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Ernährung und Kopfschmerzen

28_1_bigViele Migräne-Patienten sagen, dass ihre Attacken durch bestimmte Lebensmittel ausgelöst werden. Warum manche Menschen hiervon eher betroffen sind als andere lässt sich dadurch erklären, dass der Körper die natürlicherweise in Lebensmitteln vorkommenden Amine nicht inaktiviert.

Migräne ist klinisch nachweisbar und betrifft 8 bis 20 Prozent der Bevölkerung. Sie verursacht chronische, heftige Schmerzen, führt zu Arbeitsaus-fall und einem gestörten Familienleben. Zahlreiche Faktoren, die zu Migräne führen, sind bekannt, darunter die familiäre Häufung von Migräne, Stress und hormonelle Schwankungen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Änderungen des Schlafrhythmus oder Schlafmangel gehören ebenso zu der großen Zahl von Faktoren, die bei anfälligen Personen Kopfschmerzen verursachen können, wie das Auslassen von Mahlzeiten und Fasten.

In den meisten Fällen ist Migräne abhängig von Verhaltensfaktoren. Es gibt keine genauen Schätzungen über den Prozentsatz an Migränefällen, die mit der Ernährung in Zusammenhang stehen. Allerdings werden verschiedene Lebensmittel mit ernährungsbedingter Migräne in Verbindung gebracht, so beispielsweise reifer Käse, alkoholische Getränke (vor allem Rotwein), eingelegte, konservierte oder marinierte Lebensmittel wie Fisch und Sauerkraut, sowie Früchte wie Avocado, Himbeeren oder Bananen. Leider kann das Vermeiden bestimmter Lebensmittel selten Migräne heilen, da diese oft das Ergebnis einer komplexen Kombination von Risikofaktoren ist.

Migräneattacken werden mit bestimmten Aminen in Verbindung gebracht, die natürlicherweise in Lebensmitteln vorkommen. Diese stickstoffhaltigen Substanzen kommen in allen Tieren, Pflanzen und Bakterien vor. Viele von ihnen tragen zum charakteristischen Geschmack und Aroma der Lebens-mittel bei. Diejenigen Amine in Lebensmitteln, von denen bekannt ist, dass sie signifikante Auswirkungen haben, sind Tyramin, Phenylethylamin und Histamin. Möglicherweise können diese Substanzen von Migränepatienten nicht schnell genug abgebaut werden, so dass sie länger im Körper bleiben und Kopfschmerzen auslösen.

Der Zusammenhang zwischen Aminen und Kopfschmerzen wurde zunächst bei Patienten beobachtet, die mit Monoamin-Oxidase (MAO) hemmenden Medikamenten gegen Tuberkulose und Depressionen behandelt wurden. Diese MAO-Enzyme bauen potenziell schädliche Amine ab, bevor diese in die Blutbahn gelangen. Der Einsatz von MAO hemmenden Medikamenten verhindert diesen natürlichen Entgiftungsmechanismus und führt zu einer erhöhten Aminkonzentra-tion im Blut. Patienten, die mit diesem Medikament behandelt wurden, klagten über heftige, pulsierende Kopfschmerzen nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel.

Möglicherweise birgt Migräne auch eine erbliche Komponente. Manche Menschen haben eventuell einen genetisch bedingten MAO-Enzym Mangel, der für ihre Kopfschmerzen verantwortlich ist. Diejenigen, die sich gegen Migräne wappnen wollen, sollten über mehrere Monate hinweg ein Kopfschmerztagebuch führen. Dies könnte helfen, Regelmäßigkeiten von Aktivitäten, Gefühlen, Situationen und Lebensmitteln aufzuzeigen, die mit dem Auftreten von Kopfschmerzen in Verbindung stehen. Stressbewältigung durch Erkennen und Beseitigen der Ursachen, regelmäßige sportliche Betätigung, Entspannung sowie eine ausgewogene, gesunde Ernährung können helfen, den Kopf zu befreien.

Literatur

  • Chaytor, J. P.; Crathorne, B. and Saxby, M. J. (1975). The identification and significance of 2-phenyl ethylamine in foods. J. Sci. Fd. Agric. 26 593-598
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  • Smith, T. A. (1980) Amines in food. Food Chemistry 6 169-200

FOOD TODAY 06/2001

Quelle: Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel

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