette oder Kohlenhydrate zu uns nehmen. Jeder Gewichtsverlust, der mithilfe dieser Diät erreicht wird, ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass durch die Beschränkung der Nahrungsmittelauswahl einfach auch die Kalorienzufuhr ganz allgemein reduziert wird.8,9
 
Literatur
  1. Scientific Opinion of the Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies on a request from the EC on dietary reference values for water. The EFSA Journal (200x) xxx, 1-49.
  2. Maughan RJ and Griffin J (2003) Caffeine ingestion and fluid balance: a review. Journal of Human Nutrition and Dietetics 16:411-420
  3. Gray J and Griffin B (2009) Eggs and dietary cholesterol – dispelling the myth. British Nutrition Foundation Nutrition Bulletin 34:66-70
  4. European Heart Network (2002) Food, Nutrition and Cardiovascular Disease Prevention in the European Region: Challenges for the New Millennium.
  5. Food Standards Agency (2008) The Manual of Nutrition, 11th ed. UK
  6. Miglio C et al (2008) Effects of different cooking methods on Nutritional and physicochemical characteristics of selected vegetables. Journal of Agriculture and Food Chemistry 56:139-47
  7. Shi J and LeMaquer M (2000) Lycopene in tomatoes: chemical and physical properties affected by food processing. Critical Reviews in Food Science and Nutrition 40:1-42
  8. Gibney MJ et al (eds) (2009) Introduction to Human Nutrition, 2nd ed. Oxford:Wiley-Blackwell
  9. Waterhouse J et al (1997) Chronobiology and meal times: internal and external factors. British Journal of Nutrition 77:S29-38
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Letzte Aktualisierung der Website: 23/04/2014
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