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FOOD TODAY 12/2001

Unsere Darmflora: die "Insider-Story"

Food TodayDie meisten Menschen kennen die Verbindung zwischen Darmkrankheiten und pathogenen ("schlechten") Bakterien, aber die positive Rolle von Darmbakterien (Probiotics) für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden ist weit weniger bekannt.

Heutzutage verbringen viele Menschen Stunden damit, sich um ihr Äußeres zu sorgen. Dabei sollten wir uns eigentlich mehr Zeit nehmen, über unser Inneres nachzudenken - vor allem über das, was in unserem Verdauungssystem geschieht. Unser Darm verdaut die von uns gegessenen Lebensmittel, um unseren Körper mit essentiellen Nährstoffen zu versorgen. Zudem entfernt er überflüssige Stoffe und Toxine. Um ein gesundes Verdauungssystem zu behalten, muss die Balance zwischen den Billionen dort lebender Bakterien gehalten werden. Es mehren sich die wissenschaftlichen Hinweise, dass eine Störung der Darmflora (so wird das System von Darm und Bakterien genannt), zu Gesundheitsproblemen wie Verdauungsstörungen, verminderte Immunität und Durchfall führen kann. Stress, gehaltarme Ernährung, das Einnehmen von Antibiotika oder einfach nur Müdigkeit kann die natürliche Balance im Darm aufwühlen.

Lange hat man geglaubt, dass die hinteren Darmabschnitte, vor allem der Dickdarm, nur wenig zur menschlichen Verdauung beitragen. Neuere Studien zeigten allerdings, dass die Dickdarmflora eine entscheidende Rolle für die Gesundheit zu spielen scheint und die Rolle des Darms für die Gesundheit somit unterschätzt worden ist.

Bakterien und Darmgesundheit
Der menschliche Darm enthält über 200 Bakterienarten, und Wissenschaftler untersuchen jetzt die Wirkung verschiedener Arten und die Rolle, die sie für die Gesundheit des Darms zu spielen scheinen.

Erwachsene tragen über 1kg Darmbakterien in sich und scheiden pro Jahr ihr eigenes Gewicht in Darmbakterien aus. Es wird vermutet, dass einige Darmbakterien wie Lactobacillen und Bifidobakterien gesundheitsfördernde Eigenschaften besitzen. Frühe Studien zeigten, dass diese, auch Probiotika genannten, guten Bakterien helfen können, eine gesunde Balance der Bakterien zu erhalten, das Immunsystem des Darms zu stimulieren und gegen die Kolonisation von pathogenen Organismen, welche Magen-Darm-Störungen und Durchfall verursachen, vorbeugend wirken. Andere Studien beschäftigen sich derzeit mit der möglichen Rolle von Probiotika bei der Hilfe gegen Allergien, beim Verbessern von Darmbewegungen und bei der Erschließung von bestimmten Vitaminen.

Probiotika und Prebiotika
An probiotischen Lebensmitteln wird seit vielen Jahren geforscht. Diese Lebensmittel enthalten eine lebende Kultur von Mikroorganismen als ein Ergebnis von Fermentierung oder durch die Zugabe einer Kultur. Beispielhafte probiotische Lebensmittel sind bestimmteYoghurts, fermentierte Milchprodukte und andere Lebensmittel wie fermentiertes Gemüse und fermentierte Sojaprodukte. Außerdem ist es inzwischen möglich, Probiotika zu Lebensmitteln wie Babynahrung (angereichert mit Bifidobakterien) hinzuzufügen oder probiotische Mikroorganismen als Nahrungsergänzung einzusetzen.

Ein kritischer Faktor in der Entwicklung fermentierter Milchprodukte und anderer Probiotika ist das Überleben der Bakterien im Lebensmittel, auch nach der Verdauung. Ein anderer wichtiger Faktor ist die Identität, d.h. die spezifische Auswahl der genutzten Mikroben. Diese nützlichen Mikroorganismen wachsen mit und ohne Luft, aber es gibt mehrere Barrieren gegen ihr Überleben im Körper: zum beispiel das saure Milieu im Magen, Gallabsonderungen und der Wettbewerb mit den anderen ansässigen Darmbakterien. Ein Ansatz diese Probleme zu beseitigen, beruht auf der Zugabe von unverdaulichen Lebensmittelzusätzen, wie faserähnliche Nahrungskomponenten, die den nützlichen Bakterien als Nahrung für ihr Wachstum dienen. Diese Lebensmittelzusätze werden ‚Prebiotika' genannt.

Eine andere Methode benutzt eine Kombination aus Probiotika (lebende Bakterien) und Prebiotika (die Nahrungskomponenten, von denen sie leben). Derzeit werden neue Lebensmittelprodukte mit verschiedenen gesundheitsfördernden Eigenschaften ("Synbiotika") entwickelt. Sie sind abhängig von den speziell genutzten Mikroorganismen (Probiotika) und dem Substrat (Prebiotika), das als Nahrungszusatz zugegeben wird.

Obwohl das Gebiet der Pro- und Prebiotika ein großes Potential zu bieten scheint, ist weitere Forschung nötig, um die involvierten Mechanismen zu erklären und die möglichen Nutzen für die Gesundheit zu identifizieren, die von diesen Substanzen und Zusätzen ausgeht. Es wird erwartet, dass in den nächsten Jahren neue Entwicklungen im Verständnis der menschlichen Darm-Mikrobiologie auf uns zukommen und sich uns die Wirkung der großen Bandbreite an Nahrungsbestandteilen auf Gesundheit und Wohlbefinden erschließen wird.

Literatur

  • Gibson GR and Roberfroid MB. (1995) Dietary Modulation of the Human Colonic Microbiota: Introducing the Concept of Prebiotics. J.Nutr.,125:1401-12.  
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Letzte Aktualisierung der Website: 28/08/2014
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