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EU-Projekte - Sonderausgabe 03/2012

Gesunde Ernährungsmöglichkeiten für Armutsgefährdete

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Das Leben an der Armutsgrenze ist nicht nur mit einer schlechten wirtschaftlichen Lage, sondern auch mit anderen Problemen wie ernährungsbedingten Krankheiten verbunden. In diesem Bereich möchte das neue, durch die Europäische Kommission finanzierte Projekt CHANCE („Preisgünstige Technologien und traditionelle Zutaten für die Produktion erschwinglicher, ernährungsphysiologisch korrekter Lebensmittel, die den Gesundheitszustand armutsgefährdeter Bevölkerungsgruppen verbessern”) etwas bewegen. Wissenschaftler und Partner aus der Industrie entwickeln gemeinsam ansprechende und erschwingliche Lebensmittel, die dabei helfen sollen, von Armut bedrohte Menschen vor Ernährungsproblemen zu schützen.

Professor Francesco Capozzi (Universität Bologna), Koordinator des CHANCE-Konsortiums, fasst das 3-Jahres-Projekt zusammen: „Trotz des Umstands, dass die Mehrheit der ernährungsbedingten Krankheiten häufiger bei von Armut bedrohten Menschen mit geringem Einkommen auftreten, wurde bislang nur wenig unternommen, um gesunde Lebensmittelprodukte im unteren Preissegment zu entwickeln. Durch Forschungsarbeit, die zur Senkung der Produktionskosten führen und das Wissen über diese spezielle Verbrauchergruppe erhöhen soll, wird das Projekt CHANCE hoffentlich die Entwicklung von Lebensmittelprodukten fördern, die zur Verbesserung der Situation führen und für diejenigen Menschen erschwinglich und ansprechend sind, die sie wirklich benötigen.“1

Niedriges Einkommen und schlechte Ernährung gehen Hand in Hand
Wissenschaftler haben eine direkte Verbindung zwischen Einkommen und Ernährungsqualität gefunden: in dem Maße, in dem der sozioökonomische Status sinkt, wird die Ernährungsweise zunehmend unausgeglichen. Dies liegt unter anderem daran, dass sich Personen mit geringem Einkommen oft nicht ausreichend nahrhafte Lebensmittel leisten können. Ein niedriger Bildungsstand ist möglicherweise ebenfalls für schlechte Ernährungsgewohnheiten dieser Gruppe verantwortlich. Bildung beeinflusst das Wissen einer Person über gesunde Ernährung, was sich auf deren Ernährungsgewohnheiten wie den Verzehr von Obst und Gemüse auswirkt. Es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen schlechter Ernährung und erhöhtem Fettleibigkeitsrisiko und damit verbundenen Gesundheitsproblemen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Schlechte Ernährung ist zudem oft mit einem Mangel an Mikronährstoffen assoziiert.2 In Europa sind 81 Millionen Menschen von Armut bedroht. Das gesteigerte Krankheitsrisiko aufgrund von schlechter Ernährung führt neben der gesundheitlichen Beeinträchtigung des Einzelnen zu einer immensen Belastung des gesellschaftlichen Gesundheits- und Wohlfahrtssystems.

Um das Thema schlechter Ernährung in armutsgefährdeten Bevölkerungsgruppen anzugehen und die damit verbundenen Probleme zu vermeiden, ist eine der Prioritäten von CHANCE, ein besseres Verständnis für die betroffenen Bevölkerungsgruppen zu erlangen.3

Besonderes Augenmerk auf Frauen und ältere Menschen
Die Eurostat-Daten von 2010 geben an, dass Frauen und ältere Menschen ein höheres Armutsrisiko haben als die allgemeine Bevölkerung.4 Die Wissenschaftler von CHANCE beabsichtigen, diese Ergebnisse zu erweitern und sowohl geographische als auch soziale Kriterien zu nutzen, um zu klären, welches die größten betroffenen Bevölkerungsgruppen in Europa sind.3 Sobald diese Gruppen ausgemacht sind, lauten die wichtigsten Fragen wie folgt: Was essen sie? Ist das größte Problem Übergewicht und Fettleibigkeit, oder sind diese Gruppen nicht gesund aufgrund unangemessener Aufnahme von Mikronährstoffen wie Eisen und Vitamin B12?1 Um dies herauszufinden, nutzt CHANCE unter anderem das Studium wissenschaftlicher Literatur, die Verteilung von Fragebögen über Ernährungsgewohnheiten, die Durchführung von Messungen zu Gewicht, Größe und Bauchumfang, und die Ermittlung des Ernährungs- und Gesundheitszustands.3

Grenzen überwinden, neue Lebensmittelprodukte entwickeln
Die Wissenschaftler von CHANCE werden untersuchen, was die ermittelte Risikogruppe als Hinderungsgründe für eine gesunde Ernährung ansieht. Außerdem versuchen sie herauszufinden, was die Einzelhändler, die Lebensmittel- und Getränkeindustrie sowie die Konsumenten in der Nahrungskette denken, warum diese Gruppe keine nahrhaften Lebensmittel konsumiert. Aufgrund der Ergebnisse dieser Untersuchungen wird CHANCE Zutaten und Rohstoffe erkunden, die für die Produktion von Lebensmittelprodukten genutzt werden können, die den erkannten Ernährungsproblemen entgegenwirken – Lebensmittelprodukte, die für Menschen mit geringem Budget gleichermaßen erschwinglich wie attraktiv sind. Der Schwerpunkt liegt dabei auf kostengünstigen Technologien und traditionellen Zutaten für die Entwicklung dieser Lebensmittel.3

Die Entwicklung neuer Lebensmittelprodukte erfordert Fachwissen. Genauso wichtig ist jedoch die genaue Kenntnis des Lebensstils und der Bedürfnisse der von Armut bedrohten Menschen. Die Zutaten und Lebensmittelprodukte von CHANCE werden daher hinsichtlich der Kundenerwartung und der Produktionsanforderungen ausgewertet.5

Weitere Informationen
Das CHANCE-Projekt wird koordiniert von Professor Francesco Capozzi und Professorin Alessandra Bordoni (Universität Bologna, Italien). Das fachübergreifende Konsortium des Projekts besteht aus 17 Partnern aus 9 europäischen Ländern. Mit der Forschungsarbeit und den Maßnahmen zur Technologieentwicklung innerhalb des CHANCE-Projekts sind zehn Universitäten und Forschungseinrichtungen zusammen mit fünf kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) aus der Nahrungsmittel- und Getränkebranche beauftragt.

Weitere Informationen über das Projekt finden Sie unter www.chancefood.eu. Sie können sich auch per E-Mail an chance@unibo.it wenden.

CHANCE (Preisgünstige Technologien und traditionelle Zutaten für die Produktion erschwinglicher, ernährungsphysiologisch korrekter Lebensmittel, die den Gesundheitszustand armutsgefährdeter Bevölkerungsgruppen verbessern) erhält Forschungsmittel aus dem 7. EU-Forschungsrahmenprogramm (Vertragsnummer 266331).

Literatur

  1. CHANCE-Presseerklärung „Gesundes Essen zu erschwinglichen Preisen – Neues europäisches Projekt gibt von Armut bedrohten Menschen eine CHANCE“. Veröffentlicht am 23. August 2011. Verfügbar unter: http://www.chancefood.eu/press-release-european-project-gives-people-at-risk-of-poverty-a-chance-_46.html
  2. Website des CHANCE-Projekts, verfügbar unter: http://www.chancefood.eu/about_2.html
  3. EUFIC-Website, Bereich EU-Initiativen. Verfügbar unter: http://www.eufic.org/article/en/show/eu-initiatives/rid/CHANCE/
  4. Europäische Kommission. (2010). Combating poverty and social exclusion – A statistical portrait of the European Union 2010. Luxemburg: Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, pp. 111 Seiten, ISBN 978–92–79–13443–2.
  5. Website des CHANCE-Projekts, Bereich Forschung. Verfügbar unter: http://www.chancefood.eu/research_4.html  
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EUFIC, das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel, ist eine gemeinnützige Organisation, die den Medien, Gesundheits- und Ernährungsfachleuten, Erziehern und meinungsbildenden Einrichtungen wissenschaftlich fundierte Informationen über Nahrungsmittelsicherheit und -qualität sowie Gesundheit und Ernährung auf eine für Konsumenten verständliche Weise liefert.

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Letzte Aktualisierung der Website: 21/07/2016
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