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FOOD TODAY 03/2007

Fettleibigkeit bei Kindern vorbeugen – das Umfeld prüfen (3/4)

Food TodayBislang haben wir im Rahmen dieser Artikelserie über die Kernbotschaften zur grundlegenden Prävention von Fettleibigkeit bei Kindern diskutiert und haben aufgezeigt, wie Alter, Geschlecht und ethnische Zugehörigkeit der jungen Zielgruppe das Ergebnis beeinflussen. Nun beleuchten wir den Einfluss des Umfelds auf den Erfolg eines Programms.
Unterschiedliche Milieus, wie etwa das Zuhause, die Schule, Vereine usw. haben ihre eigenen, definierten Strukturen und stellen zugängliche Kanäle und Mechanismen bereit, um bestimmte Bevölkerungsteile zu erreichen. Jedoch leben Menschen nicht ausschließlich in nur einem Umfeld, ihr Leben erstreckt sich über viele Areale. Daher sind Interventionen, die mehr als ein Umfeld einbinden, wahrscheinlich wirksamer als diejenigen, die sich nur auf ein Milieu konzentrieren.1
 
Der schulbezogene Ansatz
 
Die große Mehrheit der Studien zur Prävention von Fettleibigkeit richteten sich speziell an Schulkinder. Das Umfeld „Schule“ zu wählen, bietet zahlreiche Vorteile:
• Er erreicht die Mehrzahl der Kinder in einer Population
• Kinder verbringen eine beträchtliche Menge an Zeit in der Schule
• Es ist möglich, Unterrichtseinheiten zu Gesundheit und Lebensführung in einen bestehenden Lehrplan einzubinden
• Es besteht die Chance, gesundheitsfördernde Rahmenbedingungen anzubieten, indem eine gesunde Essensauswahl sowie besserer Zugang zu Sport und andere aktive Beschäftigungen bereitgestellt werden.
• Die Schule kann als Drehscheibe für gemeinschaftliche Aktivitäten und Einbindung in die Gemeinschaft dienen
 
Obwohl sich einige erfolgreiche schulbezogene Studien ausschließlich auf das schulische Umfeld beschränken, konzentrierten sich zum Beispiel Dwyer T. et al  darauf, ein extra Fitnesstraining während der Unterrichtsstunden einzugliedern; die meisten zielten auch darauf ab, das Gesundheitsverhalten wie Essgewohnheiten und Freizeitverhalten außerhalb der Schulstunden zu beeinflussen.2 Etwa die Hälfte der Studien haben dies rein über die Erziehung der Kinder in der Schule 3,4 durchgeführt und überließen es den Kindern, dieses Wissen zu Hause und beim Spielen anzuwenden, während die andere Hälfte aktiv die Eltern 5,6 und/oder das weitere Umfeld auf die eine oder andere Art einbezog.7
 
Zu Hause und Familie
 
Zur Zeit gibt es wenig Beweise, die die Bedeutung des familiären und heimischen Umfelds bei Fettleibigkeitspräventionsprogrammen belegen 1,8. Aber das ist vor allem so, weil die Einbeziehung der Eltern von Studie zu Studie variiert und nur schwer vergleichbar ist. Vieles deutet jedoch darauf hin, dass der Ansatz, Eltern als treibende Kraft einzubeziehen effektiver beim Umgang mit Übergewicht im Kindesalter ist als ein „ausschließlich“ kindbezogener Ansatz.9 Die umfangreiche Pathway-Studie 10 mit Indianerkindern in Amerika zeigte auf, dass „die Familie stärker einzubinden“ die Hauptlehre war, die daraus gezogen wurde und dass sich erfolgreiche Programme zur Prävention von Fettleibigkeit mit umgebungsbedingten und sozioökonomischen Faktoren befassen müssen, die über die Schulumgebung hinausgehen. Expertenberichte empfehlen beispielsweise, dass künftige Interventionen sich mit psychologischen und umweltbedingten Einflüssen des häuslichen Umfelds befassen müssen – durch Erziehung und aktive Einbindung der Eltern.1,8 Insbesondere neue Studien zeigen, dass Fernsehen sich auf das Risiko auswirkt, dass Kinder im späteren Leben Stoffwechsel- oder Herzkreislauf-Erkrankungen entwickeln, unabhängig von ihrem Grad an Aktivität.11 Deshalb betonen einige Experten, dass es notwendig sei exzessives Fernsehen einzuschränken und gleichzeitig körperliche Aktivitäten zu fördern : Auf diesem Gebiet sind neue Studien erforderlich, in deren Rahmen Eltern eine wichtige Rolle spielen könnten.12
 
Die Einbeziehung des gesamten Umfelds
 
Die Entwicklung von zuträglichen Umgebungsbedingungen – Aktivitätsgrad steigern und gesundes Essen fördern – ist ebenfalls entscheidend. Umfeldstrategien müssen Gemeinschaftseigentum und Gemeinschaftsbindung aufbauen, indem sie lokale Interessengruppen einbeziehen. Hiermit ist es möglich, allgemeingültige Werte und Bedürfnisse zu berücksichtigen, Vertrauen und Miteinander zu schaffen, Konflikte einzuschränken und die Qualität von Entscheidungen zu verbessern. Zwei Kleinstädte in Nord-Frankreich, Fleurbaix und Laventie, testeten einen derartigen Gemeinschaftsansatz und führten ein Gesundheitstraining mit 3.000 Einwohnern durch, darunter Erwachsene und Kinder.13 Im Anschluss an eine Befragung wurde individuelle Beratung bezüglich Ernährung und Aktivität erteilt (für Erwachsene zudem das Thema Rauchen betreffend). Resonanz über Fortschritte der Testpersonen bezüglich Gewicht, Blutdruck und andere Gesundheitsziele wurden in „persönlichen Gesundheitspässen“ vermerkt. Die gesamte Gemeinde akzeptierte das Programm; erreicht wurde dies mit Einbindung der Gemeindevorsteher und -organisationen auf allen Ebenen. Der Erfolg dieser Studie, was Gewicht und andere Gesundheits-parameter betrifft, ist noch nicht bekannt.
 
Zusammenfassung
 
Basierend auf dem derzeitigen Kenntnisstand, bieten Schulen ein gutes Umfeld zur grundlegenden Prävention der Fettleibigkeit bei Kindern.1,8 Der Mangel an Ergebnissen, was das häusliche Umfeld als Ort für Präventionsmaßnahmen betrifft, ergibt sich größtenteils durch den schwierigen Zugang, aber Eltern und Fürsorger dürfen dabei nicht ausgeschlossen werden. Sie sind eine wichtige Ressource, um Kinder beim Ändern ihres Ess-, Bewegungs- und Fernsehverhaltens zu unterstützen. Gleichermaßen wenige Studien wurden speziell in der Gemeinschaft angelegt, aber Programme, bei denen Gemeinschaftsunterstützung und –bindung erreicht wurden, wie bei der französischen Studie ICAPS (Intervention centred on adolescents’ physical activity and sedentary behaviour) 7 und bei der Studie Fleurbaix/Laventie 13, sind äußerst viel versprechend. Schulbezogene Studien, die aktiv das Einbinden von Eltern fördern und Unterstützung der Gemeinschaft suchen, scheinen der richtige Weg vorwärts zu sein.
 
Literaturhinweise
 
1. Flynn MAT (2006) Reducing obesity and related chronic disease risk in children and youth: a syntheses of evidence with best practice recommendations. Obesity Reviews 7 (suppl 1): 7-66
2. Dwyer T et al. (1983) An investigation of the effects of daily physical activity on the health of primary school students in South Australia. International Journal of Epidemiology 12: 308-313
3. Gortmaker SL et al. (1999) Reducing obesity via a school-based interdisciplinary intervention among youth: Planet Health. Archives of Pediatric Adolescent Medicine 153:409-418
4. James J et al. (2004) Preventing childhood obesity by reducing consumption of carbonated drinks: cluster randomised controlled trial. British Medical Journal 328: 1237
5. Manios Y et al. (1999) Evaluation of a health and nutrition education program in primary school children in Crete over a three-year period. Preventative Medicine 28:149-159
6. Webber LS et al. (1996) Cardiovascular risk factors among children after a 2_ year intervention – the Catch study. Preventative Medicine 25:432-441
7. Simon C et al. (2004) Intervention centred on adolescents’ physical activity and sedentary behaviour (ICAPS): concept and 6-month results. International Journal of Obesity 28( Suppl 3): S96- 8
8. Doak CM, Visscher TLS, Renders CM & Siedell JC (2006) The prevention of overweight and obesity in children and adolescents: a review of interventions and programmes. Obesity Reviews 7: 111-136
9. Golan M et al. (1998) Role of behaviour modification in the treatment of childhood obesity with the parents as the exclusive agents of change. International Journal of Obesity and Related Metabolic Disorders 22:1217-1224
10. Caballero B et al (2003) Pathways: a school-based randomised controlled trial for the prevention of obesity in American Indian schoolchildren The American Journal of Clinical Nutrition 78:1030-1038
11. Ekelund U, Brage S, Froberg K, Harro M, Anderssen SA, et al. (2006) TV viewing and physical activity are independently associated with metabolic risk in children: The European youth heart study. PLoS Med 3(12): e488.
12. Prentice A, Jebb S (2006) TV and Inactivity Are Separate Contributors to Metabolic Risk Factors in Children. http://medicine.plosjournals.org/perlserv/?request=get-document&doi=10.1371/ journal.pmed.0030481.     
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Letzte Aktualisierung der Website: 17/04/2014
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