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FOOD TODAY 12/2013

Nahrungsergänzungsmittel: Wer braucht sie und wann?

FT_90_supplementsEs sind zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel auf dem Markt, aber für wen sind sie? Wann sind sie nützlich, unwirksam oder sogar schädlich? In diesem Beitrag untersuchen wir die allgemeinen Empfehlungen zur Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln.

Was sind Nahrungsergänzungsmittel?
Die Idee hinter den Nahrungsergänzungsmitteln ist, Nährstoffe zu liefern, die nicht in genügender Menge aufgenommen werden. Nahrungsergänzungsmittel können Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, Fettsäuren und weitere Substanzen sein, die in Form von Pillen, Tabletten, Kapseln oder Flüssigkeit o.ä. angeboten werden.1 Ergänzungsmittel gibt es in unterschiedlicher Dosierung und Kombination. Unser Körper benötigt von den einzelnen Nährstoffen jedoch nur bestimmte Mengen, höhere Mengen sind nicht zwangsläufig besser. In hoher Dosierung haben manche Substanzen sogar einen negativen Effekt und können schädlich sein. Aus Gründen des Schutzes der Gesundheit der Verbraucher können Nahrungsergänzungsmittel deshalb gesetzlich nur mit einer Empfehlung für die tägliche Dosis verkauft werden und mit einem Warnhinweis, diese Dosis nicht zu überschreiten.

Nahrungsergänzungsmittel werden in Europa unterschiedlich verwandt. Beispielsweise sind sie in Deutschland und Dänemark üblich (bei jeweils 43% bzw. 59% der Erwachsenen), aber weniger häufig in Irland und Spanien (bei 23% bzw. 9% der Erwachsenen). Frauen nehmen mehr Nahrungsergänzungsmittel ein als Männer.2-6  

Wer benötigt Nahrungsergänzungsmittel?
Ergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene gesunde Ernährung.1 Eine Ernährung, zu der viel Obst, Gemüse, Vollkorn, ausreichend Eiweiß und gesunde Fette gehören, sollte in der Regel alle Nährstoffe enthalten, die für eine gute Gesundheit erforderlich sind. Die meisten europäischen Länder sind sich einig, dass an die allgemeine Bevölkerung gerichtete Botschaften sich auf Ernährungsrichtlinien konzentrieren sollten, die auf Lebensmitteln basieren.7 Ergänzungsmittel kommen in diesen Richtlinien nicht vor, es gibt aber bestimmte Bevölkerungsgruppen oder Personen, die Beratung in Bezug auf Ergänzungsmittel benötigen können, selbst wenn sie sich gesund und ausgewogen ernähren, z.B. Frauen im gebärfähigen Alter und Personen, die bestimmte Arzneimittel einnehmen.

Teilweise wegen unseres modernen Lebensstils gelingt es nicht jedem, sich gesund zu ernähren. In Europa ergaben Ernährungsstudien, dass verschiedene Mikronährstoffe in suboptimalen Mengen gegessen werden.2,8 Das EU-geförderte Projekt EURRECA fand heraus, dass Vitamin C, Vitamin D, Folsäure, Kalzium, Selen und Jod in unzureichenden Mengen aufgenommen werden.9 Ein aktueller Vergleich von Länderstudien zeigte weitverbreitete Besorgnis um die Aufnahme von Vitamin D, bestimmte Altersgruppen nehmen wahrscheinlich eine zu geringe Menge an Mineralstoffen auf.2 Beispielsweise gibt es in Dänemark, Frankreich, Polen, Deutschland und Großbritannien die Bedenken, dass bei Mädchen im Teenageralter die Aufnahme von Eisen zu gering sei.2 Eisenmangel führt bei jungen Frauen zu dem Risiko, dass Neugeborene ein zu geringes Gewicht, Eisenmangel und eine verzögerte Gehirnausbildung haben.10 Der Folsäurestatus ist für Frauen, die schwanger werden können, ebenfalls kritisch. Es wird ihnen empfohlen, Folsäure zu nehmen bevor sie schwanger werden und weiter während der ersten 12 Wochen der Schwangerschaft. Ein adäquater Folsäurestatus kann das Risiko eines Neuralrohrdefekts wie Spina bifida [offene Wirbelsäule] beim Baby verringern. Neuere Studien zeigen, dass 50–70% der Europäer einen Mangel an Vitamin D aufweisen.2,11,12 Da der Vitamin D-Status nicht nur von der Ernährung, sondern auch von dem Einfluss des UV-Lichts abhängt, kann es sein, dass gute Gründe dafür sprechen, in den nordeuropäischen Ländern zu Ergänzung von Vitamin D zu raten. In einigen Ländern (darunter Großbritannien, Irland, Niederlande und Schweden) gibt es bereits Empfehlungen zur Vitamin D-Ergänzung für bestimmte Bevölkerungsgruppen, obwohl noch weiterer Forschungsbedarf besteht.

Weitere häufige Bedenken werden in Tabelle 1 gezeigt, obwohl die Risikogruppen in unterschiedlichen Ländern nicht dieselben sind.

Tabelle 1: Beispiele für Bevölkerungsgruppen, die spezifischen Rat zu Nahrungsergänzungsmitteln benötigen 

Bevölkerungsgruppe
Nährstoffe
Personen über 50
Vitamin D, Vitamin B12, Folsäure

Für gebrechliche Ältere kann eine niedrige Dosis Multivitamin-Ergänzung nützlich sein.
Frauen im gebärfähigen Alter
Folsäure und Vitamin D, möglicherweise Eisen
Kinder unter 5 Jahren
Vitamin A, Vitamin C, Vitamin D; allerdings kann es sein, dass Kinder mit einem guten Appetit, die vielfältige Lebensmittel essen, eine solche Ergänzung nicht benötigen.
Stillende Mütter
Vitamin D
Personen, die ihre Haut bedecken, dunkelhäutig oder an das Haus gebunden sind
Vitamin D
Veganer
Vitamin B12, Vitamin D2

Besondere Risiken für bestimmte Bevölkerungsgruppen 
Obwohl Ergänzungsmittel eine Rolle für die Gesundheit mancher Personen spielen, sind nicht alle Mittel für jeden nützlich. Für einige Personen ist es nicht einmal ratsam, bestimmte Ergänzungsmittel zu nehmen, besonders nicht in hohen Dosen. Einige Untersuchungen zeigen, dass Multivitamine das Risiko einer exzessiven Nährstoffaufnahme erhöhen; es wurde vorgeschlagen, dass Multivitamine unter größerer Beachtung der Aufnahme von Mikronährstoffen über Lebensmittel formuliert werden sollten.2 Der Einzelne sollte stärker darauf achten, das Etikett zu lesen und sich vergewissern, dass das Ergänzungsmittel für ihn geeignet ist. Für schwangere Frauen beispielsweise können Ergänzungsmittel, die Vitamin A (Retinol), einschließlich Fischleberöl, enthalten, schädlich sein und Geburtsschäden verursachen, insbesondere, wenn die empfohlene Dosis zu stark oder über einen längeren Zeitraum überschritten wird.

Studien haben ebenfalls herausgefunden, dass Raucher in Bezug auf Ergänzungsmittel vorsichtig sein sollten, insbesondere, was hohe Dosen an Beta-Carotin betrifft. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat die Nachweise in diesem Bereich untersucht und kam zu dem Schluss, dass unter 15 mg β-Carotin /Tag bei der allgemeinen Bevölkerung ungefährlich ist, auch bei Rauchern.13

Schlussfolgerung
Einigen Bevölkerungsgruppen wird geraten, bestimmte Nahrungsergänzungsmittel zu nehmen. Die allgemeine Botschaft ist: sich gesund und ausgewogen zu ernähren und die Etiketten von Ergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln sorgfältig zu lesen und Mehrfachdosen, die die empfohlene Tageszufuhr (RDAs) überschreiten, zu vermeiden. In Zweifelsfällen sollte vor der Entscheidung für ein Nahrungsergänzungsmittel der Rat eines Ernährungsberaters oder Arztes eingeholt werden.

Literatur

  1. European Commission, Food supplements section http://ec.europa.eu/food/food/labellingnutrition/supplements/
  2. Mensink GB, Fletcher R, Gurinovic M, et al. (2012). Mapping low intake of micronutrients across Europe. British Journal of Nutrition 14:1-19.
  3. Beitz R, Mensink GB, Rams S, et al. (2004). Vitamin- und Mineralstoffsupplementierung in Deutschland (Use of vitamin and mineral supplements in Germany). Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 47:1057–1065.
  4. Tetens I, Biltoft-Jensen A, Spagner C, et al. (2011). Intake of micronutrients among Danish adult users and non-users of dietary supplements. Food & Nutrition Research 55:7153.
  5. Kiely M (2001). North/South Ireland Food Consumption Survey. Summary Report on Food and Nutrient Intakes, Anthropometry, Attitudinal Data & Physical Activity Patterns. Irish Universities Nutrition Alliance.
  6. Rovira MA, Grau M, Castañer O, et al. (2013). Dietary supplement use and health-related behaviors in a Mediterranean population. Journal of Nutrition Education and Behavior 45(5):386-391.
  7. EUFIC Review (2009). Ernährungsrichtlinien auf der Basis von Lebensmitteln in Europa.
  8. Troesch B (2012). Dietary surveys indicate vitamin intakes below recommendations are common in representative Western countries. British Journal of Nutrition 108(4):692-8.
  9. EU project EURRECA website: www.eurreca.org
  10. Radlowski EC & Johnson RW (2013). Perinatal iron deficiency and neurocognitive development. Frontiers in Human Neuroscience 7:585.
  11. Ovesen L, Andersen R & Jakobsen J (2003). Geographical differences in vitamin D status, with particular reference to European countries. Proceedings of the Nutrition Society 62(4):813-821.
  12. Pérez-López FR, Brincat M, Erel CT, et al. (2012). EMAS position statement: Vitamin D and postmenopausal Health. Maturitas 71:83-88.
  13. EFSA (2012). Statement on the safety of β-carotene use in heavy smokers. EFSA Journal 10(12):2953. 
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Letzte Aktualisierung der Website: 26/05/2016
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