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Aktuelles zu BSE

34_2_bigGute Ernährungs- und Lebensmittelsicherheitskommunikation bedarf wissenschaftlich fundierter Information, die im korrekten Zusammenhang präsentiert und nicht überdramatisierend dargestellt wird. Ein Gebiet, auf dem das nicht immer der Fall war, ist das der Bovine Spongiforme Encephalopathie oder BSE. In diesem Artikel werden die Fakten zu BSE betrachtet und die Gebiete, auf denen die Wissenschaftler noch immer nach den Antworten suchen, aufgezeigt.

Was ist BSE?

Bovine Spongiforme Encephalopathie (BSE), auch bekannt als „Rinderwahnsinn", ist eine schwerwiegende Gehirnerkrankung, die Rinder befällt. BSE ist eine Art einer ganzen Gruppe von Prionenkrankheiten, den sogenannten TSEs (englisch: Transmissible Spongiforme Encephalopathies; auf deutsch etwa: übertragbare schwammartige Gehirnkrankheiten). TSEs sind tödliche Krankheiten, die eine schwammartige Degeneration des Gehirns und ernsthafte neurologische Symptome verursachen.
Der Ursprung von BSE ist noch immer nicht bekannt. Einer Theorie zufolge besteht der Wirkstoff aus „übertragbaren, degenerierten („Raüber"-) Prionen", die fähig sind, mit normalen Prionen zu interagieren und diese so ebenfalls zu degenerieren. Prionen sind spezielle Proteine, die hauptsächlich im Gehirn, aber auch in anderen Geweben von Menschen und Tieren zu finden sind. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dass andere Faktoren maßgeblich an der Entwicklung von BSE beteiligt sind und die Forschung auf diesem Gebiet wird fortgesetzt.

Der Übertragungsweg ist noch nicht bestätigt

Die Art und Weise der Übertragung von BSE ist wissenschaftlich noch immer nicht bewiesen. Derzeit nimmt man an, dass Rinder sich durch die Verfütterung von Fleisch und Knochenmark oder anderer Produkte aus BSE-infizierten Kadavern angesteckt haben. Andere mögliche Übertragungswege und Ursachen konnten bisher noch nicht ausgeschlossen werden. Die Zahl der BSE-Fälle in Großbritannien hat seit dem Höhepunkt der Krankheit 1992 deutlich abgenommen. 1999 gab es 2300 dokumentierte Fälle. Dieser Wert sank auf 1443 erkrankte Rinder im Jahre 2000 und 526 bis zum September 2001.
Deutlich weniger BSE-Fälle traten in Österreich, Belgien, der Tschechischen Republik, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Irland, Italien, Japan, Liechtenstein, Luxemburg, den Niederlanden, Portugal, der Slowakei, Slowenien, Spanien und der Schweiz auf (aktuelle Zahlen online unter www.oie.int ).
Bis zum heutigen Tag ist BSE nur in Rindern nachgewiesen worden. Es gibt ein theoretisches Restrisiko für Schafe, allerdings hat sich noch kein Schaf mit BSE infiziert, ausgenommen in Laborexperimenten unter sehr unwahrscheinlichen Rahmenbedingungen.

Kann BSE auch Menschen befallen?

Zwar konnte noch kein wissenschaftlicher Beweis für direkte oder indirekte Beziehungen zwischen den Krankheiten erbracht werden, doch wird auf der Basis von neurologischen und Gewebeuntersuchungen angenommen, dass BSE bei Rindern und die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (v-CJD) bei Menschen miteinander in Verbindung stehen.
Der erste Fall von v-CJD wurde im März 1996 in Großbritannien dokumentiert. Genau wie BSE verursacht v-CJD eine schwammartige „Durchlöcherung" und somit eine Rückbildung des Gehirns. Die Krankheit ist nicht heilbar und tödlich. Bis zum sechsten Februar 2002 gab es 114 Erkrankungen an v-CJD in Großbritannien (davon 106 bestätigt, acht als Verdachtsfälle). Des weiteren zählen die Behörden fünf bestätigte Fälle in Frankreich und einen in Irland, hinzu kommen zwei Verdachtsfälle in Frankreich und einer in Italien.

BSE-Erreger weder in Kuhmilch noch in Fleisch

Die Teile des Rindes die am ehesten mit dem BSE-Überträger infiziert werden, werden als sogenanntes Risikomaterial eingestuft. Dazu gehören das zentrale Nervensystem mit Gehirn, Augen und Rückenmark sowie der Rinderdarm. Risikomaterial sind inzwischen sowohl aus der Nahrungsmittel- als auch aus der Futtermittelkette entfernt worden. Der BSE-Erreger wurde weder in Muskelfleisch noch in Milch nachgewiesen und die Experten der WHO und der EU haben bestätigt, dass Kuhmilch und Rindfleisch sicher sind. Bevor Symptome wahrgenommen werden können, verstreicht viel Zeit (Immunologen sprechen von einer langen Inkubationszeit). Deshalb ist es unmöglich, das Ausmaß des zukünftigen Auftretens von v-CJD bei Menschen vorherzusagen, allerdings wird das Risiko sich heute mit v-CJD zu infizieren als sehr gering eingeschätzt. Strenge Vorschriften, die das Füttern, Testen und Schlachten ebenso wie das Schlachtalter der für den Verzehr durch den Menschen bestimmten Tiere und die Entfernung der Risikomaterialien regeln, haben das Risiko reduziert. Trotzdem verbleiben etliche ungelöste Fragen, etwa was den Ursprung von BSE und die Art der Übertragung angeht. Deshalb wird dieses wissenschaftliche Thema auch noch eine ganze Zeit intensive Bearbeitung erfordern. Weitere Informationen finden sie im Internet unter www.bsereview.org.uk

Literatur

  • BSE and Beef. Food Standards Agency and the Consumers Association. June 2001
  • Brown, P. Bovine Spongiform encephalopathy and variant Creutzfeldt-Jakob disease. BMJ 2001; 322:841-844 (7 April)
  • Brown P, Will RG, Bradley R, Asher DM, Detwiler L. Bovine Spongiform encephalopathy and variant Creutzfeldt-Jakob disease: background, evolution and current concerns. Emerg Infect Dis 2001;7:6-16.
  • EU Commission. BSE "Vadermecum", 3rd Ed. (1998)
  • Institute of Food Science and Technology, UK. Bovine Spongiform Encephalopathy (BSE) and Variant Creutzfeldt-Jakob Disease (vCJD) in humans., Parts 1 and 2. 2001. www.ifst.org

FOOD TODAY 09/2002

Quelle: Europäisches Informationszentrum für Lebensmittel

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