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FOOD TODAY 07/1998

Ein neuer Impfstoff gegen Karies aus Tabakpflanzen

Food TodayNach einem kürzlich in der Fachzeitschrift Nature Medicine erschienen Artikel haben britische Wissenschaftler aus genmodifizierten Tabakpflanzen einen Impfstoff gegen Karies entwickelt. Die Ergebnisse einer viermonatigen klinischen Studie waren sehr ermutigend, so daß zu erwarten ist, daß diese Impfung bereits in wenigen Jahren allgemein eingesetzt werden kann.

Karies wird von dem Bakterium Streptococcus mutans verursacht, welches sich von Zucker und anderen Kohlenhydraten auf der Zahnoberfläche ernährt und daraus Säure erzeugt. Inzwischen weiß man, daß bereits die Hälfte aller fünfjährigen Kinder und drei Viertel der 17-jährigen an Karies leiden. Gerade für diese Altersgruppe wäre die Impfung besonders praktisch: der flüssige Impfstoff wird einfach auf die Zähne aufgetragen. Einige wenige Anwendungen bieten mindestens vier Monate lang Schutz vor Karies. Die Wirkstoffe sind Antikörper, die sich mit den Kariesbakterien verbinden und sie daran hindern, sich an den Zähnen anzulagern. Während die so entkräfteten Bakterien weggewaschen werden können, kolonisieren andere, harmlose, die Zähne, so daß keine Möglichkeit mehr bleibt für die weitere Invasion lebensfähiger, schädlicher S. mutans-Keime.

Diese Erfindung ist die Krönung der 25-jährigen Forschungsarbeiten im Guys Hospital in London. Ursprünglich wurde ein traditioneller Impfstoff zur Injektion ins Blut angestrebt, aber die Revolution in der Molekularbiologie gestattete die Herstellung genmodifizierter Tabakpflanzen als "Fabriken", die große Mengen an sauberen, sicheren Impfstoffen für die orale Anwendung produzieren. Bereits wenige Pflanzen sind ausreichend für die Herstellung der Menge Impfstoff, die für eine Behandlung reicht. Es wäre wirtschaftlich interessant, den Impfstoff in großen Mengen aus Tabakpflanzen zu gewinnen.

Es ist das erste Mal, daß ein effizientes Therapeutikum für die Anwendung beim Menschen aus genmodifizierten Pflanzen hergestellt wird. Auch ist es das erste Mal, daß ein sekretorischer - nicht aus Blut gewonnener - Impfstoff im Humanversuch verwendet wird. Professor Tom Lehner, einer der leitenden Wissenschaftler dieser Studie, war der erste, der sich vor acht Jahren diese farb- und geschmacklose Flüssigkeit selbst in den Mund verabreichte. Er erklärte dazu: "Zunächst muß ein Laborversuch durchgeführt werden. Erst danach können wir entscheiden, ob das Präparat vom Patienten selbst angewendet werden kann. Ich persönlich würde es vorziehen, wenn es in den nächsten Jahren, in denen wir diese Therapie noch weiterentwickeln, von den Zahnärzten angewendet würde. Später könnten wir dann zur Anwendung durch den Patienten selbst in Form einer Zahnpasta oder einer Mundspülung oder auch in Tablettenform übergehen."

Die British Dental Association begrüßte diese Neuentwicklung, fügte jedoch hinzu: "Auch wenn der Impfstoff allgemein verwendet wird, legen Zahnärzte Wert darauf, daß die Ratschläge zur Mundhygiene nicht in Vergessenheit geraten." Eine gute Mundhygiene und regelmäßiges Zähneputzen mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta werden weiterhin empfohlen. Zähne können auch dadurch geschützt und langfristig gesund erhalten werden, daß nur zu regelmäßigen Zeiten gegessen und die Zahl der Zwischenmahlzeiten auf zwei bis drei pro Tag beschränkt wird.

ÜBER EUFIC
EUFIC, das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel, ist eine gemeinnützige Organisation, die den Medien, Gesundheits- und Ernährungsfachleuten, Erziehern und meinungsbildenden Einrichtungen wissenschaftlich fundierte Informationen über Nahrungsmittelsicherheit und -qualität sowie Gesundheit und Ernährung auf eine für Konsumenten verständliche Weise liefert.

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Letzte Aktualisierung der Website: 17/04/2014
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