Syndrom X – es klingt wie eine Furcht erregende Krankheit im Zusammenhang mit Außerirdischen und Science-Fiction-Filmen, aber diese Krankheit betrifft tatsächlich mehr und mehr Europäer. Syndrom X, auch bekannt als metabolisches Syndrom oder Insulinresistenz-Syndrom, wird mit zunehmend verbreiteter Fettleibigkeit und abnehmender körperlicher Aktivität in Zusammenhang gebracht.
Syndrom X wird diagnostiziert, wenn eine Person drei oder mehr der folgenden Merkmale aufweist: Fettleibigkeit vor allem am Bauch, hohe Triglyceridwerte, niedrige Werte für HDL (high-density lipoprotein) Cholesterin, hoher Blutdruck und hoch bleibende Blutzuckerwerte. Menschen, die das Syndrom X aufweisen, haben ein größeres Risiko für Diabetes Typ II und Herzkrankheiten. Betroffene haben auch eine höhere Wahrscheinlichkeit, frühzeitig an Herzkrankheiten oder anderen Folgen zu sterben.
Insulinresistenz: Der Schlüssel zum Syndrom X
Unter normalen Bedingungen sorgt ein Hormon namens Insulin dafür, dass Blutzucker in die Körperzellen gelangt, wo er zur Energiegewinnung genutzt wird. Wenn jedoch normale Mengen von Insulin nicht in der Lage sind, den Blutzucker in die Zellen zu transportieren, liegt eine Insulinresistenz vor. Mit anderen Worten, die Zellen verweigern sich der Insulinaktivität und der Zucker kann nicht in die Zellen gelangen. Wenn dies geschieht, muss die Bauchspeicheldrüse mehr Insulin produzieren, um den normalen Blutzuckerspiegel zu halten. Auch wenn Personen mit Syndrom X höhere Glukosewerte in ihrem Blut aufweisen, liegen diese noch im normalen Bereich und sie sind nicht diabetisch.
Was verursacht Insulinresistenz? Die Antwort liegt noch immer im Dunkeln, aber es wird geschätzt, dass Insulinresistenz in ungefähr der Hälfte aller Fälle mit genetischer Veranlagung zusammenhängt. Allerdings wird Insulinresistenz auch durch solche Faktoren verursacht, die wir beeinflussen können: Körpergewicht (insbesondere Körperfett am Bauch) und Fitness-Grad.
Insulinresistenz, Fettsucht und Fitness-Grad
Fettsucht erhöht die Wahrscheinlichkeit für Insulin-Resistenz erheblich. Diätische Maßnahmen, dem Symptom X vorzubeugen, oder es zu behandeln, variieren abhängig von den individuellen Symptomen. Aber fast alle Fachleute sind sich darin einig, dass die Symptome durch Gewichtsreduktion – selbst wenn es nur zehn Prozent sind – und mehr körperliche Aktivität wesentlich gebessert werden können.
Körperliche Betätigung ist sehr wichtig, weil die Muskelmasse den größten Gewebeanteil im Körper stellt — 30 bis 40 Prozent des Körpers bestehen aus Muskeln – und sie der Hauptverbraucher von Glukose ist. Ein inaktiver Muskel ist nicht so empfindlich gegenüber Insulin.
Viele Experten empfehlen, dass man mehrmals pro Woche mindestens 30 Minuten täglich moderat körperlich aktiv sein sollte. Einfach weniger zu sitzen kann auch helfen. Zum Beispiel die Treppe an Stelle des Aufzugs zu nehmen; die Fernbedienung liegen zu lassen oder beim Fernsehen 30 Minuten am Tag zu stehen anstatt die ganze Zeit zu sitzen.
Langfristige Behandlung
Wie andere chronische Krankheiten ist Syndrom X eine komplexe, durch den Lebensstil verursachte Krankheit. Ein erster Schritte zu ihrer Behandlung: Essen Sie weniger und trotzdem abwechslungsreich, bewegen Sie sich mehr. Diese Verhaltsweisen müssen Bestandteil des alltäglichen Lebens sein und in der Gesellschaft verbreitet werden, um effektiv zu sein.
KLINISCHE PARAMETER DES SYNDROM X
Syndrom X liegt vor, wenn drei oder mehr der in der Tabelle aufgeführten Risikofaktoren zutreffen.
| Risikofaktor
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Grenzwert
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| Fettleibigkeit, vor allem am Bauch
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Taillen-Umfang Männer: > 102 cm Frauen: > 88 cm
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| Hohe Triglyceridwerte
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> = 150 mg/dl
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| Niedrige HDL-Werte
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Männer: = < 40 mg/dl Frauen: :<= 50 mg/dl
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| Hoher Blutdruck
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> = 140/ > = 90mmHg
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| Ständig hohe Blutzuckerwerte
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> = 110mg/dl
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Für weitere Informationen:
- Hill J and Horton E, eds (2000). Contributing factors to insulin resistance. An ILSI North America Workshop. Nutrition Reviews, 58; S1-S26.
- Astrup A and Finer N (2000) Redefining type 2 diabetes: 'Diabesity' or 'Obesity Dependent Diabetes Mellitus'. Obesity Reviews, 1; 57-59.
- The Metabolic Syndrome: Where Are We and Where Do We Go? A brief critical Review, Nutrition Reviews, vol. 60, p335.
FOOD TODAY 04/2003