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FOOD TODAY 01/2004

Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen: Vorsorge und Behandlung

Food TodayIn einer vorangegangenen Ausgabe wurde berichtet, dass es einen weltweiten Anstieg der Fettleibigkeit bei Kindern gibt und dass Fettleibigkeit zu schweren körperlichen und psychologischen Problemen während der Kindheit und zu einem zunehmenden Krankheitsrisiko und vorzeitigem Tod als Erwachsener führen können. Folglich sind Vorsorge und Behandlung von Fettleibigkeit bei Kindern von höchster Bedeutung für die Volksgesundheit. Was sind die aktuellen Informationen über die Methoden und die Ergebnisse?

In der Theorie ist das Vorbeugen und die Behandlung jeder Art von Übergewicht einfach. Wenn die Energieaufnahme geringer ist als der Verbrauch, dann sinkt das Körpergewicht. Ist die Aufnahme größer, steigt das Köpergewicht. Einfach in der Theorie, schwierig in der Praxis, weil:

  • über Tausende von Jahren die menschlichen Gene derer bevorzugt wurden, die in Zeiten von Überfluss Fett speichern konnten, um in mageren Zeiten zu überleben;
  • in industrialisierten Ländern ein Überfluss an attraktiven und energiereichen Lebensmitteln herrscht (eine Änderung der Essgewohnheiten);
  • es inzwischen kaum noch die Notwendigkeit oder den Anreiz, Energie zu verbrauchen gibt und es sehr bequem ist, seine Freizeitbeschäftigung im Sitzen zu verbringen (z.B. Änderung des Lebensstils).

Während es allgemein anerkannt ist, dass die Vorbeugung von Übergewicht bei Kindern eine Priorität der Volksgesundheit ist, wird nur unzureichend verstanden, wie dies erreicht werden kann. Kürzlich wurden von zahlreichen Forschern Untersuchungen über aktuell verfügbare Vorbeuge- und Behandlungsstrategien durchgeführt 2-5. Die meisten Programme benutzten dabei einen schul- oder familienbasierten Ansatz.

Schulprogramme befassen sich hauptsächlich mit der Vorbeugung, abzielend auf alle Schüler in ausgewählten Klassen, um eine Stigmatisierung übergewichtiger Kinder zu vermeiden. Diese Programme beinhalten nicht nur gesundheitsunterstützende Initiativen und körperliche Aktivität allein, sondern auch andere vielfältige Maßnahmen. Diese beinhalten:

  • klassenbezogene Programme, um ein gesundes Essverhalten und ein hohes Maß an körperlicher Bewegung im Spiel zu unterstützen,
  • praktische Demonstration der Prinzipien durch eine Änderung der Schulmahlzeiten hin zu einem gesünderen Mahlzeitenmodell mit reduziertem Fettgehalt und größerem Anteil an Früchten und Gemüse,
  • Schulaktionspläne, um die Zeit, die für körperliche Aktivität während eines Schultags aufgewendet wird, zu verlängern.

Der Erfolg dieser schulbasierten Initiativen hängt von der Begeisterung der Lehrerschaft ab, gekoppelt mit einem entsprechenden Training des Kollegiums über die Prinzipien und die Praxis eines gesundheitsförderlichen Lebensstils.

Familienprogramme. Wie der Name impliziert, liegt die Betonung hier stark auf der Familie, in der Überzeugung, dass Kinder nur dann ein verbessertes Verhalten fortführen, wenn sich die Familie als Ganzes einen gesünderen Lebensstil zu eigen macht. Die Mehrheit dieser Studien bezogen direkt oder indirekt entweder Gesundheitsexperten oder Sozialpädagogen ein, um für die notwendige Ideengebung und Kompetenz zu sorgen. Ziel war es, das Verhalten innerhalb der Familie zu verändern, um sicher zu stellen, dass ein gesunder Lebensstil auch nach der aktiven Phase beibehalten wird.

Beide Herangehensweisen, familien- und schulbasierte, profitierten von beispielhaften Geschichten und Vorbildern.

Herausforderungen an die aktuellen Ansätze

Bis heute haben schulbasiert Interventionsprogramme weitestgehend versagt, die Ausbreitung von Fettleibigkeit zu verringern. In einigen Familientherapien, konnte eine günstige Veränderung hinsichtlich eines langfristigen Gewichtsverlust beobachtet werden, jedoch nur bei besonders motivierten Ausnahmen. Eine mögliche Erklärung für die Schwierigkeit langfristig abzunehmen ist, dass die Diätvorschriften und die Regeln für körperliche Aktivität möglicherweise nicht sonderlich effektiv waren. Eine zweite Möglichkeit ist, dass Umfeldfaktoren (zum Beispiel eine Zunahme an sitzenden Beschäftigungen, wie Fernsehen, Videospiele, Computer; ein Mangel an städtischer und vorstädtischer Umgebung, die einen aktiven Lebensstil unterstützt, wie Spazierwege, Radwege; die Tendenz außerhalb essen zu gehen und größere Portionen) deutlich die Balance in Richtung Gewichtszunahme kippen.

Hat es Zweck solche Studien weiter zu betreiben?

Die Antwort sollte ein eindeutiges „Ja“ sein. So wäre die Kombination von schulischer und familiärer Unterstützung mit einer größeren Maßnahmenvielfalt für einen gesunden Lebensstil ein sinnvoller Untersuchungsgegenstand. Weitere ernsthafte Ansätze durchzuführen würde sich auf jeden Fall lohnen.

Referenzen

  • Eufic-site: EU Initiatives - HELENA / IDEFICS
  • Prentice AM, Jebb SA. Obesity in Britain: gluttony or sloth. Brit med J. 311: 437-439,1995.
  • Summerbell C, Kelly, S & Campbell K. The prevention and treatment of childhood obesity. Effective Health Care Volume 7: Number 6, 2002.
  • Ebbeling CB, Pawlak DB, Ludwig DS (2002). Childhood obesity: public-health crisis, common sense cure. Lancet, 360: 473-82.
  • Müller MJ, Asbeck I, Mast M, Langnäse K, Grund A. 2001. Prevention of obesity - more than an intention. Concept and first results of the Kiel Obesity Prevention Study (KOPS). International Journal of Obesity Volume 25, Supplement 1:S66-S74.
  • Campbell K, Waters E, O'Meara S, Kelly S, Summerbell C. 2001. Interventions for preventing obesity in children. Cochrane Database Systematic Reviews (3): CD001871.
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Letzte Aktualisierung der Website: 23/07/2014
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