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FOOD TODAY 02/2003

Neuer Schwerpunkt in der Zahnhygiene

Food TodayDas Auftreten von Karies bei Kindern und Jugendlichen ist während der letzten drei Jahrzehnte kontinuierlich zurückgegangen, obwohl der durchschnittliche Zuckerverzehr in etwa gleich geblieben ist. Welche Faktoren sind für diese positive Entwicklung verantwortlich? Offensichtlich ist dies der Verdienst von verbesserter Zahnhygiene (vermehrtes Zähneputzen und der Einsatz von Zahnseide) und Fluorid.

Karies

Karies resultiert aus dem Zusammentreffen verschiedener Faktoren. Der erste ist ein für Karies anfälliger Zahn. Der zweite ist Zahnbelag, d. h. Bakterien, die Kohlenhydrate in Säuren umsetzen, welche wiederum den Zahnschmelz zerfressen. Und schließlich müssen Kohlenhydrate als Nahrung für diese Bakterien vorhanden sein. Außerdem muss genügend Zeit für die Demineralisierung (Auflösen des Zahnschmelzes) zur Verfügung stehen und zu wenig Zeit für die körpereigenen Verteidigungsmechanismen, die den Zahn „remineralisieren“ und so den Schaden reparieren könnten.

Jeder dieser Faktoren wird wiederum von anderen Faktoren beeinflusst. Beispielsweise trägt die Anwesenheit von Fluorid zur Remineralisierung bei und verändert die Zahnstruktur. Das Nettoergebnis ist eine Zahnstruktur, die weniger anfällig für Karies ist. Die Frequenz der Nahrungsaufnahme ist auch entscheidend, denn je häufiger Lebensmittel verzehrt werden, desto häufiger können die Bakterien Kohlenhydrate fermentieren. Der Speichel spielt auch eine wichtige Rolle, da er die Säuren verdünnt, Mineralien zur Remineralisierung liefert und dazu beiträgt, dass die Speisereste schnell aus dem Mund befördert werden.

Ernährungsbedingte Faktoren

Die Auswirkung der Ernährung auf die Entwicklung von Karies ist nicht so eindeutig wie viele Menschen glauben. Obwohl ein direkter Zusammenhang zwischen der Aufnahme von Kohlenhydraten und Karies nachgewiesen werden konnte, ist ein direkter Zusammenhang von Zuckerverzehr und Karies in den meisten europäischen Ländern nicht gegeben. So gibt es viele Menschen, die regelmäßig relativ große Mengen Zucker zu sich nehmen und trotzdem wenig Karies haben.

In einer holländischen Studie hat man herausgefunden, dass die Aufenthaltsdauer der Lebensmittel an und um die Zähne für die Kariesbildung wichtiger ist als der Zuckergehalt der Lebensmittel. Die Wissenschaftler verglichen Zuckerlösungen mit Mahlzeiten und Snacks. Dabei fanden sie heraus, dass kohlenhydrathaltige Lebensmittel, die an und um die Zähne herum kleben bleiben, eher Karies verursachen als Zuckerlösungen. Diese Lebensmittel werden dabei von uns nicht unbedingt als „klebrig“ eingeschätzt – Sahnebonbons beispielsweise lösen sich rasch auf und verschwinden schneller aus dem Mund als einige stärkehaltige Lebensmittel.

The major emphasis on sugar and sugar-containing foods as being implicated in tooth decay has also changed. It is now known that many other carbohydrate-containing foods that were traditionally believed to be “tooth-friendly”, such as bread, have the potential to contribute to tooth decay. For example, starchy foods (such as bread) lead to the production of acid by plaque bacteria and all fruit has the potential to cause tooth decay yet we should continue to eat these foods for pleasure and because of their health benefits.

Die Fokussierung auf Zucker und zuckerhaltige Lebensmittel als Hauptverursacher von Karies hat sich ebenfalls gewandelt. Man weiß heute, dass viele andere kohlenhydrathaltige Lebensmittel, von denen man bisher glaubte, sie seien „zahnfreundlich“, wie zum Beispiel Brot, potenziell zur Entstehung von Karies beitragen können. Beispielsweise tragen stärkehaltige Lebensmittel (wie Brot) zur Produktion von Säuren durch Zahnbelagsbakterien bei, und alle Obstsorten können potenziell zu Karies führen. Dennoch sollten wir diese Lebensmittel weiterhin essen, weil sie gut schmecken und gesundheitlichen Nutzen haben.

Die Hauptfluoridquelle in der Ernährung stellt Trinkwasser mit einem Fluoridgehalt zwischen 0,05-14 ppm dar. Fluorid ist in Lebensmitteln allgegenwärtig, die besten Quellen sind Tee und kleine Meeresfische, die mitsamt Gräten verzehrt werden (z.B. Sardellen).

Karies verhindern

Gute Zahnhygiene und der Einsatz von Fluorid gelten als die Hauptfaktoren wenn es darum geht, Karies zu verhindern. Die folgenden Tipps helfen, Zähne Karies-frei zu halten:
§ Fangen Sie früh mit der Zahnpflege an – mit dem Zähneputzen sollte man beginnen sobald die ersten Milchzähne erscheinen. Lassen Sie es nicht zur Gewohnheit werden, dass Kleinkinder einschlafen, während sie ein Flasche Milch, Saft oder ein anderes gesüßtes Getränk trinken. Der Zucker bleibt für eine lange Zeit im Mund und es kann zum „Flaschenkaries“ kommen.
§ Putzen Sie die Zähne zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahnpasta und reinigen Sie die Zahnzwischenräume einmal täglich mit Zahnseide oder Zahnstochern. Essen Sie nichts mehr zwischen dem Zähneputzen und dem Zubettgehen, da der Speichelfluss während des Schlafs nachlässt.

  • Zuckerfreies Kaugummi hat sich als „zahnfreundlich“ erwiesen, da es den Speichelfluss anregt und Speisereste aus dem Mund entfernt.
  • Wie oft man isst und trinkt ist entscheidend. Man sollte zwischen den Mahlzeiten genug Zeit lassen, damit der Speichel die Säuren neutralisieren kann. Daher sollte man es vermeiden pausenlos zu naschen oder an Getränken zu nippen.
  • Ernährungsberatung sollte sowohl Hinweise zur guten Ernährung, als auch Ratschlägen über gesundes Essverhalten beinhalten.

Literatur

  • Van Loveren C., Diet and Dental Caries: cariogenicity may depend more on oral hygiene using fluorides than on diet or type of carbohydrates. Eur. J. Paed. Dentistry, June 2000, 1 (2)
  • Nutrition, Diet and Oral Health for the 21st Century. Inter Dental J., 6/01, Suppl.
  • Konig, KG. Diet and Oral Health. Inter. Dental J., 2000, 50, 162-174

Welche Arten von Kohlenhydraten können Karies verursachen?

Die “extrinsische” und “intrinsische” Zuckerdiskussion Viele Leute sind verwirrt, welche Arten von Kohlenhydraten von Bakterien umgesetzt werden und so Karies verursachen können und welche nicht. Einige Wissenschaftler haben noch zusätzlich Verwirrung gestiftet, indem sie Zucker in „intrinsisch“ und „extrinsisch“ unterteilt haben. Als „intrinsisch“ werden solche Zucker bezeichnet, die natürlicherweise in der Zellstruktur der Lebensmittel vorkommen, also vorwiegend in Obst und Gemüse. Als „extrinsisch“ werden freie oder den Lebensmitteln zugesetzte Zucker bezeichnet. Diese Gruppe wird weiter unterteilt in Milchzucker (Laktose) und Nicht-Milch Zucker, wie Fruchtsäfte, Honig und Zuckerzusätze. Studien haben gezeigt, dass Bakterien sowohl intrinsische als auch extrinsische Zucker umsetzen können, also können alle kohlenhydrathaltigen Lebensmittel zu Karies führen. Eine gesunde Ernährung und eine gute Mundhygiene sind die beste Methode, die Zähne zu schützen und die allgemeine Gesundheit zu fördern.

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Letzte Aktualisierung der Website: 22/08/2014
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