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FOOD TODAY 09/2005

Stress und Ernährungsverhalten

Food TodaySie bereiten sich auf einen wichtigen öffentlichen Vortrag vor. Greifen Sie zur Keksdose oder können Sie gar nichts zu sich nehmen? Stress beeinflusst das menschliche Ernährungsverhalten auf unterschiedliche Weise. Lesen Sie weiter um herauszufinden wie.

Wir empfinden Stress, wenn etwas in uns selbst oder in unserer Umgebung geschieht, das unseren Status quo verändern kann. Wir wenden dann Taktiken an, um mit dem Stressfaktor umzugehen und zu unserem ausbalancierten, unbelasteten Zustand zurückzukehren. Innerer Stress kann ausgelöst werden, wenn wir uns über etwas Sorgen machen oder uns aufregen. Äußere Stressauslöser können Prüfungen oder soziale Umstände sein. Stress ist ein fester Bestandteil unseres täglichen Lebens. Wie wir uns unter Stressbedingungen ernähren, kann daher Auswirkungen auf unsere Gesamternährung und unsere Gesundheit haben.

Kampf oder Flucht

Bei Bedrohung aktiviert der Körper automatisch eine Stressreaktion, auch bekannt als “fight or flight Syndrom”. Als Vorbereitung auf Flucht oder Kampf lässt ein Adrenalinstoß das Blut vom Verdauungssystem weg zu Gehirn, Herz und Muskeln leiten. Man nimmt an, dass diese Reaktion auch dann ähnlich abläuft, wenn Bedrohung oder Stressfaktor psychisch oder emotional statt körperlich sind. Dieser Alarmzustand sollte dazu führen, dass Menschen nichts mehr essen können und sogar Übelkeit hervorrufen (1). Aber es kommt auch vor, dass Stress für einige Menschen ein wichtiger Auslöser zum Essen ist. Wenn sie gestresst sind, essen sie sogar mehr und nicht weniger (1). Was passiert dabei?

Diät, Stress und Essverhalten

Viele Menschen sind heutzutage auf Diät oder “achten auf ihr Gewicht”. Dies beinhaltet gewöhnlich die Kontrolle der Art und der Menge der aufgenommenen Nahrung. Menschen, die eine Diät machen, müssen darüber hinaus ihre Hungersignale überwinden, um weniger zu essen als sie eigentlich wollen. In anderen Worten, sie trainieren ihre Nahrungsaufnahme zu kontrollieren. Menschen, die ihrem Appetit entsprechend essen, essen unkontrolliert. Studien haben wiederholt gezeigt, dass kontrollierte Esser dazu tendieren, unter Stress mehr zu essen. Unkontrollierte Esser tendieren dazu, weniger zu essen (2), (3).

Stress kann bei kontrollierten Essern zu Fressanfällen führen

Dr. Paul Lattimore, Experte für Ernährungsverhalten von der Liverpool John Moores University, bietet eine Erklärung, warum Menschen unter Stress mehr essen, wenn sie eine Diät machen. “Wenn Menschen eine Diät machen, verbrauchen sie so viel Energie für die Kontrolle ihrer Biologie, dass sie nur noch begrenzte Ressourcen für den täglichen Bedarf haben. Wenn sie dann in Stress geraten, verlieren sie die Kontrolle. Sind Lebensmittel verfügbar, werden sie diese essen. Nicht nur das – sie sind derart gewohnt, ihre Biologie zu überwinden, dass sie ihre körperlichen “Kampf- oder Flucht-Signale” ignorieren oder falsch interpretieren.”

Bewältigungsstrategien

Eine kürzlich erschienene groß angelegte Studie in Finnland zeigte, dass der Body Mass Index (Verhältnis zwischen Körpergewicht und Körpergröße) bei Menschen, die unter Stress zu vermehrter Nahrungsaufnahme neigen, am höchsten war. Sie tendierten dazu, mehr Lebensmittel wie Wurst, Hamburger, Schokolade und Pizza zu essen als andere (4). Wenn stressbedingtes Essen also konstant die Bemühungen zur Gewichtskontrolle untergräbt, was kann getan werden, um zu helfen? Dr. Lattimore, der in der Fettleibigkeits-Vorsorge arbeitete, hat dafür einen Rat. „Zuerst muss der Betroffene die speziellen Situationen identifizieren, die bei ihm übermäßiges Essen auslösen. Dann muss er alternative Wege entwickeln, um mit dem Stress umzugehen. Spazieren zu gehen ist dabei eine gute Strategie, da man dadurch gedanklich abgelenkt wird und zudem Kalorien verbraucht werden."

Zusammenfassung

Menschen, die essen, wenn sie hungrig sind und aufhören, wenn sie satt sind, sind auf ihre biologischen Signale abgestimmt. Es sind die Menschen, die bei Stress nicht das Gefühl haben, essen zu müssen. Menschen, die ihre biologischen Signale nicht berücksichtigen, müssen sich der emotionalen und psychischen Auslöser gewahr werden, die sie direkt zum Kühlschrank führen und Ablenkungstaktiken entwickeln. Die Stressreaktion unterstreicht, wie wichtig es ist, Strategien zur Gewichtskontrolle zu entwickeln, die nicht so sehr auf diätischen Einschränkungen fußt sondern die hohe Aufnahme kalorienarmer, nährstoffreicher Früchte und Gemüse betont. Diese Lebensmittel führen dazu, dass bei starken Essgelüsten nicht zu viele Kalorien aufgenommen werden.

Literatur

  1. Greeno CG &Wing RR (1994) Stress-induced eating. Psychological Bulletin 115: 444-464
  2. Lattimore P & Caswell N (2004) Differential effects of active and passive stress on food intake in restrained and unrestrained eaters. Appetite 42: 167-173
  3. Polivy J and Herman CP (1999) Distress and dieting: why do dieters overeat? International Journal of Eating Disorder 25: 153-164
  4. Laitinen J & Sovio U (2002) Stress-related eating and drinking behaviour and body mass index and predictors of this behaviour. Preventive Medicine 34: 29-39
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Ernährungsbedingte Krankheiten, Körperliche Aktivität, Essverhalten, Lebensmittelwahl
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EUFIC, das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel, ist eine gemeinnützige Organisation, die den Medien, Gesundheits- und Ernährungsfachleuten, Erziehern und meinungsbildenden Einrichtungen wissenschaftlich fundierte Informationen über Nahrungsmittelsicherheit und -qualität sowie Gesundheit und Ernährung auf eine für Konsumenten verständliche Weise liefert.

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Letzte Aktualisierung der Website: 17/04/2014
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