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FOOD TODAY 03/2011

Gesundheit in Europa – Wie geht´s uns denn?

Trotz aller Fortschritte, die in den letzten Jahrzehnten auf dem Gesundheitssektor erzielt werden konnten, gibt es hinsichtlich Gesundheitsstatus, Risikofaktoren und medizinischer Versorgung in Europa noch immer große Unterschiede zwischen den Ländern. Um eine Erklärung für die Ursachen dieser Unterschiede zu finden und als Orientierungshilfe für die zukünftige Entwicklung der Gesundheitspolitik in Europa wurde nun der bahnbrechende Bericht „Health at a Glance: Europa 2010“ („Gesundheit auf einen Blick: Europa 2010“) veröffentlicht.

Hintergrund
Der Bericht “Health at a Glance” ist das Produkt einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Kommission und der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), jenem einzigartigen Forum zum Vergleich von Erfahrungen zwischen Regierungen und zur Ermittlung der besten Richtlinien für die zukünftige Entwicklung.1 In dem Bericht wurden Gesundheitsdaten aus 31 Ländern, nämlich den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) sowie Island, Norwegen, Schweiz und Türkei, zusammengefasst.

Lebenserwartung
Die durchschnittliche Lebenserwartung ist seit 1980 um sechs Jahre gestiegen und lag 2007 bei 78 Jahren. Dieser erstaunliche Anstieg lässt sich auf einen höheren Lebensstandard, gesünderen Lebensstil und bessere Bildung sowie einen einfacheren Zugang zu hochqualitativer medizinischer Versorgung zurückführen. Dennoch beträgt der Unterschied zwischen höchster und geringster Lebenserwartung in europäischen Ländern immer noch etwa acht Jahre für Frauen (Frankreich 84,4 Jahre versus Rumänien 76,2 Jahre) und 14 Jahre für Männer (Schweden 78,8 Jahre versus Litauen 65,1 Jahre).

Inwiefern diese höhere Lebenserwartung zusätzlichen Jahren bei guter Gesundheit entspricht, hat weitreichende Folgen für die Gesundheits- und Langzeitversorgungssysteme in Europa. Schätzungen zufolge leben Frauen mehr als 61 Jahre und Männer etwa 60 Jahre lang ohne jegliche Einschränkungen bei ihren alltäglichen Verrichtungen. Da Frauen länger leben als Männer, bedeutet dies, dass der Anteil an weiblichen Lebensjahren mit Aktivitätseinschränkungen höher ist. Die Prävention von chronischen, belastenden Krankheiten wie Herzkreislauferkrankungen oder Krebs ist eine Möglichkeit, eine gute Lebensqualität aufrechtzuerhalten. Doch wie erfolgreich sind wir in unseren Bemühungen, die Risikofaktoren für diese Krankheiten zu reduzieren?

Rauchen und Alkohol
Rauchen ist die Nummer eins der vermeidbaren Gesundheitsrisiken. Die Tatsache, dass dieses Risiko seit den 1980er Jahren in ganz Europa drastisch gesenkt werden konnte, stellt einen großen Erfolg dar. Dieser Erfolg, der z.B. durch den in Dänemark von 36% auf 23% gesunkenen Anteil an Rauchern in der erwachsenen Bevölkerung belegt wird, ist weitgehend auf staatliche Anti-Raucher-Kampagnen und das Werbeverbot für Zigaretten zurückzuführen. Auch Anti-Raucher-Gruppierungen haben dazu beigetragen, die Einstellung der Menschen dahingehend zu verändern, dass Rauchen in der Gesellschaft immer weniger akzeptiert wird.

Ebenso ist der Alkoholkonsum insgesamt (nicht weiter spezifiziert) zu einem gewissen Grad gesunken. Dies war insbesondere in den traditionellen weinproduzierenden Ländern wie Frankreich, Italien und Spanien der Fall, was möglicherweise mit der freiwillig oder gesetzlich eingeschränkten Alkoholwerbung in Zusammenhang steht. Trotz dieses insgesamt verringerten Alkoholkonsums war jedoch in manchen Ländern wie Finnland, Irland und Großbritannien in den letzten Jahren ein spürbarer Anstieg des Alkoholkonsums zu verzeichnen.

Obstkonsum
Da die in der Kindheit geprägten Essgewohnheiten oft während des ganzen Lebens beibehalten werden, wirkt sich ein bereits in frühen Jahren regelmäßiger Obstkonsum wahrscheinlich anhaltend positiv auf das spätere Essverhalten aus. In den Jahren 2005/2006 nahmen nur ein Drittel der Jungen und zwei Fünftel der Mädchen zwischen 11 und 15 Jahren wenigstens ein Stück Obst pro Tag zu sich. Italienische und belgische Teenager waren dabei am erfolgreichsten, ihren Obstverzehr über die Jahre aufrechtzuerhalten. Zur Steigerung des Obstkonsums unter den Jugendlichen empfiehlt der Bericht eine bessere Verfügbarkeit von Obst in der Schule und während der Freizeit, kombiniert mit erzieherischen und motivationsfördernden Aktivitäten.

Körpergewicht
Mit einer Erwachsenenbevölkerung, die zu mehr als der Hälfte übergewichtig (Body Mass Index (BMI) 25-29,9) oder fettleibig (BMI ≥30) ist, hat Europa ein echtes Gewichtsproblem. Verschiedene Verhaltens- und Umweltfaktoren, einschließlich sinkender Lebensmittelpreise und einer vermehrt inaktiv verbrachten Freizeit, haben wahrscheinlich zu dieser Situation beigetragen. Der Prozentsatz an adipösen (fettleibigen) Menschen hat sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt, wobei die meisten in Großbritannien, Malta und Irland zu finden sind - mehr als 20% der Erwachsenen sind dort adipös. Im EU-Durchschnitt sind 15,5% der Erwachsenenbevölkerung fettleibig. Da Adipositas (Fettleibigkeit) das Risiko für chronische Krankheiten erhöht, könnten Schätzungen zufolge die übergewichtsbedingten Kosten im Gesundheitswesen zwischen 2007 und 2015 um ganze 70% steigen.

Prioritäten des Gesundheitswesens
Die Gesamtausgaben des Gesundheitswesens sind in allen Ländern Europas gestiegen, und zwar von 7,3% des Bruttoinlandsprodukts im Jahr 1998 auf 8,3% im Jahr 2008, wobei diese Kosten oft rascher steigen als das Wirtschaftswachstum. Die europäischen Gesundheitssysteme konzentrieren sich auf die Versorgung von Kranken, d.h. auf die Behandlung von Krankheiten anstatt auf deren Vorbeugung. Ausgaben für Therapien und Rehabilitationsmaßnahmen machen mehr als 60% der in EU-Ländern verzeichneten Gesamtkosten im Gesundheitswesen aus, dicht gefolgt von den Ausgaben für Arzneimittel oder andere medizinische Produkte. Im Vergleich dazu fließen 2,9% der gesamten Gesundheitsausgaben in der EU in verschiedene organisierte Maßnahmen für die öffentliche Gesundheit und die Prävention von Krankheiten wie Impfprogramme oder öffentliche Kampagnen zur Förderung einer gesunden Ernährung oder zur Reduzierung von Alkoholmissbrauch und Rauchen. Es sei jedoch festgehalten, dass die Kosten für solche Programme in manchen Fällen unter kurativer Gesundheitsversorgung geführt werden und somit die tatsächlichen Ausgaben für Präventionsmassnahmen insgesamt wahrscheinlich höher sind.

Positive Einschätzung der Gesundheit
Obwohl die Wahrnehmung des eigenen Gesundheitszustandes äußerst subjektiv und von kulturellen Einflüssen geprägt ist, hat sich gezeigt, dass man daraus doch auf die zukünftige Beanspruchung des Gesundheitssystems sowie auf die Mortalität (Sterblichkeit) schließen kann. Die Mehrheit der erwachsenen Bevölkerung in fast allen europäischen Ländern bezeichnet die eigene Gesundheit als „gut” bis „sehr gut”. Allerdings lässt sich ein deutlicher Abfall in dieser positiven Einschätzung bei Personen ab dem 45. Lebensjahr sowie ein weiterer Abfall bei Menschen über 65 feststellen. Es besteht ganz eindeutig Bedarf, den Jahren Leben hinzuzufügen anstatt bloss dem Leben Jahre.

Literatur

  1. OECD (2010), Health at a Glance: Europe 2010, OECD Publishing. Verfügbar unter: http://dx.doi.org/10.1787/health_glance-2010-en


ÜBER EUFIC
EUFIC, das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel, ist eine gemeinnützige Organisation, die den Medien, Gesundheits- und Ernährungsfachleuten, Erziehern und meinungsbildenden Einrichtungen wissenschaftlich fundierte Informationen über Nahrungsmittelsicherheit und -qualität sowie Gesundheit und Ernährung auf eine für Konsumenten verständliche Weise liefert.

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Letzte Aktualisierung der Website: 21/07/2016
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