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FOOD TODAY 03/2006

Die Kraft des Vollkorns

Food TodayVollkorn-Lebensmittel sind eine wichtige Quelle für Nährstoffe und schützende pflanzliche Substanzen, die in der europäischen Ernährung nur gering vorhanden sind. Die Vielfalt und Verfügbarkeit von wohlschmeckenden Vollkornlebensmitteln zu erhöhen und die Verbraucher zu ermutigen, diese vermehrt zu essen, könnte wichtige Vorteile für die allgemeine Gesundheit haben.

Die schützende Wirkung von Vollkorn

Getreideprodukte sind in ganz Europa ein wichtiger Ernährungsbestandteil und eine der wichtigsten Quellen für Kohlenhydrate, Ballaststoffe und Proteine. Weizen nimmt den größten Teil des europäischen Getreideverbrauchs ein. Meist werden dabei aber nur die inneren Teile der Getreidekörner in Form von verarbeitetem weißen Mehl verwendet. Es wird in Backprodukten wie Brot oder Kuchen, in Pasta, Frühstückscerealien und anderen Produkten verwendet. Diese Verbrauchsmuster müssen allerdings dringend unter der Berücksichtigung jüngster epidimologischer Erkenntnisse überdacht werden. Diese Erkenntnisse geben Aufschluss über die schützenden Eigenschaften von Vollkornlebensmitteln gegen zahlreiche Krankheiten, beispielsweise Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bestimmte Krebsarten und Typ2 Diabetes. Der Verzehr von Vollkornlebensmitteln wird auch mit einem geringeren Körpergewicht bei Frauen mittleren Alters in Verbindung gebracht, verglichen mit denjenigen, die mehr verarbeitete Getreideerzeugnisse konsumieren.

Das Vollkorn-Gesamtpaket

Die wichtigsten Getreide in Europa sind die Samen von Weizen, Reis, Mais, Hafer, Roggen und Gerste, die alle zur Familie der Gräser gehören. Die Struktur dieser Getreidekörner ist ähnlich und besteht aus drei Teilen: das innere, stärkehaltige Endosperm, der Keim und die äußere Kleie, die eine schützende Schicht um das Samenkorn bilden. Ballaststoffe (unlösliche und lösliche Arten, abhängig vom Getreide) wurden lange als die wichtigste gesundheitsfördernde Komponente des Getreidekorns angesehen. Allerdings gibt es inzwischen vermehrt Hinweise auf andere Substanzen des Vollkorns, die gesundheitsfördernde Eigenschaften haben. Dazu zählen Vitamin E und eine Reihe von B Vitaminen, zahlreiche Mineralien wie Eisen, Magnesium, Zink und Selen sowie verschiedene schützende Phytochmikalien. Diese Mischung von Nährstoffen und gesundheitsfördernden Substanzen können synergistisch zusammenwirken und so als Gesamtpaket einen größeren gesundheitlichen Nutzen haben, als dies die Summe der individuellen Komponenten könnte.

Gesunde, wohlschmeckende Lebensmittelwahl

Guter Geschmack, Gesundheit, Bequemlichkeit und Preis sind die typischen Kriterien, nach denen die europäischen Verbraucher ihre Lebensmittel auswählen. Getreidebasierte Produkte bieten bereits eine breite Auswahl an Lebensmitteln und spielen in der Esskultur in den verschiedenen europäischen Regionen eine wichtige Rolle. Obwohl Geschmack und gesundheitsfördernde Eigenschaften oft als gegensätzliche Faktoren in der Lebensmittelwahl angesehen werden, haben die Verbraucher heute doch die Möglichkeit gesunde Vollkornprodukte aus einem großen wohlschmeckendem Angebot zu wählen.

HEALTHGRAIN: Forschung in Europa

Vollkorngetreide bekommen nun die wohlverdiente Aufmerksamkeit. So arbeiten europäische Forscher beispielsweise im neuen von der EU-Kommission im 6. Forschungsrahmenprogramm geförderten HEALTHGRAIN Projekt zusammen, dessen Ziel es ist, den ernährungsphysiologischen Wert und die positiven Gesundheitseffekte von Getreideprodukten zu verbessern und Vollkorn besser in der modernen Ernährung zu nutzen. Das HEALTHGRAIN Projekt begann 2005. Es untersucht Verbrauchererwartungen und die sensorischen Eigenschaften von Getreideprodukten. Zudem werden neue Technologien entwickelt, welche die Produktion von Lebensmitteln ermöglichen, die gesundheitsfördernde Getreidebestandteile wie Ballaststoffe, Oligosaccharide und Phytochemikalien wie Phytoöstrogene (Lignine), Polyphenole und Antioxidantien beinhalten. Darüber hinaus wird die gesundheitliche Bedeutung dieser Komponenten, speziell bei der Regulierung des Blutzuckerspiegels und des Insulinhaushaltes untersucht. Das Projekt beinhaltet auch ein umfangreiches Kommunikationsprogramm, mit dem die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Vollkornlebensmitteln der europäischen Lebensmittelindustrie und Ernährungsexperten vermittelt werden soll.

Die wissenschaftlichen Untersuchungen werden auch gesundheitsbezogene Werbeaussagen aus Großbritannien, Schweden und den USA untermauern, die auf die Bedeutung von Vollkornlebensmitteln bei der Reduktion des Risikos für Herz-Kreislauf-Krankheiten und einigen Krebsarten hinweisen. Die physiologischen Effekte von Vollkorn und ihre Rolle bei der Verbesserung der Gesundheit werden bisher nur teilweise verstanden. Die neuen europäischen Studien werden dazu beitragen, die wichtigen Komponenten zu identifizieren und die biologischen Mechanismen hinter den beobachteten gesundheitsfördernden Effekten zu verstehen.

Literatur

  • HEALTHGRAIN EU Integrated Project 2005–2010. Exploiting bioactivity of European cereal grains for improved nutrition and health benefits. www.healthgrain.org
  • Jacobs D.R. Jr & Gallagher D.D. Whole grain intake and cardiovascular disease: a review. (2004) Current Atherosclerosis Reports 6, 415–423.
  • Liu S., Willett W.C., Manson J.E., Hu F.B., Rosner B. & Colditz G. Relation between changes in intakes of dietary fiber and grain products and changes in weight and development of obesity among middle-aged women. (2003) American Journal of Clinical Nutrition 78, 920–927.
  • Richardson D.P. Wholegrain health claims in Europe. (2003) Proceedings of the Nutrition Society 62, 161–169.
  • Slavin J. Why whole grains are protective: biological mechanisms. (2003) Proceedings of the Nutrition Society 62, 129–134.
  • Venn B.J. & Mann J.I. Cereal grains, legumes and diabetes. (2004) European Journal of Clinical Nutrition 58, 1443–1461.
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Letzte Aktualisierung der Website: 17/04/2014
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