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FOOD TODAY 12/2008

Chrom in der Nahrung

Food Today
Chrom ist ein essentielles Spurenelement, das die Insulinfunktion verstärkt und den Stoffwechsel von Kohlenhydraten, Protein und Fett beeinflusst. Auch eine mögliche unterstützende Wirkung bei der Gewichtsreduktion sowie zur Kontrolle des Blutzuckerspiegels bei Diabetikern wird dem Chrom nachgesagt. Dieser Artikel fasst den heutigen Wissensstand zum Thema Chrom in der Nahrung zusammen und bespricht Empfehlungen zur Chromversorgung über die Nahrung.
Die Hauptlieferanten von Chrom (Cr)
 
Wenn wir vom Nahrungschrom sprechen, das der menschliche Körper benötigt, so ist damit immer die dreiwertige Form (Cr3+ oder Cr(III)) gemeint. Chrom umgibt uns überall, in der Luft, im Wasser und im Boden, und es findet sich ebenso in zahlreichen Lebensmitteln. Wie bei anderen Spurenelementen auch sind die in Lebensmitteln enthaltenen Mengen sehr klein und hängen davon ab, in welchem Maße unsere Nahrung dem Chrom in der Umwelt oder auch während des Verarbeitungsprozesses ausgesetzt war. Generell sind Fleisch, Schalentiere, Fisch, Eier, Vollkornzerealien, Nüsse und einige Obst- und Gemüsesorten gute Chromlieferanten.
 
 Tabelle 1   Nahrungsquellen für Chrom
 
 Lebensmittel  Chromgehalt (µg/100 g)
 Miesmuscheln  128
 Paranüsse  100
 Austern  57
 Datteln (getrocknet)  29
 Birnen  27
 Braune Garnelen  26
 Vollkornmehl  21
 Tomaten  20
 Pilze  17
 Broccoli  16
 Gerste (Vollkorn)
 13
 Haselnüsse  12
 Schweinekotelett  10
 Mais (Vollkorn)  9
 Eigelb  6
 Rindfleisch  3
 Hering  2
Quelle 1
 
Funktionen des Chroms in der Nahrung
 
Die biologische Bedeutung des Chroms wurde erst in den späten 50er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts entdeckt, als man bei Untersuchungen an Ratten feststellte, dass Bierhefe in der Lage war, die altersbedingte Abnahme der Fähigkeit zur physiologischen Blutzuckerregulierung zu verhindern. Als aktiver Wirkstoff wurde ein organischer Chrom-Komplex identifiziert, der die Bezeichnung „Glukosetoleranzfaktor (GTF)” erhielt.2 Die genaue Struktur und der Wirkmechanismus, durch den GTF stimulierend auf die Insulinrezeptoren wirkt, sind noch nicht vollständig geklärt, doch nimmt man an, dass GTF die Aufnahme von Insulin in die Zellen fördert, indem er dessen Transfer durch die Zellmembranen erleichtert.
 
Kontrolle des Blutzuckerspiegels
 
Beim Diabetes mellitus Typ 2 produziert die Bauchspeicheldrüse zwar ausreichend Insulin, doch werden die Muskelzellen und anderes Gewebe gegen die Wirkung des Insulins resistent, was zu einer schlechten Blutzuckerkontrolle führt. Die Wirkung einer Supplementierung der Nahrung mit Chrom wurde in zahlreichen Studien an Patienten mit Typ-2-Diabetes untersucht. Eine Meta-Analyse der Daten aus 41 Studien hat kürzlich gezeigt, dass der Zusatz von Chrom zur Nahrung anscheinend die Blutzuckerkontrolle des Organismus bei Patienten mit Typ-2-Diabetes verbessert.3 Die Autoren halten jedoch fest, dass es noch klinischer Studien mit wohldurchdachtem Design bedarf, bevor endgültige Aussagen getroffen werden können. Bei Menschen, die nicht an Diabetes leiden, konnte kein gesundheitlicher Nutzen der Chromsupplementierung festgestellt werden.
 
Gewichtsverlust
 
Da Chrom den Glukose- und Fettstoffwechsel beeinflusst, haben Forscher das Potenzial dieses Spurenelements als Hilfe zur Gewichtsreduktion und zur Verbesserung der Körperzusammensetzung (d.h. geringerer Fettanteil, höherer Anteil an Muskelmasse) untersucht. Während einige frühe Studien feststellten, dass die Chromsupplementierung im Vergleich zu Placebos zu grösseren Gewichts- bzw. Fettverlusten führte, konnte dies in anderen Studien nicht beobachtet werden. In einer vor Kurzem durchgeführten randomisierten Doppelblindstudie erhielten Frauen in zwei Versuchsgruppen eine vom Energie- und Nährstoffgehalt ähnliche Kost, wobei die eine Probandengruppe zusätzlich Chrom erhielt. Die Auswertung zeigte, dass die Chromsupplementierung keinen größeren Gewichts- bzw. Fettverlust erbrachte als die Studienkost allein.4
 
Sichere Zufuhr
 
Untersuchungen zum essentiellen Charakter des Spurenelements Chrom sind bislang rar. Die Ernährungsgesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz betrachten jedoch derzeit eine tägliche Aufnahme von 30-100 µg Chrom als für Jugendliche und Erwachsene adäquat, basierend auf der in diesen Ländern typischen Ernährung.5 Dies stimmt mit den neuesten EU-Empfehlungen von 40 µg Cr3+ pro Tag überein.6  Verzehrsstudien zeigen, dass der durchschnittliche erwachsene Europäer zwischen 60 µg (Deutschland) und 160 µg (Schweden) Chrom pro Tag mit der Nahrung zu sich nimmt.5
 
Es ist sehr unwahrscheinlich, dass über die normale Ernährung schädliche Mengen an Chrom aufgenommen werden können, doch wird Chrom auch bei der Erzeugung von Lebensmittelprodukten zugesetzt, und Chrom-Nahrungsergänzungsmittel sind in der letzten Zeit ebenfalls beliebt geworden. Diesbezüglich bestehen gewisse Bedenken, dass hohe Dosen an Chrom eventuell Auswirkungen auf die DNS haben und dass die Verwendung von Chrom in Supplementen und als Insulinverstärker nochmal überdacht werden sollte.7 Der Lebensmittelausschuss der EU (Scientific Committee on Food) stellte jedoch fest:
„In mehreren begrenzten Humanstudien konnten keine Nebenwirkungen im Zusammenhang mit einer Nahrungssupplementierung mit Chrom in einer Dosierung von bis zu 1 mg/Tag festgestellt werden.”5
 
Essen Sie abwechslungsreich
 
Da Chrom in sehr vielen Nahrungsmitteln enthalten ist, sollte der tägliche Bedarf an Chrom leicht durch eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung zu decken sein. Es liegen derzeit keinerlei Hinweise vor, dass eine Supplementierung der Nahrung mit Chrom für die Allgemeinheit von Nutzen wäre.
 
Literatur
  1. Food Composition and Nutrition Tables, 7th revised and completed edition, Ed. SW Souci, W Fachmann, H Kraut. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 2008.
  2. Schwarz K and Mertz W. (1959) Chromium III and the glucose tolerance factor. Archives of Biochemistry and Biophysics 85:292-295
  3. Balk EM, Tatsioni A, Lichtenstein AH, Lau J, Pittas AG. (2007) Effect of chromium supplementation on glucose metabolism and lipids: a systematic review of randomised controlled trials. Diabetes Care 30:2154-2163
  4. Lukaski HC, Siders WA, Penland JG. (2007) Chromium picolinate supplementation in women: effects on body weight, composition and iron status. Nutrition 23:187-195
  5. Scientific Committee on Food (2003) Opinion of the Scientific Committee on Food on the tolerable upper intake level of trivalent chromium. Verfügbar unter: http://ec.europa.eu/food/fs/sc/scf/out197_en.pdf
  6. Richtlinie 2008/100/EG der Kommission vom 28. Oktober 2008. Verfügbar unter: http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=OJ:L:2008:285:0009:0012:DE:PDF
  7. Levina A and Lay PA. (2008) Chemical properties and toxicity of chromium (III) nutritional supplements. Chemical Research in Toxicology 21:563-571
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Letzte Aktualisierung der Website: 24/07/2014
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