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Konservierungsstoffe: Mit Sicherheit längerer Genuss

43_4_bigImmer wieder waren Konservierungsstoffe Gegenstand der öffentlichen Diskussion und viele Verbraucher assoziieren sie mit neuzeitlicher und schädlicher Chemie in Lebensmitteln. Doch ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die ersten Konservierungsstoffe in Form von Salz (Pökeln) und Rauch (Räuchern) schon vor Jahrhunderten zur Haltbarmachung von Fleisch und Fisch genutzt wurden. Konservierungsstoffe sind heutzutage kaum noch aus unseren Lebensmitteln wegzudenken. Das liegt einerseits an den immer höheren Anforderungen der Verbraucher an Auswahl, Verfügbarkeit und Qualität, andererseits an unseren sehr hohen Lebensmittelsicherheitsstandards.

Warum werden Lebensmittel konserviert?

Generell wird eine Konservierung als Maßnahme zur Aufrechterhaltung eines bestehenden Zustandes und zur Verhinderung drohender Schädigungen durch chemische (Oxidation), physikalische (Temperatur, Licht) oder biologische (Mikroorganismen) Einflüsse definiert. So machte es die Lebensmittelkonservierung möglich, Lebensmittel von einer Ernte bis zur nächsten aufzubewahren. Hauptaufgabe der Konservierung ist es also, den Verderb von Lebensmitteln zu verzögern, deren Geschmack und eventuell das Aussehen zu bewahren. Dies kann auf verschiedene Weisen erreicht werden: durch Verarbeitungsmethoden wie Konservenfabrikation, Dehydrierung (Trocknung), Räuchern und Tiefkühlung, durch geeignete Verpackungen, durch den Einsatz von Lebensmittelzusätzen wie Antioxidationsmittel oder Konservierungsstoffe. In diesem Artikel werden wir uns auf letztere konzentrieren. Der wichtigste Grund für den Einsatz von Konservierungsstoffen ist die Erhöhung der Lebensmittelsicherheit durch das Ausschalten biologischer Einflüsse. Die größte Gefahr für den Verbraucher geht von verdorbenen Lebensmitteln aus, beziehungsweise von schädlichen Mikroorganismen (z.B. Bakterien, Hefen, Pilze), die darin vorkommen können. Einige dieser Mikroorganismen können giftige Stoffe (Toxine) ausscheiden, die für den Menschen krankheitserregend und sogar tödlich sind.

Wie und womit werden Lebensmittel konserviert?
Um den Verderb von Lebensmitteln durch Mikroorganismen zu verzögern, werden antimikrobielle Stoffe verwendet, die das Wachstum und die Vermehrung von Bakterien, Hefen und Schimmelpilzen hemmen, verzögern oder sogar stoppen. Schwefelverbindungen wie Sulfite (E 221-228) werden genutzt, um Bakterienwachstum in Wein, getrockneten Früchten oder eingelegtem Gemüse zu verhindern. Sorbinsäure (E 200) ist sehr vielseitig einsetzbar, unter anderem zur Konservierung von Kartoffelzubereitungen, Käse und Marmelade. Eine weitere wichtige Stoffgruppe sind die Nitrat- und Nitritverbindungen (E 249-252). Diese schützen als Zusatzstoff in Fleischprodukten wie Wurst und Schinken vor Lebensmittelvergiftungen durch das Botolinumbakterium (Clostridium botulinum) und tragen somit erheblich zur Lebensmittelsicherheit bei. Benzoesäure und ihre Kalzium-, Natrium- und Kaliumsalze (E 210-213) werden gegen Bakterien und Pilze in Lebensmitteln wie eingelegten Gurken, brennwertverminderte Konfitüren und Gelees, Soßen und Würzmittel eingesetzt

Beispiele von in der EU häufig angewendeten Konservierungsstoffen:

E-Nummer Stoff/Klasse Ausgewählte Lebensmittel, in denen sie verwendet werden
E 200-203 Sorbinsäure und Sorbinsäureverbindungen Käse, Wein, getrocknetes Obst, Fruchtsoßen, Garnierungen
E 210-213 Benzoesäure und Benzoate Eingelegtes Gemüse, brennwertverminderte Marmeladen und Gelees, kandierte Früchte, halbkonservierte Fischprodukte, Soßen
E 220-228 Schwefeldioxid und Schwefelverbindungen Getrocknete Früchte, Obstkonserven, Kartoffelprodukte, Wein
E 235 Natamycin Oberflächenbehandlung von Käse und Wurst
E 249-252 Nitrit- und Nitratverbindungen Wurst, Speck, Schinken, Gänseleberpastete, Käse, Bismarckheringe

Kontrolle und Kennzeichnung

Damit Konservierungsstoffe die Lebensmittelsicherheit auch wirklich fördern, durchlaufen sie vor der Markteinführung eine Sicherheitsbewertung und ein Genehmigungsverfahren. Für die Sicherheitsbewertung, die Zulassung, die Kontrolle und die Kennzeichnung der Konservierungsstoffe und anderer Zusatzstoffe auf europäischer Ebene sind die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) sowie die Europäische Kommission, das Europäische Parlament und der Europarat verantwortlich. Auf internationaler Ebene gibt es ein Expertengremium aus der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der „Gemeinsame Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe“ (JECFA).

Die Sicherheitsbewertung von Konservierungsstoffen beruht – wie bei allen anderen Lebensmittelzusätzen – auf der Bewertung aller verfügbaren toxikologischen Daten, einschließlich Untersuchungen an Menschen und Tieren. Daraus wird die maximale Menge an Zusatzstoffen ermittelt, die keine nachweisbare toxische Wirkung hat. Diese Grenze nennt man „no-observed-adverse-effect level” (NOAEL), mit deren Hilfe man für jeden Zusatzstoff die höchste akzeptable tägliche Aufnahme bzw. ”Acceptable Daily Intake” (ADI) berechnet. Der ADI-Wert bietet eine große Sicherheitsspanne und bezieht sich auf die tägliche Dosis an Lebensmittelzusätzen, die ein Leben lang ohne negative Wirkungen für die Gesundheit aufgenommen werden kann.

Die Zulassung und die Verwendung von Konservierungsstoffen werden von der Richtlinie NR 95/2/EG des europäischen Parlaments und des Rates vom 20.Februar 1995 über andere Lebensmittelzusatzstoffe als Farbstoffe und Süßungsmittel geregelt.

In der Öffentlichkeit wurden Bedenken laut, dass einige Lebensmittelzusätze schädliche Nebenwirkungen haben könnten, obwohl sorgfältige Untersuchungen gezeigt haben, dass dies hauptsächlich auf Missverständnissen und nicht auf nachweisbaren schädlichen Reaktionen beruht. Konservierungsstoffe wurden selten als Quelle allergischer (immunologischer) Reaktionen identifiziert. Zu den Lebensmittelzusätzen, von denen Nebenwirkungen berichtet wurden, gehören einige Konservierungsstoffe der Gruppe der Sulfitverbindungen, darunter anorganische Sulfitverbindungen (E 221-228) und Benzoesäure sowie deren Derivate (E 210-213). Diese können bei empfindlichen (asthmatischen) Menschen Asthma auslösen – was sich durch Atemschwierigkeiten, Kurzatmigkeit, Keuchen und Husten bemerkbar macht.

Das Europäische Parlament und der Europarat haben ein detailliertes Kennzeichnungssystem für Lebensmittelzusätze etabliert, das gewährleisten soll, dass Verbraucher hinsichtlich Lebensmitteln mit Konservierungsstoffen eine informierte Wahl treffen können.
Der Gesetzgeber hat dafür gesorgt, dass Zusätze auf der Verpackung von Lebensmitteln nach ihrer Kategorie (Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Antioxidationsmittel, etc.) mit ihrem Namen oder ihrer E-Nummer gekennzeichnet werden müssen.

Fazit

Konservierungsstoffe sind nach wie vor notwendig, um die Sicherheit und Vielfalt der Lebensmittel zu gewährleisten. Sie wirken, indem sie den Verderb von Lebensmitteln verzögern und Veränderungen des Geschmacks oder Aussehens verhindern. Ihre Beurteilung und Verwendung in Lebensmitteln wird sowohl auf EU- als auch auf internationaler Ebene streng kontrolliert.

Weitere Informationsquellen

FOOD TODAY 05/2004

Quelle: Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel

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(DE) Aid Infodienst(DE) Deutsche Gesellschaft für Ernährung(DE) Europäische Kommission – GD Gesundheit und Verbraucherschutz – Lebensmittelsicherheit(DE) Foodnews(DE) Forum Ernährung Heute(DE) Verbraucher Initiative (EN) Asian Food Information Centre(EN) British Nutrition Foundation(EN) EFSA - European Food Safety Authority(EN) EU Legislation on Food Additives(EN) EUFIC's Coolfoodplanet Website for Kids (also in French, German, Spanish and Italian)(EN) EUROPA.EU(EN) European Commission - DG SANCO (Food Safety)(EN) FDA - Food and Drug Administration (Centre for Food Safety and Applied Nutrition, United States)(EN) Food Communications Information Service, University College Cork(EN) Food Standards Agency (United Kingdom)(EN) Institute for Food Science and Technology(EN) International Food Information Council(EN) International Programme on Chemical Safety (IPCS)(EN) Irish Food Safety Authority(EN) Irish Food Safety Promotion Board(EN) JECFA - Joint Expert Group on Food Additives (FAO)(EN) JECFA- Joint Expert Group on Food Additives (WHO)(EN) Joint Health Claims Initiative(EN) Partnership for Food Safety Educators(EN) PASSCLAIM(EN) University of Reading (EU law, UK law, E-numbers) (ES) Consejo Latinoamericano de Información Alimentaria(ES) Europa Comisión – DG Sanidad y Protección de los Consumidores – Seguridad Alimentaria(ES) Información Consumidor(ES) Portal internacional sobre inocuidad de los alimentos y sanidad animal y vegeta (ES) Saludalia (Alimentación y Adolescencia)(ES) Sociedad Española de Nutrición Comunitaria(FR) AFSSA - Agence Française de Sécurité Sanitaire des Aliments(FR) Commission Européenne – DG SANCO – Sécurité Alimentaire(FR) Health & Food(FR) Le Portail international de sécurité sanitaire des aliments, et de santé animale et végétale(IT) Sicurezza alimentare
FAQ
Bieten verarbeitete Lebensmittel Vorteile? Gibt es ein klares Gesetz welches die Verwendung von Nitrat spezifiziert? Gibt es eine gesetzliche Definition für Lebensmittel und verarbeitete Lebensmittel? Gibt es für die Ernährung Unterschiede zwischen frischen und gefrorenen Beeren? Haben alle Brotsorten die gleiche Nährwertzusammensetzung? Haben Obst und Gemüse die gleichen Ernährungsqualitäten in rohem wie in gekochtem Zustand? Ist die Aufschrift k.b.A. (Kontrolliert biologischer Anbau), die öfters auf Bio-Produkten zu lesen ist, erlaubt? Kann man die Schale einer Orange unbesorgt essen? Kann man grünen Tee mehr als ein Mal aufgießen? Rufen bestimmte Lebensmittelzusätze Krankheiten hervor und können sie in Kindern Hyperaktivität auslösen? Sind Cysteamin oder Cysteaminchlorid als Lebensmittelzusätze in der EU zugelassen und sind sie heute in irgendwelchen Lebensmitteln enthalten? Sind die Zusätze in verarbeiteten Lebensmitteln wirklich notwendig? Sind gegarte Lebensmittel weniger nahrhaft als Rohe? Sind Konservierungsmittel schädlich? Sind verarbeitete Lebensmittel genauso nahrhaft wie Frische? Sind verarbeitete Lebensmittel weniger nährstoffhaltig als frische Lebensmittel? Verändert sich die Stabilität von flüssigen oder festen Lebensmitteln wenn man konjugierte Linosäure hinzufügt? Warum schwimmen Gnoccis oder Kartoffelklöße an der Wasseroberfläche wenn sie gar sind? Was bedeutet „in unverändertem Zustand“ und „gehärtet“? Was bedeutet der Zusatz „trans“? Was ist der Unterschied zwischen natürlichen und künstlich hergestellten Emulgatoren? Was können Sie mir zur Sicherheit und chemischen Struktur des Süßstoffs Xylitol sagen? Was sind die nährwertspezifischen Unterschiede zwischen frischem Fisch, Fisch in Konserven, geräuchertem und oder tiefgefrorenem Fisch? Welche Nährstoffe gehen bei der Verarbeitung der Milch verloren (Vergleich Ultrahocherhitzen und Pasteurisieren) und welche eventuellen weiteren Verluste, z. B. beim Geschmack oder bei physikalischen Eigenschaften, gehen damit einher? Welche Regelungen gibt es zu Nahrungsergänzungsmitteln in Europa? Wie kommen die Löcher in den Käse? Wie wird UV-Licht in der Lebensmittelverarbeitung eingesetzt? Wie wirken sich Konservierungsstoffe auf die Gesundheit aus und was bedeuten die E-Nummern in der Zutatenliste? Wieso wird der Lebensmittelzusatz Mono-Natriumglutamat, der angeblich häufig in chinesischen Lebensmitteln verwendet wird und Allergien auslösen kann, eigentlich benutzt? Wird der Bedarf für die Aufnahme von Milcherzeugnissen bzw. Kalzium in der westlichen Welt nicht überschätzt? Chinesen nehmen zum Beispiel keine Milchprodukte zu sich und haben dennoch keine Osteoporose. Woraus besteht Gelatine?
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