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Syndrom X: der Lebensstil schlägt wieder zu

37_2_bigSyndrom X – es klingt wie eine Furcht erregende Krankheit im Zusammenhang mit Außerirdischen und Science-Fiction-Filmen, aber diese Krankheit betrifft tatsächlich mehr und mehr Europäer. Syndrom X, auch bekannt als metabolisches Syndrom oder Insulinresistenz-Syndrom, wird mit zunehmend verbreiteter Fettleibigkeit und abnehmender körperlicher Aktivität in Zusammenhang gebracht.

Syndrom X wird diagnostiziert, wenn eine Person drei oder mehr der folgenden Merkmale aufweist: Fettleibigkeit vor allem am Bauch, hohe Triglyceridwerte, niedrige Werte für HDL (high-density lipoprotein) Cholesterin, hoher Blutdruck und hoch bleibende Blutzuckerwerte. Menschen, die das Syndrom X aufweisen, haben ein größeres Risiko für Diabetes Typ II und Herzkrankheiten. Betroffene haben auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, frühzeitig an Herzkrankheiten oder anderen Folgen zu sterben.

Insulinresistenz: Der Schlüssel zum Syndrom X

Unter normalen Bedingungen sorgt ein Hormon namens Insulin dafür, dass Blutzucker in die Körperzellen gelangt, wo er zur Energiegewinnung genutzt wird. Wenn jedoch normale Mengen von Insulin nicht in der Lage sind, den Blutzucker in die Zellen zu transportieren, liegt eine Insulinresistenz vor. Mit anderen Worten, die Zellen verweigern sich der Insulinaktivität und der Zucker kann nicht in die Zellen gelangen. Wenn dies geschieht, muss die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin produzieren, um den normalen Blutzuckerspiegel zu halten. Auch wenn Personen mit Syndrom X höhere Glukosewerte in ihrem Blut aufweisen, liegen diese noch im normalen Bereich und sie sind nicht diabetisch.
Was verursacht Insulinresistenz? Die Antwort liegt noch immer im Dunkeln, aber es wird geschätzt, dass Insulinresistenz in ungefähr der Hälfte aller Fälle mit genetischer Veranlagung zusammenhängt. Allerdings wird Insulinresistenz auch durch solche Faktoren verursacht, die wir beeinflussen können: Körpergewicht (insbesondere Körperfett am Bauch) und Fitness-Grad.

Insulinresistenz, Fettsucht und Fitness-Grad

Fettsucht erhöht die Wahrscheinlichkeit für Insulin-Resistenz erheblich. Diätische Maßnahmen, dem Symptom X vorzubeugen, oder es zu behandeln, variieren abhängig von den individuellen Symptomen. Aber fast alle Fachleute sind sich darin einig, dass die Symptome durch Gewichtsreduktion – selbst wenn es nur zehn Prozent sind – und mehr körperliche Aktivität wesentlich gebessert werden können.
Körperliche Betätigung ist sehr wichtig, weil die Muskelmasse den größten Gewebeanteil im Körper stellt — 30 bis 40 Prozent des Körpers bestehen aus Muskeln – und sie der Hauptverbraucher von Glukose ist. Ein inaktiver Muskel ist nicht so empfindlich gegenüber Insulin.

Viele Experten empfehlen, dass man mehrmals pro Woche mindestens 30 Minuten täglich moderat körperlich aktiv sein sollte. Einfach weniger zu sitzen kann auch helfen. Zum Beispiel die Treppe an Stelle des Aufzugs zu nehmen; die Fernbedienung liegen zu lassen oder beim Fernsehen 30 Minuten am Tag zu stehen anstatt die ganze Zeit zu sitzen.

Langfristige Behandlung

Wie andere chronische Krankheiten ist Syndrom X eine komplexe, durch den Lebensstil verursachte Krankheit. Ein erster Schritte zu ihrer Behandlung: Essen Sie weniger und trotzdem abwechslungsreich, bewegen Sie sich mehr. Diese Verhaltsweisen müssen Bestandteil des alltäglichen Lebens sein und in der Gesellschaft verbreitet werden, um effektiv zu sein.

KLINISCHE PARAMETER DES SYNDROM X

Syndrom X liegt vor, wenn drei oder mehr der in der Tabelle aufgeführten Risikofaktoren zutreffen.

Risikofaktor Grenzwert
Fettleibigkeit, vor allem am Bauch Taillen-Umfang Männer: > 102 cm Frauen: > 88 cm
Hohe Triglyceridwerte > = 150 mg/dl
Niedrige HDL-Werte Männer: = < 40 mg/dl
Frauen: :<= 50 mg/dl
Hoher Blutdruck > = 140/ > = 90mmHg
Ständig hohe Blutzuckerwerte > = 110mg/dl

Für weitere Informationen:

  • Hill J and Horton E, eds (2000). Contributing factors to insulin resistance. An ILSI North America Workshop. Nutrition Reviews, 58; S1-S26.
  • Astrup A and Finer N (2000) Redefining type 2 diabetes: 'Diabesity' or 'Obesity Dependent Diabetes Mellitus'. Obesity Reviews, 1; 57-59.
  • The Metabolic Syndrome: Where Are We and Where Do We Go? A brief critical Review, Nutrition Reviews, vol. 60, p335.

FOOD TODAY 04/2003

Quelle: Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel

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FAQ
Dürfen Diabetiker Hülsenfrüchte essen? Erhöht Koffein das Herzinfarktrisiko? Führt der Konsum von Butter zu erhöhten Cholesterinwerten? Gibt es einen nützlichen Zusammenhang zwischen konjugierter Linolsäure und hohem Blutdruck? Haben Obst und Gemüse die gleichen Ernährungsqualitäten in rohem wie in gekochtem Zustand? Hat Reis weniger Kalorien als Nudeln? Ich habe einen erhöhten Cholesterinwert, wie viele Eier kann ich pro Woche essen? Ist es „normal“ als Erwachsener Milch zu trinken? Ist es schlecht, zwischen den Mahlzeiten zu essen? Ist Sport für die Gewichtskontrolle nutzlos? Kann Bluthochdruck durch eine angemessene Ernährung gesenkt werden? Kann Fisch Fleisch ersetzen? Kann ich aus der Tatsache, dass 6 Wochen täglicher sportlicher Betätigung ohne Gewichtsverlust, schließen, dass Sport Zeitverschwendung ist, wenn man abnehmen möchte? Kann man für die Deckung seines Kalziumbedarfs vollkommen auf Milch und Milcherzeugnisse verzichten? Kann man so viel Obst essen, wie man will? Kann man Verdauungsbeschwerden vermeiden, wenn man nichts zu den Mahlzeiten trinkt? Können sie mir, da ich spät abends Sport treibe und danach sehr hungrig bin, einige Fakten zum Thema Essen am Abend nennen? Machen Hülsenfrüchte dick? Meine Cholesterinwerte sind hoch, kann ich trotzdem weiter Fleisch essen? Muss man eine "Erkältung wirklich füttern und ein Fieber verhungern lassen?" Nimmt man bei Obstkuren ab? Sind ökologische Lebensmittel nährstoffhaltiger als konventionelle Lebensmittel? Sind vegetarische Diäten gesünder als solche auf Fleischbasis? Sollte man auf Käse verzichten, wenn man auf sein Gewicht achtet? Sollte man Rotwein trinken, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen? Sollte man zum Frühstück lieber Brot, Frühstücksgebäck oder Getreideprodukte essen? Sollten ältere Menschen Fleisch essen? Stimmt es, dass der fetteste Fisch immer noch magerer ist als das am wenigsten fette Fleisch? Stimmt es, dass eine zu proteinreiche Ernährung (Milcherzeugnisse eingeschlossen) zu einem Verlust des Knochenkalziums führt? Verliert man Gewicht, wenn man Sport treibt? Verursacht Zucker Diabetes? Wann isst man am besten Obst: zu Beginn einer Mahlzeit, am Ende oder außerhalb der Mahlzeiten? Warum ist es wichtig, Obst und Gemüse zu essen? Wie viel Obst und Gemüse sollte man pro Tag essen? Warum wird empfohlen, Hülsenfrüchte und Getreideprodukte zu kombinieren? Was bedeutet der Zusatz „trans“? Was ist der der Blutzuckerindex? Was ist der Unterschied zwischen organisch produzierten und konventionell hergestellten Lebensmitteln? Was sind die nährwertspezifischen Unterschiede zwischen frischem Fisch, Fisch in Konserven, geräuchertem und oder tiefgefrorenem Fisch? Welche Lebensmittel sind bei einer kohlenhydratarmen Diät zu bevorzugen? Welche Lebensmittel sind bei einer Kuhmilchproteinallergie erlaubt? Wenn Ihre Mutter und Großmutter übergewichtig sind, werden Sie es dann auch sein? Wie beeinflusst der Zuckergehalt von Lebensmitteln den Blutzuckerspiegel und welche Früchte sollte ich als Diabetiker vermeiden? Wie kann ich meine Tochter (14 Jahre), die meine selbst zubereiteten Speisen nicht essen will, dazu motivieren am Familienessen teilzunehmen? Wie kann ich meinen Mann, der jeden Abend vor dem Fernseher sitzt und keinerlei Sport treibt, von den Vorteilen körperlicher Aktivitäten überzeugen? Wie lange es dauert von der Nahrungsaufnahme bis zum Stuhlgang? Wie viel Milchprodukte muss man zu sich nehmen, um seinen Kalziumbedarf zu decken? Wie viel sportliche Betätigung man braucht, um gesund zu bleiben? Wird der Bedarf für die Aufnahme von Milcherzeugnissen bzw. Kalzium in der westlichen Welt nicht überschätzt? Chinesen nehmen zum Beispiel keine Milchprodukte zu sich und haben dennoch keine Osteoporose.
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