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FOOD TODAY 03/2009

Richtlinien für körperliche Aktivität

Food TodayDer menschliche Körper ist für Bewegung geschaffen. Ein aktiver Lebensstil kann zahlreiche körperliche, soziale und psychische Vorteile bieten. Damit alle Menschen in Europa durch mehr Bewegung eine bessere Lebensqualität erlangen, wurden nun neue Richtlinien für körperliche Aktivität herausgegeben.
Die Definition körperlicher Aktivität
 
Unter körperlicher Aktivität versteht man „jede Bewegung des Körpers, die mit einer Kontraktion der Muskulatur einhergeht und den Energieverbrauch über den normalen Ruheenergiebedarf hinaus steigert“.1 Sie ist wichtig für Gesundheit und Lebensqualität und umfasst viele Sport- und Freizeitaktivitäten, aber auch tägliche Verrichtungen wie zügiges Gehen, Hausarbeit und körperlich anstrengende Berufstätigkeit (z.B. Maurer).
 
Die Vorteile eines aktiven Lebensstils
 
Der gesundheitliche Nutzen von körperlicher Aktivität ist für alle Altersgruppen vielfältig und umfasst unter anderem1:
  • verringertes Risiko für Herzerkrankungen,
  • bessere Gewichtskontrolle,
  • gesunde Knochen,
  • geringeres Risiko für Depressionen.
Faktoren, welche die Aktivität beeinflussen
 
Körperliche Aktivität ist nicht nur durch den Wunsch der einzelnen Person nach Bewegung gesteuert, sondern wird in weitem Maße auch vom jeweiligen Umfeld beeinflusst. Am Wohnort können entsprechende städtebauliche Maßnahmen dazu beitragen, dass Menschen spazieren gehen oder Rad fahren können, ohne Angst vor Verbrechen oder Unfällen haben zu müssen. Am Arbeitsplatz kann eine Duschmöglichkeit eingerichtet werden, sodass sich Mitarbeiter, die mit dem Rad zur Arbeit kommen, vor Arbeitsbeginn kurz frisch machen können.
 
Richtlinien in Europa und Amerika
 
Ingesamt scheint die körperliche Bewegung der Menschen im Laufe der letzten Jahrzehnte abgenommen zu haben (obwohl dies nicht belegt ist), vorwiegend aufgrund der vielen technischen Neuerungen, die das Leben einfacher machen. Etwa 40-60 % der Bevölkerung in der Europäischen Union (EU) pflegen eine bewegungsarme Lebensweise.1
 
Im Jahr 2008 wurden für die Bürger der USA und der EU neue Richtlinien zur Förderung von gesunder körperlicher Aktivität herausgegeben (Tabelle 1).1,2 In den amerikanischen Empfehlungen wird im Detail ausgeführt, welches Mindestmaß an Bewegung für die einzelnen Bevölkerungsgruppen erreicht werden sollte. Die EU-Richtlinien basieren weitgehend auf den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und haben deutlich geringeren Vorschriftscharakter.3
 
Die amerikanischen und europäischen Empfehlungen stimmen darin überein, dass etwas Bewegung immer noch besser für die Gesundheit ist als keinerlei körperliche Betätigung. Die EU-Richtlinien empfehlen vor allem Massnahmen auf Gemeinde- und Landesebene, um jedermann mehr körperliche Aktivität zu ermöglichen. Dieser bereichsübergreifende Ansatz umfasst Erziehung, Transport, Umwelt, Städteplanung, Sport- und Gesundheitswesen, öffentliche Sicherheit, Arbeit und Dienstleistungen für ältere Bürger. So könnten z. B. die Krankenversicherungen die körperliche Betätigung ihrer Versicherten fördern, indem sie Kunden mit nachweislich aktivem Lebensstil einen finanziellen Vorteil bieten.
 
Praktische Tipps für eine aktivere Lebensweise
 
Obwohl die Schaffung einer die körperliche Aktivität fördernden Umwelt auf lokaler und nationaler Ebene unerlässlich ist, ist vor allem auch der Einzelne zum Handeln aufgefordert. Für diejenigen, die körperliche Aktivität nicht gewohnt sind, lautet die wichtigste Botschaft, schrittweise einen ihrem Lebensstil angepassten höheren Aktivitätsgrad aufzubauen, den sie auch langfristig aufrechterhalten können.
 
Angestellte können zum Beispiel damit beginnen, einfach eine Haltestelle früher aus dem Bus auszusteigen und den Rest des Weges zu Fuß zu gehen. Dabei lässt sich die Strecke mit zunehmender Fitness verlängern und der eigene Fortschritt mit Hilfe eines Schrittzählers (Pedometer) überprüfen. Hausfrauen können beim Einkauf ihr Auto etwas weiter weg vom Supermarkt parken und die Einkaufstaschen über die zusätzliche Distanz tragen. Manager könnten interne Arbeitsstrukturen dahingehend ändern, dass sie die Besprechung mit dem Kollegen nach einem gemeinsamen Squash-Spiel ansetzen oder neue Projekte bei einem Spaziergang in Büronähe diskutieren. Allgemein ist es sinnvoll, sich ein realistisches Ziel zu setzen, gegebenenfalls mit professioneller Hilfe durch Gesundheitsexperten.
 
Tab. 1. Empfehlungen der USA und der EU zur körperlichen Aktivität von Erwachsenen
 
Empfehlungen der USA                   
Empfehlungen der EU (basierend auf den WHO-Empfehlungen3)
 
Mindestens 150 Minuten pro Woche mäßig intensive
Oder
75 Minuten pro Woche intensive Ausdauerbelastung
Mindestens 30 Minuten mäßig intensive Bewegung an 5 Tagen pro Woche
Oder
Mindestens 20 Minuten intensive körperliche Betätigung an 3 Tagen pro Woche
 
Die Aktivitäten sollten in Übungseinheiten von mindestens 10 Minuten erfolgen und über die Woche verteilt werden
 
Die Aktivität kann in Blöcken von mindestens 10 Minuten Dauer absolviert werden
Für zusätzlichen Gesundheitsnutzen sollten Erwachsene ihre mäßig intensive Ausdauerbelastung auf 300 Minuten bzw. ihr intensives Training auf 150 Minuten pro Woche steigern.
Außerdem sollten Erwachsene an zwei oder mehr Tagen muskelaufbauende Tätigkeiten von mäßiger oder erhöhter Intensität ausführen, bei denen alle wichtigen Muskelgruppen trainiert werden.
 
An 2-3 Tagen pro Woche sollte zusätzliches Training zum Muskelaufbau und zur Steigerung der Ausdauer erfolgen
 
Weitere Informationen
Hintergrundinformationen zu körperlicher Aktivität
Erfahren Sie mehr über Ihre eigene körperliche Fitness auf der EUFIC-Website zur Energiebilanz (Englisch): www.eufic.org/page/en/page/energy-balance/
 
Literatur
  1. EU-Arbeitsgruppe „Sport & Gesundheit“ (2008) EU-Leitlinien für körperliche Aktivität. Verfügbar unter: http://ec.europa.eu/sport/library/doc/c1/pa_guidelines_4th_consolidated_draft_de.pdf
  2. U.S Department of Health and Human Services (2008). 2008 Physical Activity Guidelines for Americans. Verfügbar unter: http://www.health.gov/PAGuidelines/pdf/paguide.pdf
  3. WHO (2002). Move for Health. Verfügbar unter: http://www.who.int/moveforhealth/en
ÜBER EUFIC
EUFIC, das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel, ist eine gemeinnützige Organisation, die den Medien, Gesundheits- und Ernährungsfachleuten, Erziehern und meinungsbildenden Einrichtungen wissenschaftlich fundierte Informationen über Nahrungsmittelsicherheit und -qualität sowie Gesundheit und Ernährung auf eine für Konsumenten verständliche Weise liefert.

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Letzte Aktualisierung der Website: 21/08/2014
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