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FOOD TODAY 05/2007

Adipositasprävention im Kindesalter – Erkenntnisse aus früheren Studien (4/4)

Food TodayDies ist der letzte Artikel einer Serie, der sich mit Maßnahmen  zur Prävention von Übergewicht und Fettsucht bei Kindern befasst. Die Erkenntnisse aus den bisherigen Interventionsstudien sollen  zur Verbesserung zukünftiger Präventionsmaßnahmen dienen.
In letzter Zeit wurden umfangreiche Auswertungen von Interventionsstudien durchgeführt, um  optimale Verfahren  (best practice) zur Prävention von  Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen zu ermitteln.1,2 Allerdings kamen diese Expertenberichte  zu keinem  konkreten Modell für zukünftige Interventionsmaßnahmen. Dies überrascht angesichts der Unterschiede hinsichtlich Ausmaß und Gestaltung der diversen Interventionsstudien nicht. Trotzdem wurden einige Hauptgesichtspunkte aufgezeigt, die für zukünftige Programme zur Prävention von Fettleibigkeit im Kindesalter wegweisend sind.
 
Sportliche Betätigung
 
Jede Maßnahme zur Gewichtsabnahme bei Kindern sollte sich auf eine gesunde Ernährung, einen aktiven Lebensstil und ein positives Selbstwertgefühl konzentrieren, und nicht auf Gewichtsabnahme oder das Erreichen des Idealgewichts.1 Dies ist wichtig, um Abmagerung und ungesunden Schlankheitskuren vorzubeugen und um die Stigmatisierung von bereits übergewichtigen Kindern zu verhindern. Die Expertenberichte zeigen, dass sportliche Betätigung eine entscheidende Komponente jeder Intervention zur Gewichtsabnahme darstellt. Auch eine Verkürzung der Zeit, die sitzend verbracht wird, wurde als positiv bewertet. Unter anderem betonten Doak et al.2 den Erfolg von Interventionen, die darauf abzielten, die Zeit zu verkürzen, die Kinder vor dem Fernseher verbringen, und schlugen vor, diese Komponente auch in den Fällen mit einzubeziehen, in denen Kinder übermäßig lange fernsehen oder sich mit Videospielen beschäftigen.
 
Einbindung der Interessenvertreter
 
Es gibt keine allgemein gültige Maßnahme zur Prävention von Fettleibigkeit, da jede Situation eine andere Behandlung erfordert. Die erfolgreichsten Maßnahmen zeichnen sich dadurch aus, dass sie das Interventionsprogramm spezifisch auf die Bedürfnisse jedes Kindes zuschneiden (in Bezug auf Alter, Geschlecht und ethnische Abstammung), die gegebenen Möglichkeiten und Fachkenntnisse kreativ einbinden und insbesondere auch die Meinung der Interessenvertreter in die Entwicklung des Programms, seiner Ausführung und der Auswertung einfließen lassen. Interessenvertreter sind Personen, wie Kinder, Lehrer, Eltern und Gemeinschaftsvertreter, die von dem Interventionsprogramm direkt betroffen sind. Durch ihre Mitarbeit wird erreicht, dass das Programm auf spezifische Bedürfnisse zugeschnitten wird und dass durch die persönliche Einbindung ein Wille zum Erfolg entsteht. Die Einbindung der Interessenvertreter ist besonders bei Programmen für Minderheiten wichtig.
 
Ausmaß und Rahmen
 
Schulen haben sich als die entscheidende Einrichtung erwiesen, an der für ein gesundes Körpergewicht geworben wird, denn dort ist die Mehrheit der Kinder erreichbar.1,2 Schulen sind nicht nur Orte, an denen Kinder in gesunder Lebensführung unterrichtet werden können, sondern hier besteht auch die Möglichkeit, praktische, positive Veränderungen in punkto Ernährung herbeizuführen. Dies wird erreicht, indem in der Kantine gesunde Gerichte angeboten und Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung während des Unterrichts, in Pausen und in Veranstaltungen außerhalb der Schulzeit geschaffen werden. Im Idealfall ist die Schule ein Knotenpunkt für weitere Programme, die die Familie und die Gemeinschaft insgesamt mit einschließen. Der Einfluss von Eltern und anderen Familienangehörigen darf nicht unterschätzt werden, und Eltern sollten aktiv in das Programm aufgenommen werden.
Auf ähnliche Art und Weise sollte die weitere Gesellschaft einbezogen werden, um Fähigkeiten, Wissen und Ressourcen zur Bewältigung bekannter Gesundheitsprobleme zu nutzen.  
 
Es kommt auf die Vorgehensweise an
 
Unter anderem hebt Flynn 1hervor, dass insbesondere die persönlichen Charaktereigenschaften des Programmleiters oder der Mitarbeiter einer Einrichtung einen wichtigen Einfluss auf den Erfolg des Programms haben. Zu den wichtigen Eigenschaften gehören gute Kommunikations- und Motivationsfähigkeit, kulturelle Kompatibilität und die Verkörperung eines positiven Vorbilds. Die Eigenschaften des Programmleiters sollten deshalb bereits während der Ausarbeitung der Intervention bedacht werden.
 
In Richtung positiver Wechsel
 
Die große Mehrheit der derzeitigen Studien zeigt eine rasche Verbesserung, und es gibt kaum Anzeichen dafür, dass die Kampagne für ein gesundes Körpergewicht unter Kindern negative Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl bereits übergewichtiger und fettleibiger Kinder hat und zur Stigmatisierung dieser Gruppe führt.1,2 Unter anderem Flynn 1 deutet an, dass großflächige Programme zur Prävention von Fettleibigkeit bei Kindern Ressourcen maximieren können, denn
durch dieselben Vorbeugemaßnahmen werden andere chronische Krankheiten, wie Herzleiden und Krebs, gleichzeitig bekämpft.
 
Referenzen
 
1. Flynn M.A.T. et al (2006). Reducing obesity and related chronic disease risk in children and youth: a syntheses of evidence with best practice recommendations. Obesity Reviews 7 (suppl 1): 7-66
2. Doak C.M. et al (2006). The prevention of overweight and obesity in children and adolescents: a review of interventions and programmes. Obesity Reviews 7: 111-136
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EUFIC, das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel, ist eine gemeinnützige Organisation, die den Medien, Gesundheits- und Ernährungsfachleuten, Erziehern und meinungsbildenden Einrichtungen wissenschaftlich fundierte Informationen über Nahrungsmittelsicherheit und -qualität sowie Gesundheit und Ernährung auf eine für Konsumenten verständliche Weise liefert.

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Letzte Aktualisierung der Website: 23/04/2014
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