Zum Besuch der EUFIC-Homepage hier klicken
Lebensmittelsicherheit & Qualität
Lebensmitteltechnologie
Food Risk Communication
Ernährung
Gesundheit & Lebensstil
Ernährungsbedingte Krankheiten
Consumer Insights
(Nur in Englisch)
Food for thought
(Nur in Englisch)
EU-Initiativen
(Teilübersetzt)
Im Rampenlicht
Energy Balance

Diese Web Seite ist von der Health On the Net Stiftung akkreditiert: Klicken Sie, um dies zu überprüfen Wir befolgen den HONcode Standard für vertrauensvolle Gesundheitsinformationen.
Kontrollieren Sie dies hier.



FOOD TODAY 08/2010

Wahrnehmung und Kommunikation von Themen der Lebensmittelsicherheit in Europa

Verbraucher werden ständig mit Informationen zu Gesundheit und Lebensmittelsicherheit konfrontiert. Dennoch sorgen sie sich neueren Erkenntnissen zufolge nach wie vor über die Lebensmittelherstellung. Das Verständnis bestehender Barrieren für adäquate Kommunikation von Lebensmittelthemen sowie das Aufzeigen möglicher Lösungen sind Ziel des von der Europäischen Kommission finanzierten Projekts „FoodRisC“.
Das Projekt FoodRisC

Eine ausgewogene Kommunikation von Themen der Lebensmittelsicherheit stellt in der Europäischen Union (EU) immer noch eine Herausforderung dar. Nach wie vor machen sich die Menschen Sorgen wegen Verunreinigungen in der Nahrungskette, technologischen Neuerungen und ernährungsbedingten Erkrankungen (z.B. Diabetes, Fettleibigkeit).1,2 Unzählige Informationsquellen mit unterschiedlichen Ansichten fördern die Verwirrung bei den Verbrauchern und erhöhen das Potenzial für Falschinformationen oder Fehlinterpretationen.3 Zwar werden Einflussfaktoren der Risikowahrnehmung durch die Verbraucher zusehends besser verstanden, die Strategien zur Risikokommunikation immer wirkungsvoller. Jedoch konnten bezüglich geeigneter Übermittlungswege für diese Informationen keine vergleichbaren Erfolge erzielt werden.

Das von der Europäischen Kommission finanzierte Projekt FoodRisC soll sich dieser Aufgabe widmen und die wichtigsten Beziehungen zwischen Risiken und Nutzen im Bereich der Lebensmittelsicherheit charakterisieren. Dafür soll auch das Potenzial der neuen sozialen Medien getestet werden, um eine Systematik zu etablieren, wie Verbraucher mit Informationen zu Risiken und Nutzen bei Lebensmitteln umgehen. Das FoodRisC-Konsortium setzt sich aus Experten der entsprechenden Schlüsseldisziplinen zusammen und wurde aus Forschungsinstituten, Verbraucherorganisationen und kleinen sowie mittleren Unternehmen in zehn EU-Mitgliedsstaaten rekrutiert. Unterstützt wird es durch einen Beratungsausschuss, der aus Vertretern von acht renommierten Organisationen für die Kommunikation von Gesundheitsthemen besteht (einschließlich der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde, der Weltgesundheitsorganisation und Google). Die Koordination obliegt Prof. Patrick Wall vom University College Dublin, School of Public Health and Population Science. Ziel von FoodRisC ist die Entwicklung eines Instrumentariums und einer praktischen Leitlinie, mithilfe derer kohärente Informationen zu Themen der Lebensmittelsicherheit gezielt und maßgeschneidert an die Verbraucher in ganz Europa kommuniziert werden können.

Ziele und Methoden von FoodRisC

Das Projekt FoodRisC verfolgt vier Hauptziele:

  1. Beschreiben gängiger Risiko-Nutzen-Zusammenhänge bei Lebensmitteln und Lehren für die zuständigen Kommunikationsexperten.
  2. Sondieren des Potenzials der neuen sozialen Medien (z.B. Blogs, soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter) und Anleiten von Risikokommunikatoren zur optimalen Nutzung dieser Medien für Themen der Lebensmittelsicherheit.
  3. Charakterisieren, wie Verbraucher sich Informationen beschaffen und diese interpretieren und anwenden, damit bestimmte Bevölkerungskreise gezielt angesprochen und Botschaften maßgeschneidert formuliert werden können.
  4. Vorschläge für ein Strategie- und Kommunikationswerkzeug zur wirkungsvollen Vermittlung kohärenter Botschaften an die Verbraucher in allen EU-Ländern.

Diese Ziele werden mithilfe verschiedener Ansätze erreicht, die über den herkömmlichen Rahmen der Kommunikation von Themen der Lebensmittelsicherheit hinausgehen. Die traditionelle Kommunikation erfolgt ausgehend von einer autoritären Informationsquelle über die klassischen Medien (Fernsehen, Internet, Printmedien) an die Verbraucher. Das FoodRisC-Projekt passt dieses Kommunikationsmodell an, indem es die aktive Rolle der Empfänger in die Information einbezieht; auch wird in das Modell eingebaut, wie verschiedene demographische Variablen (wie Geschlecht, sozioökonomischer Status, Alter) als Barrieren für das Verbraucherverständnis fungieren. FoodRisC baut auf den Erkenntnissen anderer EU-Projekte wie Beneris (Benefit-Risk Assessment for Food: an Iterative Value-of-Information Approach), Qalibra (Quality of life - integrated benefit and risk analysis), PASSCLAIM (Process for the Assessment of Scientific Support for Claims on Foods) und BRAFO (Risk-Benefit Analysis of Foods) auf.

Was ist das neue an FoodRisC?

In den letzten 15 Jahren wurde quer durch mehrere wissenschaftliche Diszi-plinen intensiv auf dem Gebiet der Risikowahrnehmung und -kommunikation-geforscht. Neuere Forschungsergebnisse unterstreichen, wie wichtig es ist, die Wahrnehmung von Risiken und Nutzen durch den Verbraucher zu berücksichtigen. Forschung auf dem Gebiet der Entwicklung und Umsetzung von Kommunikationstools, die die demographischen Probleme beim Verständnis der Verbraucher in Sachen Lebensmittelsicherheit überwinden, ist jedoch bislang rar.

Das FoodRisC-Projekt ist neu, da es nicht nur die Barrieren für eine wirkungsvolle und ausgeglichene Nutzen-Risiko-Kommunikation identifizieren, sondern auch neue Ansätze zur Überwindung dieser Barrieren entwickeln möchte. Dies ge-schieht durch Einbeziehen der neuen sozialen Medien, Verwenden von maßge-schneiderten Botschaften, und Standardisieren zentraler Themen der Lebensmittelsicherheit. Das Projekt beschränkt sich nicht auf „Lebensmittelskandale”, die gerne von den Medien aufgegriffen werden, sondern erfasst alltägliche Beispiele für ernährungsbezogene Kommunikation, die eine direktere Auswirkung auf das Leben der Verbraucher hat.

Was ist das Ziel? Die Auswirkungen von FoodRisC

FoodRisC möchte mit dem zu entwickelnden Instrumentarium und den praktischen Leitlinien europaweit bewirken, dass eine effektive Kommunikation kohärenter Botschaften zwischen allen EU-Mitgliedsstaaten möglich wird. Dazu werden alle Informationen kanalisiert, die zu den derzeit bestehenden Barrieren für das Konsumentenverständnis vorliegen, und neue Ansätze entwickelt, um jene Barrieren zu überwinden.

EUFIC fungiert sowohl als Forschungs- als auch als Verbreitungspartner mit dem Ziel, den Verbraucher im Umgang mit Informationen zur Lebensmittelsicherheit grundsätzlich zu verstehen. Zusammen mit einer effektiven Informationsverbreitung und entsprechendem Training wird das FoodRisC-Instrumentarium die derzeitige Praxis der Kommunikation von ernährungsbezogenen Inhalten zwischen nationalen und internationalen Entscheidungsgremien unmittelbar verbessern und langfristig die Gesundheitsinitiativen in der EU voranbringen.

Weiterführende Informationen

FoodRisC erhält Forschungsförderung durch das 7. Rahmenprogramm der Europäischen Kommission, Vertrag-Nr. 245124.

EUFIC Review - An Introduction To Food Risk Communication (English only). www.eufic.org/article/de/lebensmittelsicherheit-qualitat/risk-communication/expid/review-food-risk-communication/

Literatur
  1. Foster R and Lunn J. (2007). "40th Anniversary Briefing Paper: Food availability and our changing diet." Nutrition Bulletin 32(3):187-249.
  2. Smillie L and Blissett A. (2010). A model for developing risk communication strategy. Journal of Risk Research 13(1):115-134.
  3. Miller GD et al. (2006). American Journal of Clinical Nutrition, Vol. 83, No. 6, 1272-1275
  4. Frewer LJ et al. (2003). Communicating about the risks and benefits of genetically modified foods: The mediating role of trust. Risk Analysis 23:1117-1133.
Podcasts zum Thema
Lebensmittelsicherheit , Aspartam, Kalorienarme Süßungsmittel, Lebensmittelherkunft
Lebensmittelsicherheit , Lebensmittelfremdstoffe, Zusatzstoffe
ÜBER EUFIC
EUFIC, das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel, ist eine gemeinnützige Organisation, die den Medien, Gesundheits- und Ernährungsfachleuten, Erziehern und meinungsbildenden Einrichtungen wissenschaftlich fundierte Informationen über Nahrungsmittelsicherheit und -qualität sowie Gesundheit und Ernährung auf eine für Konsumenten verständliche Weise liefert.

Weiterlesen
Letzte Aktualisierung der Website: 20/08/2014
Alle Suchergebnisse anzeigen