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EUFIC REVIEW 06/2007

Ist es gesund, zwischen den Mahlzeiten zu essen?

In den letzten Jahrzehnten hat sich das Verhalten der Europäer bei Arbeit, Freizeit und Spiel maßgeblich verändert. Unsere Essgewohnheiten haben sich angepasst. Eine der Folgen unseres modernen, hektischen Lebens ist es, dass wir immer mehr unterwegs essen. Ganz allgemein geht man davon aus, dass wir mehr Essenszeiten außerhalb der Mahlzeiten haben, als es in der Vergangenheit der Fall war. Dieser Bericht untersucht, ob dies tatsächlich der Fall ist, und geht auf die gesundheitlichen Auswirkungen dieses Aspekts unserer Ernährungsgewohnheiten ein.

Imbisse und Zwischenmahlzeiten
Es wird viel darüber diskutiert, was ein Imbiss oder Snack ist (Portionsgröße, Art der Nahrungsmittel usw.), aber für diesen Bericht definieren wir den Imbiss als jegliche Aufnahme von Nahrungsmitteln oder kalorienhaltigen Getränken außerhalb der üblichen Essenszeiten (Frühstück, Mittagessen und Abendessen). In der wissenschaftlichen Literatur werden Imbisse auch als Zwischenmahlzeiten (Between Meal Eating Episodes, BMEE)bezeichnet. Die für diese zusätzliche Nahrungsaufnahme in Frage kommenden Produkte können herzhaft sein, wie beispielsweise Nüsse, Käse, Chips, Brezeln und Brot, sie können süß sein, wie beispielsweise Kuchen, Joghurt, Obst, Kekse, Schokolade oder Süßigkeiten, oder es kann sich dabei um Getränke handeln, wie beispielsweise Obstsäfte, Schorlen, kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke oder Milch.

Warum essen wir zwischen den Mahlzeiten?
Was und wann wir essen, unterscheidet sich zwischen Ländern und Bevölkerungsgruppen und ist abhängig von kulturellen Normen, sozialen Einflüssen und religiösen Anschauungen. Trotz der großen Vielfalt bei der Auswahl von Speisen und Essenszeiten ist jedoch die Einnahme von Zwischenmahlzeiten oder Imbissen weit verbreitet. Aus evolutionärer Sicht könnte die Einnahme von Imbissen auf unsere Vergangenheit als Jäger und Sammler zurückzuführen sein, als die Menschen einen Großteil des Tages damit verbringen mussten, Nahrung zu suchen, zu sammeln und dann sofort zu essen. Umfangreichere Mahlzeiten, bei denen viele Menschen zusammen essen konnten, gab es nur, wenn ein großes Tier erlegt wurde.

Für den einzelnen Menschen gibt es ebenfalls mehrere Gründe, warum er nascht. Praktische Aspekte, wie beispielsweise wenig Zeit oder unregelmäßiger Zugang zu „richtigen‟ Mahlzeiten kann es erforderlich machen, regelmäßig unterwegs zu essen oder Imbisse einzunehmen. Genetische Faktoren könnten hier jedoch auch wirksam sein. Heute lässt sich belegen, dass viele Aspekte unseres Essverhaltens, beispielsweise die Menge der jeweils aufgenommenen Nahrungsmittel und Getränke, wie hungrig wir sein müssen, bevor wir etwas essen, und mit wie vielen Menschen zusammen wir essen möchten, von genetischen Faktoren beeinflusst sind. Die Gründe dafür, warum wir Kurzmahlzeiten einnehmen, sind komplex. Es handelt sich dabei um eine Kombination kultureller, sozialer, religiöser, praktischer und persönlicher Einflüsse.

Wird immer mehr Snacks konsumiert?
Obwohl man allgemein man davon ausgeht, dass immer mehr Snacks konsumiert werden, muss das nicht so sein.

Ein Vergleich der Ernährungsgewohnheiten von fast 40.000 amerikanischen Erwachsenen zwischen Anfang der 1970-er und Ende der 1990-er Jahre hat ergeben, dass die Gesamtzahl der berichteten Nahrungsmittelaufnahmen (Mahlzeiten und Zwischenmahlzeiten zusammen) erstaunlich konstant geblieben ist (ca. 5). Über einen vergleichbaren Zeitraum haben 10-jährige amerikanische Kinder die außerhalb der Mahlzeiten aufgenommene Nahrungsmittelmenge reduziert, und die Gesamtzahl der Nahrungsmittelaufnahmen ist von 6,6 im Jahr 1973 auf 5,2 im Jahr 1994 zurückgegangen. In Großbritannien hat eine kürzliche Studie das Naschverhalten von Kindern zwischen 1980 und 2000 über 20 Jahre beobachtet. Die zwischen den Mahlzeiten (z. B. als Imbisse) aufgenommenen Speisen unterschieden sich grundsätzlich nicht von denjenigen, die bei Mahlzeiten aufgenommen wurden. Die Gesamtmenge der Speisen, die als Imbisse gegessen wurden, und die dabei aufgenommene Energie haben nicht zugenommen, und auch die Häufigkeit der Nahrungsmittelkonsums zwischen den Mahlzeiten hat sich nicht verändert. In den Niederlanden scheint die Menge der täglich in Form von Imbissen aufgenommenen Kalorien in den letzten fünfzehn Jahren bei ca. 30 bis 35 % gleich geblieben zu sein. Die Analyse der Nahrungsmittelaufnahme hat für portugiesische Erwachsene einen Rückgang der traditionellen südeuropäischen Mahlzeiten seit Mitte der 1980er Jahre ergeben, und eine Zunahme der Zwischenmahlzeiten, allerdings nur bei jüngeren Erwachsenen. Die Nahrungsmittelaufnahme zwischen Mahlzeiten ist also in den entwickelten Ländern gebräuchlich, aber sie ist in der letzten Zeit nicht dramatisch angestiegen. Der Eindruck, dass wir mehr von Imbissen leben, könnte durch den Rückgang fester Mahlzeiten innerhalb der Familie entstanden sein und dadurch, dass viele Menschen häufig allein oder unterwegs essen.

Essen zwischen den Mahlzeiten: Sonderfälle
Das Essen zwischen den Mahlzeiten ist bei Verbrauchern aller Altersgruppen in der westlichen Gesellschaft üblich, aber für Menschen mit wenig Appetit oder einem kleinen Magen können häufige Imbisse eine wichtige Rolle dabei spielen, genügend Nahrung zu sich zu nehmen.

Beispielsweise haben Kinder einen relativ hohen Kalorienbedarf, wenn sie wachsen und körperlich sehr aktiv sind. Viele Studien haben ergeben, dass Kinder im Allgemeinen ein gutes Gefühl für ihren Appetit haben, und wenn man sie lässt, nur das essen, was sie brauchen. Das Angebot von nahrhaften Mahlzeiten und Imbissen – nach dem Ansatz „wenig, aber häufig essen‟ – könnte ihnen daher gute Chancen geben, ihren Bedarf an Kalorien und Nährstoffen abzudecken. Wenn jemand häufig isst, muss offensichtlich der Umfang dieser vielen Nahrungsaufnahmen an den täglichen Gesamtenergiebedarf angepasst werden (manche Kinder haben trotz geringer Körpergröße einen großen Appetit!).

Manche älteren Menschen haben schlechten Appetit und finden große Mahlzeiten eher abstoßend. Stattdessen bevorzugen sie zu den Mahlzeiten kleinere Portionen und nehmen Zwischenmahlzeiten ein. Die SENECA-Studie, in der die Ernährung älterer, zwischen 1912 und 1918 geborener Menschen in 12 europäischen Ländern untersucht wurde, hat ergeben, dass Menschen, die häufiger aßen, einen besseren Ernährungsstatus aufwiesen als Menschen, die nur zu den Hauptmahlzeiten essen.

Imbisse und die Steuerung der Kalorienzufuhr
Für die Gewichtskontrolle lautet die Standardempfehlung, nicht zwischen den Mahlzeiten zu essen. Als Begründung wird angeführt, dass Zwischenmahlzeiten zu übermäßigem Konsum und damit zur Gewichtszunahme führe. Einige Kurzzeit-Laborstudien stützen diese Theorie. Beispielsweise haben Studien ergeben, dass es sich nicht auf die Größe der späteren Mahlzeit auswirkt, wenn die Personen vor dieser Mahlzeit einen Imbiss erhalten. Mit anderen Worten, sie schränken bei der Mahlzeit ihre Kalorienzufuhr nicht ein, selbst wenn sie zuvor einen Imbiss mit hohem Kaloriengehalt zu sich genommen haben.

Wenn dies wiederholt passiert, wird zu viel gegessen und es erfolgt eine Gewichtszunahme. Eine Langzeitstudie über Zwischenmahlzeiten hat jedoch ergeben, dass dies im realen Leben nicht unbedingt so sein muss. Eine Gruppe von 66 schlanken, aktiven Männern hat sechs Monate lang an sechs Tagen in der Woche zusätzlich zu ihrer üblichen Nahrungsaufnahme einen Schokoladenriegel gegessen. Hätten die Männer ihre Nahrungsmittelaufnahme nicht bei anderen Essgelegenheiten reduziert, hätten sie über die sechs Monate 4-5 kg zugenommen, aber ihr Gewicht blieb gleich. Im Verlauf der Studie erfolgte eine vollständige und präzise Kompensierung der zusätzlichen Kalorien bei diesen schlanken und aktiven gesunden Testpersonen. Das Essen zwischen den Mahlzeiten führt nur dann zu einer Gewichtszunahme, wenn man regelmäßig mehr Kalorien als benötigt isst.

Kompensation der Kalorienaufnahme
Es sind weitere Forschungsarbeiten notwendig, um die individuellen Unterschiede in der Fähigkeit der Kompensation von Zwischenmahlzeiten zu untersuchen. Interessant ist, dass die Kinder, die an der Bogalusa-Heart-Study5 teilgenommen haben, nach 21 Jahren kleinere Imbisse aber größere Mahlzeiten aßen, sodass ihre Nahrungsaufnahme insgesamt gleich blieb. Die Belege deuten darauf hin, dass Männer besser kompensieren als Frauen, junge Menschen besser als ältere, Schlanke besser als Übergewichtige, und Menschen, die ihre Nahrungsmittelaufnahme nicht aufgrund einer Gewichtskontrolle einschränken, besser kompensieren als Menschen, die bewusst so handeln und ihre Hungersignale ignorieren.

Esshäufigkeit und Körpergewicht
Seit einiger Zeit geht man davon aus, dass es zahlreiche Vorteile mit sich bringt, wenig aber häufig zu essen (knabbern), anstatt sich durch wenige, dafür größere Mahlzeiten vollzuessen. Frühe beobachtende Studien haben ergeben, dass „Knabberer‟ schlanker als Schlemmer waren, aber diese Erkenntnis wird dadurch verfälscht, dass nicht alle Snacks gemeldet wurden (insbesondere von Übergewichtigen). Dies wurde von Studien bestätigt, in denen komplexe Techniken eingesetzt wurden, um den Energieverbrauch zu messen – es gibt keinen Unterschied in der verbrauchten Energiemenge, wenn dieselbe Nahrungsmittelmenge in wenigen großen oder vielen kleinen Mahlzeiten aufgenommen wird. Mit anderen Worten, durch häufigeres Essen werden nicht mehr Kalorien verbrannt. Es gibt jedoch andere mögliche Vorteile des häufigen Essens, die sich vorteilhaft auf das Körpergewicht auswirken können:12

  • Häufig kleine Imbisse zu sich zu nehmen, führt nicht selten zu einem abgeflachteren Hungerprofil, d. h. die Menschen werden zwischen den Mahlzeiten nicht so hungrig und laufen weniger Gefahr, bei Mahlzeiten zu viel zu essen.
  • Regelmäßiges Essen bietet einer Person mehr Gelegenheiten, Kaloriendefizite oder -überschüsse zu kompensieren, weil sowohl die Imbisshäufigkeit als auch die Mahlzeitengröße auf einander abgestimmt werden kann, während seltene Esser darauf angewiesen sind, die Größe der Mahlzeit entsprechend anzupassen.
  • Bei häufigem Essen wird wahrscheinlich die Nahrungsmittelaufnahme auf frühere Tageszeiten verschoben. Knabberer essen häufig ein Frühstück und tagsüber Imbisse, und weniger am Abend, während Schlemmer genau das Gegenteil machen und häufig einen Großteil ihrer Kalorien am Abend einnehmen. Das Schlingen beim Essen kann man häufig bei übergewichtigen und adipösen Personen beobachten. Es muss noch mehr Forschung dafür aufgewendet werden um zu verstehen, warum Stoffwechselfolgen dieses Essmusters zu einer Gewichtszunahme führen könnten.
  • Häufiges Essen kann dazu beitragen, die Menge der Kohlenhydrate im Verhältnis zum Fett in der Ernährung zu steigern, weil viele Nahrungsmittel und Getränke, wie beispielsweise Obst, Gemüse, Milchprodukte, Vollkornkekse mit wenig Fett usw., die zwischen den Mahlzeiten gegessen werden, mehr Kohlenhydrate und weniger Fett enthalten als die Hauptmahlzeiten.


Essmuster und Cholesterin
Bereits seit über dreißig Jahren gibt es die Annahme, dass sich die Esshäufigkeit auf die Blutfette auswirken könnte. Kurzzeitstudien am Menschen haben ergeben, dass Menschen, die häufig essen (sechsmal täglich oder mehr) insgesamt weniger Blutcholesterin sowie weniger LDL-Cholesterin (also „schlechtes‟ Cholesterin) haben, als Menschen, die nur dreimal täglich oder seltener essen. Vor kurzem wurde eine Langzeitstudie an mehr als 14.000 britischen Erwachsenen im mittleren Alter durchgeführt. Die Studie hat ergeben, dass sowohl bei Männern als auch bei Frauen das Blutcholesterin mit einer Zunahme der Mahlzeitenhäufigkeit abgenommen hatte (sowohl für das gesamte als auch für das LDL-Cholesterin). Diese Ergebnisse blieben auch dann gleich, wenn mögliche Störfaktoren wie BMI (Body Mass Index, ein Maß für das Gewicht im Bezug auf die Größe), Rauchen, Sport und diätetische Ernährung berücksichtigt wurden. Das bei Männern, die sechsmal am Tag essen, zu beobachtende niedrigere Blutcholesterin, im Vergleich zu Männern mit zweimaliger Nahrungsaufnahme, entspricht einer Reduzierung des Risikos einer Herzerkrankung um 10 bis 20%.

Essmuster und Blutzucker
In den letzten Jahren gab es großes Interesse für den glykämischen Index (GI), und zahlreiche GI-Diäten wurden populär. Der Gedanke dabei ist es, dass der Mensch durch die Aufnahme von Nahrungsmitteln, deren enthaltener Zucker nur langsam verdaut und freigegeben wird, länger satt bleibt und stoffwechselbedingte Schwankungen der Insulinproduktion vermeidet (Insulin ist lebensnotwendig, um den Blutzuckerspiegel innerhalb gesunder Grenzwerte zu halten). Nahrungsmittel mit niedrigem GI verzögern die Freigabe von Kohlenhydraten, einschließlich Zucker, in das Blut über einen längeren Zeitraum. Ein ähnlicher Effekt kann erzielt werden, wenn man einfach häufiger, aber weniger isst. Kurzzeitstudien zeigen, dass häufigeres Essen mit einer vorteilhafte Absenkung der Insulinproduktion und einer Feineinstellung der Blutzuckerregelung in Verbindung gebracht werden kann. Bei Patienten mit Diabetes Typ 1, die ihren Blutzucker regeln müssen, indem sie ihre Nahrungsaufnahme sorgfältig mit der Vergabe von Insulin abstimmen, wurde keine langfristig positive oder negative Auswirkung auf deren Blutzuckerregelung beobachtet, wenn sie häufiger Mahlzeiten einnahmen.16 Diabetes-Patienten mit sollten ihren Arzt zu ihrem täglichen Nahrungsaufnahmemuster und der sich daraus ergebenden Insulinvergabe befragen.

Esshäufigkeit und orale Gesundheit
Karies wird durch Säureangriffe auf die Zähne verursacht. Wenn es mehr Säureangriffe gibt, als die Zähne kompensieren können, entwickelt sich Karies. Säureangriffe werden verursacht, wenn Plaque-Bakterien auf die gärfähigen Kohlenhydrate in unseren Nahrungsmitteln und Getränken wirken. Diese Zucker stammen aus süßen Nahrungsmitteln wie Kuchen, Obst und Süßigkeiten, aber auch aus leicht verdaulichen Stärken wie Brot, Pommes Frittes und herzhaften Imbissen. Beim Essen werden die Zähne fast immer in Mitleidenschaft gezogen, aber die Zähne können Säureangriffe kompensieren, wenn sie ausreichend Zeit zur Erholung und Reparatur zwischen den Mahlzeiten haben.

In letzter Zeit hat die Zahnerosion verstärkt zugenommen. Die Erosion tritt auf, wenn die Zähne über längere Zeit regelmäßig säurehaltigen Speisen oder Getränken ausgesetzt sind. Die Säuren greifen direkt den Zahnschmelz an. Viele Nahrungsmittel und Getränke enthalten Säure, unter anderem Obstsäfte, Schorlen, alle Arten kohlensäurehaltiger Getränke (auch Diätgetränke), Obst und sogar Joghurt. Glücklicherweise müssen wir nicht auf alle diese Nahrungsmittel verzichten, um gesunde Zähne zu behalten, solange auf eine gute Mundhygiene und die Häufigkeit ihrer Konsumierung geachtet wird.

Zähne, die morgens und abends regelmäßig mit fluorhaltiger Zahncreme geputzt werden, sind stärker und widerstandsfähiger gegenüber Säureangriffen (ob von Bakterien oder direkt durch Speisen und Getränke verursacht) und können mit bis zu sechs Nahrungsaufnahmen pro Tag zurechtkommen. Solange also Imbisse über einen kurzen Zeitraum aufgenommen werden (und nicht ständig geknabbert oder getrunken wird), ist es möglich, sechsmal am Tag zu essen und zu trinken und trotzdem gesunde Zähne zu behalten.

Essmuster und Sport
Athleten und Sportler haben einen erhöhten Kalorienbedarf im Vergleich zu sitzenden Menschen. Heute weiß man, dass Kohlenhydrate (Zucker und Stärke) als Treibstoff für sportliche Aktivität erste Wahl sind. Eine regelmäßige Aufnahme von kohlenhydrathaltigen Nahrungsmitteln und Getränken sorgt dafür, dass die Muskeln optimal versorgt werden und die Leistung verbessert wird. Aus praktischer Perspektive gestattet die gleichmäßig über den Tag verteilte Nahrungsaufnahme es dem Athleten, genügend Nahrung aufzunehmen, ohne die Unbehaglichkeit und das Völlegefühl nach dem Essen großer Mahlzeiten in Kauf nehmen zu müssen. Außerdem ist es wichtig, dass Sportler genügend Flüssigkeit aufnehmen: Der Körper benötigt für jede Stunde aktiver sportlicher Tätigkeit mindestens einen Liter Wasser zusätzlich, bei hohen Temperaturen auch mehr. Wasser (die natürliche Art der Flüssigkeitszufuhr), Sportgetränke (mit spezieller Formel für die schnelle Aufnahme von Kohlenhydraten und Elektrolyten, die beim Sport verloren gehen) sowie regelmäßige Erfrischungsgetränke sind für die Aufnahme vor, während und nach einer sportlichen Betätigung geeignet.

Esshäufigkeit und ein aktiver Lebensstil
Ein aktiver Lebensstil wird heute dringend empfohlen, um die allgemeine Gesundheit zu fördern und die Gewichtskontrolle zu unterstützen. Selbst wenn Sie kein Leistungssportler sind, erhalten Ihre Muskeln durch die Aufnahme vieler Kohlenhydrate den notwendigen Brennstoff, um aktiv zu bleiben, und wenn Sie genügend trinken, wird Ihr Körper auch ausreichend mit Flüssigkeit versorgt. Eine Analyse von fast 2000 schottischen Erwachsenen hat ergeben, dass sportlich aktivere Menschen häufiger gegessen haben.12 Der Verzehr von Imbissen könnte daher zu einem körperlich aktiveren Lebensstil passen, weil damit regelmäßig Brennstoff für die Muskeln bereitgestellt wird, und das Völlegefühl nach der Einnahme großer Mahlzeiten vermieden wird.

Imbisse und die Aufnahme von Nährstoffen
Imbisse (Snacks) leisten einen wesentlichen Beitrag für die Zufuhr von Proteinen, Kohlenhydraten, Fetten, Vitaminen und Mineralien im Rahmen der Ernährung. Je nach Personentyp werden unterschiedliche Imbisse bevorzugt:

  • Kinder sollten angeregt werden, eine größere Vielfalt von Imbissen zu sich zu nehmen, sodass sie verschiedene Geschmacksrichtungen und Strukturen ausprobieren können. Aufgeschnittenes Obst, Gemüse oder Gebäckstangen mit Dip, Vollkornnahrung, Käse, Joghurt, Milchgetränke und Obstsäfte sind einige der Vorschläge.
  • Jugendliche wachsen schnell, und besonders die Jungen haben einen hohen Kalorienbedarf. Eine geeignete Auswahl wären beispielsweise frisches und getrocknetes Obst, Nüsse – reich an gesunden Fetten, Eiweiß, Vitaminen und Mineralien –, Milchprodukte und ab und zu eine energiereiche Süßigkeit.
  • Bei älteren Menschen könnten das Kauen und die Zubereitung der Speisen ein Problem sein. Sie könnten sich für Folgendes entscheiden: weiches und einfach zu schälendes Obst, Milchprodukte und eine Vielfalt an schmackhaften weichen und direkt verzehrbaren Speisen.
  • Sportliche oder aktive Menschen benötigen Imbisse mit vielen Kohlenhydraten, um fit zu bleiben. Eine gute Auswahl sind Trockenobst, frisches Obst, belegte Brote mit fettreduziertem Aufschnitt (am besten Vollkorn), Sportgetränke und Obstsäfte.
  • Personen, die abnehmen möchten, fühlen sich möglicherweise weniger hungrig, wenn sie als Teil ihrer kalorienreduzierten Diät nahrhafte Imbisse wie Obst, Joghurt, Nüsse und Brot zu sich nehmen.

Imbisse für die Gesundheit?
Es gibt Belege dafür, dass drei Hauptmahlzeiten und zwei bis drei Imbisse (knabbern) besser für die Gesundheit sind, als wenige größere Mahlzeiten zu sich zu nehmen (schlingen), solange die Gesamtkalorienzufuhr gleich bleibt. Im Vergleich mit dem schlingenden Essverhalten gilt für das knabbernde Essverhalten:

  • Sorgt nachweislich für einen geringeren Blutcholesterinwert
  • Verteilt die Aufnahme von Nährstoffen gleichmäßiger über den Tag
  • Führt zu einer gleichmäßigeren Insulinproduktion, was positiv für die Blutzuckerregelung ist
  • Führt nicht zu einer Gewichtszunahme, wenn die Kalorienzufuhr stabil bleibt
  • Kann Menschen dabei helfen, ihre Kalorienzufuhr effektiver zu kontrollieren
  • Hilft aktiven Menschen sowie Menschen mit hohem Energieverbrauch, ihren Kalorienbedarf abzudecken
  • Hilft Menschen mit geringem Appetit, ihren Kalorienbedarf abzudecken

Häufig wirkt sich die Aufnahme von bis zu drei Imbissen täglich und einer großen Vielfalt an Speisen und Getränken eher positiv statt negativ auf die Gesundheit aus. Von Zwischenmahlzeiten sollte nicht grundsätzlich abgeraten werden, solange die als Imbisse zu sich genommenen Speisen zu einer gesunden Energie- und Nährstoffaufnahme beitragen.

Zusammenfassung
Snacks oder Imbisse, definiert als Zwischenmahlzeiten, sind das Ergebnis kultureller, sozialer, religiöser, praktischer und persönlicher Einflüsse. Entgegen der allgemeinen Auffassung hat der Konsum von Imbissen in den letzten Jahren nicht zugenommen.

Zwischenmahlzeiten können dazu beitragen, die Kalorien- und Nährstoffanforderungen zu erfüllen, insbesondere für bestimmte Bevölkerungsgruppen, wie z. B. Kinder, alte Menschen oder Personen mit einem sehr aktiven Lebensstil.

Lange Zeit ging man davon aus, dass Imbisse zur Gewichtszunahme beitragen, aber das passiert nur, wenn man regelmäßig mehr Energie verbraucht, als man benötigt. Darüber hinaus kann der Konsum von Imbissen, wenn die Energiezufuhr gleich bleibt, bestimmten Personen sogar bei der Gewichtskontrolle helfen, weil das häufigere Essen die Sättigkeit fördert, das Essen zu früheren Tageszeiten begünstigt und die Aufnahme von Kohlenhydraten erhöht, während die Aufnahmen von Fetten abnimmt.

Darüber hinaus scheint der Konsum von Imbissen das Risiko von Herzerkrankungen zu verringern, weil sowohl das Gesamt- als auch das LDL-Cholesterin gesenkt wird. Die Blutzuckerkontrolle von Diabetes-Patienten wird dadurch nicht beeinträchtigt. Was die orale Gesundheit betrifft, sollte die Aufnahme von bis zu 6 Mahlzeiten täglich kein Problem darstellen, wenn die Zähne regelmäßig geputzt werden (mindestens zweimal täglich mit fluoridhaltiger Zahncreme).

Bericht von Dr. France Bellisle
Centre National de Recherche Humaine Île de France, Frankreich

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Letzte Aktualisierung der Website: 24/08/2016
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