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FOOD TODAY 12/2006

Fettleibigkeit bei Kindern vorbeugen – prüfen, welche Initiative wirkt (2/4)

Food Today
Programme zur Prävention von Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern, die sich darauf konzentrieren, das Ernährungsverhalten zu ändern, die körperliche Aktivität zu steigern oder sitzende Tätigkeiten zu reduzieren, liefen etliche Jahre in Ländern auf der ganzen Welt. Viel versprechende Ergebnisse haben dabei nützliche Daten für die Entwicklung zukünftiger Initiativen geliefert. Dies ist der zweite Artikel einer Reihe, die die aktuelle Forschung zur Prävention von Fettleibigkeit bei Kindern diskutiert.
 

Die Ernährungsweise

Fettleibigkeitspräventionsprogramme, die Kinder generell als Zielgruppe haben, können keine Ernährungskur beinhalten, die speziell darauf abzielt, die Kalorienaufnahme zu reduzieren. Denn das könnte zu einer ungewollten Gewichtsabnahme bei nicht übergewichtigen Kindern führen. Idealerweise würde jedes öffentliche Gesundheitsprogramm darauf abzielen, beides, Über- und Untergewicht, bei Kindern zu senken. Folglich haben Studien versucht die allgemeine „Gesundheit“ der Ernährungsweise zu verbessern, beispielsweise durch die Reduzierung der Fettaufnahme(1), mehr Frucht- und Gemüseportionen (2) oder den verminderten Verzehr von kohlensäurehaltigen Getränken (3).

 

Körperliche Aktivität in der Schule

Die Anforderungen der modernen Schullehrpläne machen es schwierig, zusätzliche körperliche Aktivitäten einzubinden, da Befürchtungen bestehen, dies könnte einen negativen Einfluss auf die akademischen Leistungen haben. Eine Grundschulstudie in Australien, in deren Rahmen 1 1/4 Stunden Fitnesstraining pro Tag eingeführt wurden, konnte jedoch keinen Nachlass der akademischen Leistungsfähigkeit (bewertet anhand von Rechen- und Lesetests) verzeichnen, trotz 40-60 Minuten weniger offiziellem Unterricht pro Tag (4). Die Studie zeigte verbessertes körperliches Arbeitsvermögen und eine signifikante Abnahme des Körperfettes im Vergleich zu Kindern, die dem normalen physischen Erziehungsprogramm folgten. Dieses Programm wurde seitdem bei 60% der Grundschulen in Südaustralien eingeführt. An weiterführenden Schulen, an denen der Prüfungsdruck hoch ist, wurde noch nichts Vergleichbares gemessen.

 

Körperliche Aktivität in der Freizeit

Aktivitäten in der Freizeit sind ebenso wichtig, besonders für ältere Kinder, die beginnen, ihre freie Zeit selbst zu gestalten. Die laufende französische Studie ICAPS (5) etwa hat ihren Schwerpunkt darauf gelegt, die körperliche Aktivität von Jugendlichen in der Freizeit und im täglichen Leben zu steigern. Bei der Interventionsgruppe kamen Diskussionsrunden im Klassenzimmer und erzieherische Aktivitäten zum Einsatz, um positive Einstellungen gegenüber sportlichen Übungen zu entwickeln. Zudem wurden in Pausenzeiten und nach der Schule Schnupperstunden mit attraktivem Aktionsprogramm angeboten. Die Ausweitung des Schulbusservices (flexible Zeitplanung) und die Einrichtung von Zeiten und Orten für die Aktivitäten waren eine geeignete Unterstützung. Im Mittelpunkt stand dabei stets, Spaß zu haben, kontaktfreudig zu sein und Freundschaften in einem nicht konkurrenzbetonten Umfeld zu schließen. Nach 6 Monaten Intervention war der Anteil an Jungen, ebenso wie der Anteil an Mädchen, die in körperliche Aktivitäten während der Freizeit eingebunden waren, signifikant erhöht. Bei der Kontrollgruppe hingegen blieb er unverändert. Nach zwei Jahren waren in der „Aktionsgruppe“ 20 Prozent weniger übergewichtige Kinder als in der Kontrollgruppe. Andere Studien haben einen ähnlichen Ansatz der Schulklassenerziehung und der Unterstützung des Klassengemeinschaft einbezogen, um Jugendliche zu motivieren, im täglichen Leben aktiver zu sein.

 

Sitzende Tätigkeiten

Einige der erfolgreichsten Studien haben daran gearbeitet, die Anzahl an Stunden, die mit sitzendenden Tätigkeiten verbracht werden, zu reduzieren. Eine kleine Studie in den USA bot 8- und 9-jährigen Kindern an einer Schule einen auf sechs Monate konzipierten, 18 Stunden umfassenden Lehrplan an, der sich auf die Reduzierung von Fernsehen und Computerspielen konzentrierte (6). Im Vergleich mit einer passenden Kontrollschule hatten die teilnehmenden Kinder einen geringeren durchschnittlichen Bodymaßindex (Messung des Gewichtes in Relation zur Größe) und weniger Unterhautfett. Eltern berichteten auch über Abnahmen des Fernsehkonsums. Bei älteren Kindern hat sich bislang keine Studie ausschließlich auf die Reduzierung des Fernsehkonsums konzentriert. Jedoch ergab die Studie „Planet Health“ in den USA, dass Fernsehen und Fettleibigkeit einen klaren Zusammenhang bei heranwachsenden Mädchen (aber nicht bei Jungs) aufweisen. Jede Stunde, um die der Fernsehkonsum reduziert wurde, resultierte in einer 15-prozentigen Abnahme des Fettleibigkeitsrisikos. Die oben genannte ICAPS Studie (5) hat bei Jugendlichen, die mehr als 3 Stunden pro Tag ferngesehen haben, eine Abnahme festgestellt, jedoch erneut mit größerem Erfolg bei Mädchen als bei Jungen.

 

Literaturhinweise

 

  1. Caballero B et al (2003) Pathways: a school-based randomised controlled trial for the prevention of obesity in American Indian schoolchildren The American Journal of Clinical Nutrition 78:1030-1038
  2. Gortmaker SL et al (1999) Reducing obesity via a school-based interdisciplinary intervention among youth: Planet Health. Archives of Pediatric Adolescent Medicine 153:409-418
  3. James J et al (2004) Preventing childhood obesity by reducing consumption of carbonated drinks: cluster randomised controlled trial. British Medical Journal 328: 1237
  4. Dwyer T et al (1983) An investigation of the effects of daily physical activity on the health of primary school students in South Australia. International Journal of Epidemiology 12:308-313
  5. Simon C et al (2004) Intervention centred on adolescents’ physical activity and sedentary behaviour (ICAPS): concept and 6-month results. International Journal of Obesity 28:(Supplement 3) S96-S103
  6. Robinson TN (1999) Reducing children’s television viewing to prevent obesity. Journal of the American Medical Association 282:1561-1567
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Letzte Aktualisierung der Website: 17/04/2014
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