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FOOD TODAY 06/2003

Die Schwierigkeiten mit der wissenschaftlichen Forschung

Food TodayWeit zurück im frühen 17. Jahrhundert stellte Francis Bacon, ein englischer Philosoph, die Gewissheit wissenschaftlicher Kenntnisse in Frage. Wie können wir uns sicher sein, dass unser Wissen vollkommen verlässlich ist, fragte er? Bis zu diesem Zeitpunkt gab die Tradition früher griechischer Philosophen der logischen Deduktion den Vorrang, doch für Bacon war dies nicht genug. Er bezeichnete sowohl die Beobachtung der Natur als auch das geregelte Experimentieren als notwendig, um Hypothesen genau zu testen. Dieses Konzept bewährt sich bis heute: wissenschaftliche Theorien werden von einer Reihe verschiedener Blickwinkel aus geprüft und müssen zuverlässig bestätigt worden sein, bevor sie akzeptiertes aktuelles Wissen werden.

Bevölkerungsstudien

Viele wissenschaftliche Studien , besonders im Ernährungsbereich, beruhen auf Beobachtungen bestimmter Bevölkerungsgruppen. Diese Form der Forschung ist als Epidemiologie bekannt und ist seit Jahrhunderten vor allem auf dem Feld der öffentlichen Gesundheit genutzt worden. Frühe Arbeiten konzentrierten sich auf den Zusammenhang zwischen Seuchen und mangelnder Hygiene. Eine typische moderne epidemiologische Studie könnte einen möglichen Zusammenhang zwischen Krebs oder Herzkrankheiten und Ernährungsweise, Lebensstil oder genetischer Disposition beobachten.

Allerdings können beobachtete Zusammenhänge nur deutlich machen, für welche Aspekte der Ernährung oder des Lebensstils weitere Studien gerechtfertigt sind, sie zeigen nicht notwendigerweise Ursache und Wirkung auf. Wenn zum Beispiel in einer Studie beobachtet wird, dass Vegetarier länger leben als Menschen, die Fleisch essen, ist es nicht möglich festzustellen, ob dies hauptsächlich auf die Ernährungsweise zurückgeht oder auf andere Faktoren des Lebensstils. In einer Welt, in der fast alles durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst wird, ist es manchmal schwierig herauszukristallisieren, was wirklich wichtig ist. Die epidemiologische Studie ist ein Startpunkt für weitere gezielte Experimente, die wiederum jede Möglichkeit prüfen müssen. Auf diese Weise wird es möglich, zwischen echten und nur scheinbare kausalen Zusammenhängen zu unterscheiden.

Die Spreu von dem Weizen trennen

Wissenschaftler sind darin geübt, die Grenzen wissenschaftlicher Forschung zu verstehen, und in der Vergangenheit sind alle neuen wissenschaftlichen Ergebnisse heiß debattiert und rigoros in der Wissenschaftsgemeinde getestet worden, bevor die Öffentlichkeit informiert wurde. Aber im heutigen Umfeld der ständigen Information wird dieser nützliche Schritt oft übergangen und der Öffentlichkeit werden regelmäßig ‚neue’ Erkenntnisse präsentiert, bevor der Gutachter-Prozess abgeschlossen ist (oder auch nur begonnen hat). Da jeder essen muss, ist die Ernährung ein Wissenschaftsbereich, zu dem die Menschen einen besonderen Bezug haben und den sie sich oft sehr zu Herzen nehmen. Für Nicht-Wissenschaftler ist es nicht immer einfach eine ernährungswissenschaftliche Studie zu verstehen. Wie stellt man die wirkliche Bedeutung einer Studie fest? Sollte man seine Essgewohnheiten ändern? Hier sind ein paar Hinweise, die helfen, die Spreu vom Weizen zu trennen:

  • Die Ernährungsweise sollte nicht wegen einer einzigen Studie geändert werden, insbesondere wenn die Studie die erste ihrer Art ist oder unerwartete Ergebnisse hat. Erst viele Studien werden die Ergebnisse untermauern oder widerlegen.
  • Finden Sie heraus, welche Bevölkerungsgruppe untersucht wurde. Wenn es junge Frauen waren, müssen die Ergebnisse nicht auf ältere Menschen oder Männer zutreffen. Gleichermaßen sind Tierstudien nicht unbedingt auf den Menschen übertragbar.
  • Zusammenhänge oder Korrelationen beweisen keine Ursache oder Wirkung. Es wird immer weitere Forschung benötigt um herauszufinden, ob der Zusammenhang wirklich besteht.

Riskantes Geschäft

Ein anderes Gebiet, das ein großes Potenzial für Verwirrung birgt, ist die Höhe eines Risikos oder Vorteils, von dem eine Studie berichtet. Vielleicht findet eine Studie heraus, dass der Konsum eines bestimmten Lebensmittelstoffes das Risiko für eine bestimmte Krankheit halbiert. Das klingt sehr überzeugend, aber wenn das aktuelle Risiko, diese Krankheit überhaupt zu bekommen, von vorne herein sehr gering ist, ist das Ergebnis weniger Aufsehen erregend. Wenn die Krankheit hingegen weit verbreitet ist, wäre eine Halbierung des Risikos von großer Bedeutung.

Die wissenschaftliche Methode

Wissenschaft ist nicht starr, die neuesten wissenschaftlichen Ergebnisse sollten als Teil eines Dialoges zwischen Wissenschaftlern aufgefasst werden. Unterschiedliche Meinungen über wissenschaftliche Ergebnisse zeigen nur, dass Wissenschaft ein dynamischer, sich entwickelnder Prozess ist.

Literaturempfehlung:

Dunbar R (1995) The Trouble with Science. Faber and Faber. London ISBN 0-571- 17448-5s

ÜBER EUFIC
EUFIC, das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel, ist eine gemeinnützige Organisation, die den Medien, Gesundheits- und Ernährungsfachleuten, Erziehern und meinungsbildenden Einrichtungen wissenschaftlich fundierte Informationen über Nahrungsmittelsicherheit und -qualität sowie Gesundheit und Ernährung auf eine für Konsumenten verständliche Weise liefert.

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Letzte Aktualisierung der Website: 27/08/2014
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