Zum Besuch der EUFIC-Homepage hier klicken
Lebensmittelsicherheit & Qualität
Lebensmitteltechnologie
Food Risk Communication
Ernährung
Gesundheit & Lebensstil
Ernährungsbedingte Krankheiten
Consumer Insights
(Nur in Englisch)
Food for thought
(Nur in Englisch)
EU-Initiativen
(Teilübersetzt)
Im Rampenlicht
Energy Balance
Mediencenter

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen Wir befolgen den HONcode Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen.
Kontrollieren Sie dies hier.



FOOD TODAY 12/2001

Lebensmittel und das Gemüt

Food TodayEssen, das wir genießen, kann uns aufheitern, uns zufrieden und entspannt fühlen lassen. Umgekehrt kann das Essen von Lieblingsspeisen manchmal zu negativen Gefühlen wie Schuld und Reue führen. Wie können wir negative Einwirkungen von Essen auf unser Gemüt minimieren und positive Einflüsse maximieren?

Das Genuss-Prinzip
Essen ist eine der Freuden des Lebens, und wenn möglich, essen wir, was wir mögen und vermeiden, was uns nicht schmeckt. Es wurde gezeigt, dass das Essen von Lieblingsspeisen das Freisetzen von ß-Endorphinen stimuliert, von denen bekannt ist, dass sie Stimmungen verstärken.1 Die Attraktivität von Nahrung ist nicht nur mit ihren sensorischen Eigenschaften verbunden, sondern sie ist auch von unserem Hunger, von unseren Erfahrungen beim Essen dieser Speise und von den gesellschaftlichen Umständen abhängig, in der wir dieses Essen konsumierten. Mit anderen Worten, die richtige Nahrung zur richtigen Zeit, in der richtigen Gesellschaft macht uns glücklich.

"Ess-Sucht"
Esssucht, oder der Drang, etwas Bestimmtes zu essen, ist weit verbreitet. Abhängig von den betrachteten Populationen, berichten zwischen 60 und 90% der Menschen von Esssucht. Interessanterweise verbinden Männer und Frauen unterschiedliche Verhalten und Emotionen mit dieser Sucht.2 Männer interpretieren Esssucht typischerweise als ein starkes Hungergefühl, wohingegen Frauen die Süchte eher mit negativen Stimmungen wie Langeweile oder Stress verbinden. Frauen empfinden viel eher negative Gefühle, wie Schuldgefühle und Reue, als Folge ihrer Nachgiebigkeit.

Dr. Peter Rogers, ein Experimentalpsychologe an der University of Bristol erklärt: „Oft ist das ersehnte Nahrungsmittel ein ‚verbotenes Essen', wie Schokolade. Wenn dieses Nahrungsmittel bewusst vermieden wird, wird das Verlangen, es zu essen, immer stärker, bis die Person am Ende der Versuchung nachgibt. Nachdem man es nun doch gegessen hat, setzen Schuldgefühle und Reue ein, und die Person beschließt, es nicht noch einmal zu essen".

Fühlen Sie sich müde?
Die Effekte der individuellen Nährstoffe in Lebensmitteln sind weitgehend untersucht worden, aber bis jetzt gibt es noch keine klare Übereinstimmung über den Einfluss, den diese Stoffe auf die Stimmung haben. Zum Beispiel gibt es eine ebenso große Zahl an Studien, die zeigen, dass Kohlenhydrate bei Menschen Entspannung und Müdigkeit bewirken, wie solche Studien, die keinen Beweis für einen Effekt von Kohlenhydraten auf die Stimmung finden können.3 Es könnte sein, dass verschiedene Menschen unterschiedlich auf diese Nährstoffe reagieren, wie es beispielsweise bei Koffein der Fall ist. Die Empfänglichkeit gegenüber Koffein scheint individuell unterschiedlich zu sein. Manche Menschen können zahlreiche Tassen koffeinhaltiger Getränke über mehrere Stunden trinken ohne einen Effekt zu spüren, andere merken bereits nach nur einer Tasse eine stimulierende Wirkung.

Die Erwartungshaltung
Trotz der möglichen Verbindung zwischen Nahrung und Körperchemie, sollte der Einfluss von Erwartungshaltungen, die sich auf die Nahrungsaufnahme beziehen, nicht unterschätzt werden. Wenn zum Beispiel der Verzehr eines bestimmten Lebensmittels oder Getränks unsere Stimmung oder Aufmerksamkeit normalerweise verbessert, wird es das - weil wir es erwarten - auch tun, wenn die aktive Substanz fehlt!4

Ohne Zweifel kann der Geschmack von Lebensmitteln und die Freude beim Essen Laune und Wohlgefühl heben. Aber die starken positiven Effekte durch den Verzehr von „verbotenen, aber leckeren" Dingen sind meist von Schuldgefühlen beeinträchtigt. Um uns zu helfen, den stimmungsfördernden Nutzen von Nahrung zu maximieren rät Dr. Rogers:

„Das Wichtigste ist, alle mit dem Essen verbundenen Schuldgefühle loszuwerden. Dafür müssen die Menschen ihre Beziehung zum Essen überdenken und vernünftige gesunde Essgewohnheiten entwickeln. Dies beinhaltet, den Verzehr unserer Lieblings-Speisen so zu regeln, dass sie Glücksgefühle maximieren, ohne dass wir sie überkonsumieren."

Food Today wird die speziellen Effekte verschiedener Nahrungskomponenten auf das Gemüt in einer zukünftigen Ausgabe behandeln.

Literatur

  1. Drewnowski A (1997) Taste preferences and food intake. Annual Reviews of Nutrition. 17; 237-53
  2. Weingarten HP & Elston D (1991) Food cravings in a college population. Appetite 17; 167-175
  3. Reid M & Hammersley R (1999) The effects of carbohydrates on arousal. Nutrition Research Reviews 12; 3 -23
  4. Flaten MA & Blumenthal TD (1999) Caffeine-associated stimuli elicit conditioned responses: an experimental model of the placebo effect Psychopharmacology 145; 105-112
ÜBER EUFIC
EUFIC, das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel, ist eine gemeinnützige Organisation, die den Medien, Gesundheits- und Ernährungsfachleuten, Erziehern und meinungsbildenden Einrichtungen wissenschaftlich fundierte Informationen über Nahrungsmittelsicherheit und -qualität sowie Gesundheit und Ernährung auf eine für Konsumenten verständliche Weise liefert.

Weiterlesen
Letzte Aktualisierung der Website: 29/06/2016
Alle Suchergebnisse anzeigen