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FOOD TODAY 11/2003

Die Gesundheit des Verdauungssystems – Eine Frage des Gleichgewichts

Food TodayWenn Sie dachten, der Magen-Darm-Trakt habe nur mit Verdauung zu tun, dann werden Sie überrascht sein, dass er eine wichtige Rolle für das Immunsystem spielt. Dabei ist die mikrobielle Darmflora essentiell für die Funktion beider Systeme.

Im menschlichen Körper gibt es viele hundert unterschiedliche Bakterienarten, die hauptsächlich im Dickdarm angesiedelt sind. Bei der Geburt ist der Verdauungstrakt steril, aber es entwickelt sich sehr schnell eine mikrobielle Darmflora. Sie ist abhängig von Faktoren wie Geburtsweise, Babynahrung, Diät, Alter, Antibiotika-Einnahme etc..

Darmflora und Verdauung

Die primäre Funktion des Magen-Darm-Traktes ist die Aufnahme von Wasser und Nährstoffen. Die spezielle Rolle der im Dickdarm ansässigen Darmflora bei der Verdauung ist das Vergären von Nahrungsbestandteilen (wie Ballaststoffen), die im Dünndarm des Wirtes nicht verdaut werden können. Die Gärung produziert neben anderen Molekülen Milchsäure und kurzkettige Fettsäuren (Acetat, Propionat und Butyrat). Letztere versorgen die den Dickdarm auskleidenden Zellwände mit Energie, verbessern die Absorption von Mineralien und haben einen positiven Einfluss auf den Lipid- und Glukosestoffwechsel in der Leber.

Darmflora und Immunsystem

Es gibt drei Wege, auf denen der Verdauungstrakt als Abwehrsystem fungiert. Zunächst über die hier lebende Darmflora, die vor eindringenden Bakterien schützt. Mögliche Mechanismen hierfür umfassen Konkurrenz um Nährstoffe und Rezeptorstellen in der Darmwand sowie die Herstellung eines nachteiligen Umfelds für Krankheitserreger (zum Beispiel ein saures Milieu durch niedrigen pH-Wert). Zum zweiten sind es die Darmwandzellen, die nicht nur Nährstoffe aufnehmen, sondern auch eine schützende Barriere gegen den Eintritt von schädlichen Substanzen darstellen. Zum dritten setzt sich das Verdauungs-Immun-System aus speziellen Immunzellen zusammen. Diese Immunzellen können durch ihre eigene Abwehrantwort reagieren und auch die Produktion von Antikörpern auslösen. Diese Proteine binden spezifisch an weitere Proteine, die Antigene genannt werden – in diesen Fall die eindringenden Pathogene – um sie zu deaktivieren und aus dem Körper zu entfernen. Unsere Darmbakterien kommunizieren mit den Zellen des gastro-intestinalen Immunsystems und der Leber, um die Immunantwort auf Lebensmittel-Antigene und schädliche Mikroorganismen zu koordinieren.

Daher ist die intestinale Darmflora für das optimale Funktionieren der Schutzmechanismen unerlässlich. Tatsächlich wird ein Ungleichgewicht der Darmbakterien mit einer Reihe von Krankheitsbildern assoziiert, wie Reizdarm, Dickdarmkrebs, chronisch entzündlicher Darmerkrankung und Magen-Darm-Katarrh. Änderungen der Ernährung und des Essverhaltens und die Verwendung von Antibiotika können störende Auswirkungen auf das Gleichgewicht der Darmflora haben. Diese Faktoren können sich miteinander kombinieren und so einen Wechsel in der Darmbakterien-Balance auslösen, der von günstigen, die Gesundheit fördernden Bakterien wie Lactobazillen und Bifidobakterien weg und hin zu schädigenden oder pathogenen Mikroorganismen (wie zum Beispiel einige Clostridien und Enterokokken) führt.

Es wurde eine Reihe von Lebensmittelprodukten entwickelt, welche die intestinale Mikroflora verändern und so einen möglichen gesundheitlichen Nutzen bringen. Diese enthalten probiotische, präbiotische und synbiotische (eine Kombination von pro- und präbiotischen) Bakterien. Zahlreiche klinische Studien zeigen eine vielversprechende Wirkung.

Probioten (zum Beispiel spezielle Milchsäurebakterien) sind lebende Mikroorganismen, die nach Einnahme in ausreichenden Mengen einen gesundheitlichen Nutzen erzielen, der über die elementare Ernährung hinausgeht. Sie werden gewöhnlich in fermentierten Milchprodukten gefunden.

Präbioten sind unverdauliche Nahrungsbestandteile, die zu den Ballaststoffen gehören. Diese stimulieren das Wachstum oder die Aktivität einer Reihe von Mikroorganismen der intestinalen Flora (beispielsweise Spezies der Bifidobakterien und/oder Laktobakterien). Sie kommen natürlicherweise in einigen Lebensmitteln vor (z.B. Zwiebeln, Artischocken, Bananen, Chicoree, Lauch) oder können Lebensmitteln hinzugefügt werden (z.B. Brot, Kekse).

Um den vollen Umfang der Bedeutung der Darmflora für Gesundheit und Wohlbefinden zu erkennen bedarf es weiterer Untersuchungen. Auf jeden Fall weist die Forschung auf einen Einfluss bei Verstopfung, Durchfall, Krebs sowie auf das Immunsystem und die Aufnahme von Mineralien hin. Deshalb ist der Ansatz der Optimierung der Darmflora für eine bessere Gesundheit sehr bedeutsam für die heutige Bevölkerung.

Literaturhinweise

  • Fooks LJ, Gibson GR (2002) Probiotics as modulators of the gut flora. British Journal of Nutrition 88: S39-S49.
  • Probiotics and Prebiotics (2001) American Journal of Clinical Nutrition 73(Suppl): 361S-498S.
  • Steer T, Carpenter H, Tuohy K, Gibson GR, Steer TE (2000) Perspectives on the role of the human gut microbiota and its modulation by pro- and prebiotics. Nutrition Research Reviews (2000) 13: 229-254.
  • Teitelbaum JE and Walker WA (2002) Nutritional impact of pre- and probiotics as protective gastrointestinal organisms. Annual Review of Nutrition. 22, 107-38.
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Letzte Aktualisierung der Website: 23/04/2014
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