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FOOD TODAY 12/2008

Die Bedeutung der Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren

Food TodayWährend über die Vorteile des Verzehrs von Omega-3-Fettsäuren häufig zu lesen ist, finden sich zu den Omega-6-Fettsäuren deutlich weniger Berichte. Was sind Fettsäuren eigentlich und warum ist es so wichtig, sie in ausgewogenen Mengen zu uns zu nehmen?
Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren im Organismus
 
Sowohl Omega-3- als auch Omega-6-Fettsäuren (n-3 bzw. n-6) sind wichtige Komponenten der Zellmembranen und Vorläufer vieler anderer Substanzen im Körper, die zum Beispiel für die Regulierung des Blutdrucks oder für Entzündungsreaktionen verantwortlich sind. Es liegen zunehmend Hinweise dafür vor, dass Omega-3-Fettsäuren vor tödlichen Herzkrankheiten schützen. Dass sie über eine entzündungshemmende Wirkung verfügen, ist schon länger bekannt und spielt offensichtlich bei diesen wie auch bei anderen Erkrankungen eine Rolle. Die Bedeutung der Omega-3-Fettsäuren in der Prävention von Diabetes und bestimmten Krebsarten rückt zudem immer mehr ins Zentrum des wissenschaftlichen Interesses.1
 
Der menschliche Organismus ist in der Lage, alle benötigen Fettsäuren selbst zu bilden, mit Ausnahme der folgenden zwei Fettsäuren: Linolsäure (LA), eine Omega-6-Fettsäure, und alpha-Linolensäure (ALA), eine Omega-3-Fettsäure. Beide müssen mit der Nahrung aufgenommen werden und werden deshalb als „essentielle Fettsäuren” bezeichnet. Die beiden Fettsäuren werden für Wachstum und Gewebereparatur benötigt, können aber auch zur Synthese anderer Fettsäuren (z.B. Arachidonsäure (AA) aus LA) verwendet werden. Da die Umwandlung in bestimmte andere Fettsäuren jedoch nur in begrenztem Umfang stattfindet, wird empfohlen, Nahrungsmittelquellen für Eikosapentaensäure (EPA) und Dokosahexaensäure (DHA) in den Speiseplan einzubauen. LA und ALA sind in Pflanzen- und Samenölen enthalten. Die Gehalte an LA sind meist viel höher als die an ALA, doch stellen Rapsöl und Walnussöl sehr gute Quellen für Letztere dar. EPA und DHA sind in fettreichen Fischen wie Lachs, Makrele oder Hering enthalten. Zu den Lieferanten der AA zählen vor allem Fleisch und Eigelb.
 
Das Verhältnis von Omega-6 zu Omega-3
 
Im menschlichen Organismus konkurrieren LA und ALA um die Verstoffwech-selung durch das Enzym delta6-Desaturase. Dies ist, wie man annimmt, für die Gesundheit von besonderer Bedeutung, da eine zu hohe Zufuhr von LA die Umwandlung von ALA durch delta6-Desaturase vermindert, was das Risiko für eine Herzerkrankung erhöhen kann. Diese Annahme wird durch Daten
gestützt, die belegen, dass im Laufe der letzten 150 Jahre parallel zum Anstieg der Herzerkrankungen die Aufnahme von Omega-6-Fettsäuren mit der Nahrung gestiegen ist, die der Omega-3-Fettsäuren aber gleichzeitig gesunken. So wurde das Konzept vom „idealen” Verhältnis Omega-6-/Omega-3-Fettsäuren entwickelt.2
 
Jenes Verhältnis, bei dem das Risiko für Herzkrankheiten sinkt, konnte allerdings bislang noch nicht definiert werden. Manche Experten sind zudem der Meinung, dass es weniger auf das Verhältnis als auf die absoluten Mengen der mit der Nahrung zugeführten Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren ankommt. Ein Workshop-Bericht zu diesem Thema kam zu dem Schluss, dass durch einfaches Erhöhen der Mengen an ALA, EPA und DHA in der Nahrung auch die gewünschte Erhöhung der Konzentrationen dieser Fettsäuren im Körpergewebe erreicht werden kann und dass die Zufuhr an LA und AA nicht verringert werden muss.3 Außerdem würde nach der „Verhältnis“-Methode nicht unterschieden, ob bei korrektem Verhältnis auch eine Bedarfsdeckung erreicht wird.
 
Aufnahme über die Nahrung
 
Die Empfehlung für die Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren mit der Nahrung variieren je nach Land von 0,5 % bis 2 % der Energiezufuhr; für ALA wird eine Aufnahme von 0,5 % bis 1,2 % der Energiezufuhr bzw. 1-2 g pro Tag empfohlen. Eine Studie zur Aufnahme der verschiedenen Arten von Fett mit der Nahrung hat gezeigt, dass die tägliche Zufuhr von ALA zwischen 0,6 g (Frankreich und Griechenland) und 2,5 g (Island) bei Männern und zwischen 0,5 g (Frankreich) und 2,1 g (Dänemark) bei Frauen liegt.4 Die Aufnahme war in den meisten Fällen zu niedrig, sodass eine Erhöhung des Konsums an Omega-3-reichen Lebensmitteln generell zu empfehlen ist. Dies liesse sich zum Beispiel durch eine oder zwei Portionen fetten Fischs in der Woche und die gelegentliche Verwendung von Rapsöl anstelle von Sonnenblumenöl erreichen.
 
Die chemische Struktur der Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren
 
Etwa 90 % unseres Nahrungsfettes wird in Form von Triglyzeriden aufgenommen, die aus Fettsäuren und Glyzerin bestehen. Fettsäuren bestehen aus einer Kette von Kohlenstoffatomen, an deren einem Ende sich eine Methylgruppe und an deren anderem Ende sich eine Carboxylgruppe befindet. An jedes C-Atom ist eine bestimmte Zahl von Wasserstoffatomen gebunden. Liegt innerhalb der Kette anstelle der Bindung an Wasserstoffatome eine Doppelbindung zwischen zwei Kohlenstoffatomen vor, so spricht man von ungesättigten Fettsäuren; fehlen diese Doppelbindungen, handelt es sich um eine gesättigte Fettsäure. Gesättigte Fettsäuren enthalten somit die maximal mögliche Anzahl an Wasserstoffatomen, während bei den ungesättigten Fettsäuren die fehlenden Wasserstoffatome durch Kohlenstoff-Doppelbindungen ersetzt werden.
 
Der Begriff „einfach ungesättigte Fettsäuren” bedeutet, dass nur eine Doppelbindung vorliegt, während Ketten mit zwei oder mehr Doppelbindungen als „mehrfach ungesättigte Fettsäuren” bezeichnet werden. Die Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren sind mehrfach ungesättigte Fettsäuren (Abb. 1): Der Unterschied besteht in der Stellung der Doppelbindungen, nämlich, wie viele C-Atome die erste Doppelbindung vom endständigen Omega-C-Atom entfernt ist. Bei Omega-3-Fettsäuren liegt die erste Doppelbindung nach dem dritten Kohlenstoffatom, während sie bei den Omega-6-Fettsäuren nach dem sechsten C-Atom liegt, immer von der endständigen Methylgruppe aus gerechnet.
 
Omega fatty acids DE
 
Weitere Informationen finden Sie unter:
 
Literatur
  1. Lunn J and Theobald H. (2006) The health effects of dietary unsaturated fatty acids.  Nutrition Bulletin 31:178-224
  2. Simopoulos A. (2008) The importance of the omega-6/omega-3 fatty acid ratio in cardiovascular disease and other chronic diseases. Experimental Biology and Medicine. Online veröffentlicht am 11. April 2008. DOI:10.3181/0711-MR-311
  3. Stanley JC, Elsom RL, Calder PC, Griffin BA, Harris WS, Jebb SA, Lovegrove JA, Moore CS, Riemersma RA, Sanders TA. (2007) UK Food Standards Agency Workshop Report: the effects of the dietary n-6:n-3 fatty acid ratio on cardiovascular health. British Journal of Nutrition 98:1305-1310
  4. Hulshof KF, van Erp-Baart MA, Anttolainen M, Becker W, Church SM, Couet C, Hermann-Kunz E, Kesteloot H, Leth T, Martins I, Moreiras O, Moschandreas J, Pizzoferrato L, Rimestad AH, Thorgeirsdottir H, van Amelsvoort JM, Aro A, Kafatos AG, Lanzmann-Petithory D, van Poppel G. (1999) Intake of fatty acids in Western Europe with emphasis on trans fatty acids: the TRANSFAIR study. European Journal of Clinical Nutrition 53:143-157
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Letzte Aktualisierung der Website: 14/08/2014
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