Zum Besuch der EUFIC-Homepage hier klicken
Lebensmittelsicherheit & Qualität
Lebensmitteltechnologie
Food Risk Communication
Ernährung
Gesundheit & Lebensstil
Ernährungsbedingte Krankheiten
Consumer Insights
(Nur in Englisch)
Food for thought
(Nur in Englisch)
EU-Initiativen
(Teilübersetzt)
Im Rampenlicht
Energy Balance

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen Wir befolgen den HONcode Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen.
Kontrollieren Sie dies hier.



FOOD TODAY 06/2002

Konjugierte Linolsäuren (CLAs): Wunder-Nährstoffe?

Food TodayDie Vorstellung, dass so genannte konjugierte Linolsäuren (Conjugated Linoleic Acids, CLA) vor bestimmten Krebsarten und Herzkrankheiten schützen könnten, ist zwar angenehm, aber der aktuelle, viel versprechend Stand der Untersuchungen ist dennoch weit entfernt davon, eindeutig zu sein.

CLAs sind natürlich vorkommende, von Linolsäuren abgeleitete Bestandteile tierischer Lebensmittelprodukte. Man findet CLAs in Milchfett, Milchprodukten und dem Fleisch von Wiederkäuern (Rind, Schaf). Das Interesse am CLA-Anteil der Nahrung hat in letzter Zeit zugenommen, da einige Ergebnisse von Tierstudien auf einen potenziellen gesundheitlichen Nutzen hindeuten. Da die aktuellen Ernährungsempfehlungen einen reduzierten Verzehr von tierischem Fett propagieren, kommen zunehmend Fragen bezüglich eines möglichen Rückgangs der ernährungsbedingten CLA-Aufnahme sowie gesundheitlicher Auswirkungen auf.

Die Forschung auf dem Gebiet der CLAs wird in verschiedenen Bereichen vorangetrieben, darunter Krebs, Herzkrankheiten, Diabetes und Gewichtskontrolle. Die Beweislage ist allerdings in allen Bereichen noch nicht eindeutig.

Schutz vor Krebs

Frühe Untersuchungen an Tiermodellen zeigten, dass CLAs Krebsbildung und -wachstum hemmen können. Heute gibt es einige Hinweise, die darauf hindeuten, dass CLAs vor bestimmten Krebsarten schützen können. Die meisten Hinweise über die Auswirkungen von CLAs auf Brust-, Haut-, Leber- und Darmkrebs stammen allerdings aus Studien mit tierischem und menschlichem Gewebe. Obwohl klinische Studien begrenzt sind, haben aktuelle Arbeiten gezeigt, dass ein verringertes Brustkrebsrisiko mit einer gesteigerten Aufnahme von CLAs, einem erhöhten Verzehr von Käse und hohen Blutkonzentrationen an CLAs in Verbindung steht. Derartige Verbindungen sind allerdings nicht ausreichend als Beweis für einen Ursache-Wirkung Zusammenhang, und weitere Studien am Menschen sind notwendig, um diese viel versprechenden Ergebnisse weiter zu verfolgen.

Herz-Kreislaufkrankheiten

Einer der größten Risikofaktoren für einen Herzinfarkt sind überhöhte Blutfettwerte, insbesondere hohe Konzentrationen an LDL (low-density-lipoprotein)-Cholesterin (das „schlechte" Cholesterin). Die Spekulationen über den potenziellen Nutzen von CLAs wurden durch die Resultate von Tiermodellen angeregt, doch die begrenzte Anzahl an menschlichen Studien hat bislang nicht zu einem eindeutigen Nachweis der nützlichen Wirkung von CLA auf Blutfett und Arteriosklerose (Verhärtung der Arterien) geführt.

Diabetes

Die Häufigkeit der Typ II Diabetes (die Art, die normalerweise mit Übergewicht in Verbindung gebracht wird) nimmt in Europa in dramatischer Weise zu. Es gibt einige Hinweise für die Fähigkeit von CLAs, den Glukosestoffwechsel zu normalisieren. Obwohl auch hier die Forschungen noch lange nicht beweiskräftig sind, sind weiterführende Arbeiten wünschenswert.

Körperbau

Es hat sich gezeigt, dass CLAs den Körperbau von im Wachstum befindlichen Mäusen ändern können, indem der Energieverbrauch angekurbelt, Muskeln auf- und Fett abgebaut wird. Beim Menschen konnten ähnliche Effekte noch nicht nachgewiesen werden und sehr viel mehr Arbeit wird hier noch investiert werden müssen.

Quellen von CLAs

CLAs finden sich in fetthaltigen Lebensmitteln von Wiederkäuern, wie beispielsweise in Vollmilch und Milchprodukten sowie Fleisch. Es ist möglich, den CLA-Gehalt dieser Lebensmittel durch eine erhöhte Menge an pflanzlichen Ölen mit hohem Linolsäuregehalt (wie Sonnenblumen- und Sojaöl) im Kuhfutter zu steigern. Es hat sich herausgestellt, dass sich so der CLA-Gehalt der Milch erhöhen lässt. Außerdem wird der CLA-Gehalt der Milch erhöht, wenn die Kühe auf Weideland grasen, insbesondere wenn das Gras in einer frühen Wachstumsphase ist.

Weitere Forschung notwendig

Obwohl die Forschungsergebnisse vielversprechend erscheinen, lassen sich keine sicheren Folgerungen bezüglich des idealen CLA-Gehalts der Ernährung treffen, und bislang gibt es auch keine Ernährungsempfehlungen für die Aufnahme von CLAs. Eines der noch zu untersuchenden Gebiete, ist die Aufnahme von CLAs in großen Mengen. Wie bei vielen anderen Entdeckungen im sich ständig weiterentwickelnden Gebiet der Ernährung, ist auch hier noch weiterführende Forschung notwendig.

Literatur

  • Cannella C and Giusti AM (2000) Conjugated linoleic acid: a natural anticarcinogenic substance from animal food. Ital. J Food Sc, 12:123-27
  • Lawson, RE, Moss, AR & Givens, DI (2001) The role of dairy products in supplying conjugated linoleic acid to man's diet: a review. Nutrition Research Reviews 14, 153-172
  • Stanley, J & Hunter, K (2001) The wonder nutrient. Chemistry and Industry, 19th November, 729-731
Podcasts zum Thema
Gesunde Ernährung, Lebensmittelwahl, Omegas, Transfettsäuren , Fette, Ernährungsbedingte Krankheiten
Fettleibigkeit , Ernährungsbedingte Krankheiten, Herz-Kreislauf-Erkrankung, Fette
ÜBER EUFIC
EUFIC, das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel, ist eine gemeinnützige Organisation, die den Medien, Gesundheits- und Ernährungsfachleuten, Erziehern und meinungsbildenden Einrichtungen wissenschaftlich fundierte Informationen über Nahrungsmittelsicherheit und -qualität sowie Gesundheit und Ernährung auf eine für Konsumenten verständliche Weise liefert.

Weiterlesen
Letzte Aktualisierung der Website: 15/07/2014
Alle Suchergebnisse anzeigen