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EU-Projekte - Sonderausgabe 03/2012

Erkenntnisse zur Fettleibigkeit bei Kindern – gesund leben über IDEFICS hinaus

Nach über 5 Jahren gezielter Forschung und Entwicklung endet IDEFICS, das umfeldbezogene, gemeinschaftsorientierte Interventionsprojekt zu Fettleibigkeit bei Kindern, finanziert durch das 6. EU-Rahmenprogramm. Angesichts der fortschreitenden Ausbreitung von Adipositas (Fettsucht) in Europa muss der erzielte Erfolg aufrechterhalten werden, so dass alle Kinder gesundes Leben erlernen können.

Was war das Projekt IDEFICS?
Die IDEFICS-Studie (Identifikation und Prävention von ernährungs- und lebensstilbedingten Gesundheitsfaktoren bei Kleinkindern und Kindern) hat zunächst eine umfangreiche Querschnittserhebung mit über 16.000 Kindern im Alter von 2–9 Jahren in acht europäischen Ländern durchgeführt. Darauf folgte eine gezielte Intervention und eine Nachfolgeuntersuchung derselben Kinder zur Beurteilung des Einflusses von Ernährung und Lebensstil auf das Körpergewicht und andere gesundheitliche Parameter.1 Die Maßnahmen waren um 6 Schlüsselbotschaften (Tabelle 1) angeordnet, die auf Ernährung, körperliche Aktivität und Stress abzielten, um eine gesündere Lebensweise sowohl für Kinder als auch für deren Eltern zu fördern.2 Die noch andauernde Auswertung hofft zu zeigen, dass IDEFICS wirksam war und welches die Hauptfaktoren für die mögliche Wirksamkeit der Intervention waren, bei direkter Vergleichbarkeit der Länder.

Tabelle 1. Schlüsselbotschaften von IDEFICS2 

Ernährung
Förderung der täglichen Wasseraufnahme
Förderung des täglichen Verzehrs von Obst und Gemüse
Körperliche Aktivität
Weniger fernsehen
Förderung täglicher körperlicher Aktivität
Stress, Bewältigung und Entspannung
Mehr Zeit miteinander verbringen  
Angemessene Schlafzeiten erreichen

Lernerfolg
Die Studie hat bereits einige bedeutende Ergebnisse zutage gefördert, z. B. dass in Europa etwa 1 von 5 Kindern übergewichtig oder adipös ist, wobei in den südlichen Ländern der Anteil höher ist. Die untersuchten Kinder zeigten mehrere Risikofaktoren für die Entwicklung von Herzleiden im späteren Leben, woraus sich die Notwendigkeit ergibt, mit der Prävention der Adipositas früh zu beginnen.3

In der IDEFICS-Population waren Übergewicht und Adipositas bei Kindern verknüpft mit:

  • zu wenig Schlafzeit (weniger als 11 Stunden pro Nacht4);
  • ungenügender Bewegung (weniger als die empfohlenen 60 Minuten täglich mittlerer bis hoher körperlicher Aktivität);
  • zu hoher Medienkonsum (z. B. Fernsehen) (mehr als 14 Stunden pro Woche) und allgemein inaktive Lebensweise;
  • bestimmte Familienstrukturen (geringes Einkommen, geringe Bildung, alleinerziehende Eltern, solche mit Migrationshintergrund oder selbst übergewichtige/adipöse Eltern).3

Übergewichtige und adipöse Kinder, vor allem Mädchen, zeigten geschmackliche Vorlieben für Nahrungsmittel mit zusätzlichem Fett oder Zucker.5 Unabhängig von den Geschmackspräferenzen ernährten sich Kinder, die mehr fernsahen, fett- und zuckerreicher.

Der Anteil körperlicher Aktivitäten wurde dadurch beeinflusst, inwieweit die Kinder in der Lage waren, sich in ihrer Umgebung zu bewegen. IDEFICS entwickelt einen „Moveability Index“, der Stadtplaner über gesunde Umgebungen für Kinder informiert.6 Einige der neuesten zu veröffentlichenden Ergebnisse zeigen die Vorteile sportlicher Betätigung für die Knochengesundheit. Kinder, die schneller liefen, weiter sprangen und täglich aktiver waren, hatten stärkere Knochen.7

Die Erforschung einer gesünderen Zukunft
Die Wissenschaftler von IDEFICS haben speziell für dieses Projekt standardisierte Methoden der Datenerfassung entwickelt, um die Faktoren Ernährung, Lebensstil, psychosoziale, biochemische und genetische Faktoren für Übergewicht, Adipositas, metabolisches Syndrom und verminderte Knochengesundheit bei Kindern zu erkennen. Solche abgesicherten Standards besitzen großen Wert für die zukünftige Forschung und Beobachtung, da sie eine Vergleichbarkeit der Daten aus verschiedenen Zusammenhängen erlauben dürften.

Die anfänglichen Ergebnisse zeigen das Potenzial, den aktuell steigenden Trend zur Fettleibigkeit und schlechter Gesundheit von Kindern zu verbessern. Die IDEFICS-Grundlagen bieten eine einzigartige Gelegenheit für Entscheidungsträger, die Prävention von Adipositas und schlechtem Gesundheitszustand in Europa zu verfolgen. Die Wissenschaftler sind bestrebt, die Zusammenstellung und Analyse der Daten fortzusetzen, um zu klären, welches die wichtigsten Lektionen sind. Diese Beweisgrundlage bildet die Basis für eine Reihe von IDEFICS-Richtlinien und –Empfehlungen zu Ernährung, Verhalten und Lebensstil, um die Gesundheit von Kindern zu fördern und Krankheiten vorzubeugen.2

Nachhaltig gesund leben
Die Hinwendung zu einem gesunden Lebensstil muss durch eine gesunde Umgebung unterstützt werden. Alle Interessengruppen – Wissenschaftler, Gesundheitsfachkräfte, Entscheidungsträger, Interessenvertreter und Konsumenten – müssen zusammenarbeiten, damit Maßnahmen wie das IDEFICS-Projekt funktionieren können. In Anerkennung der Errungenschaften von IDEFICS in den beteiligten Kommunen wurde eine Bürgermeisterplattform für die Interventionsgemeinden etabliert. Bei einem Treffen über die Nachhaltigkeit der Intervention in Göteborg im Mai 2011 unterzeichnete das Netzwerk der Entscheidungsträger und anderer Interessengruppen die IDEFICS-Charta, ein Abkommen für fortgesetzten Einsatz und Aktionen.8 Eine Toolbox stellt die bei IDEFICS verwendeten anpassbaren Module und Kommunikationsstrategien vor, mit denen die Intervention in weiteren Städten erfolgreich umgesetzt werden soll.

Weitere Informationen
www.ideficsstudy.eu  
IDEFICS dankt für die umfangreiche finanzielle Unterstützung durch das 6. Rahmenprogramm der Europäischen Kommission, Vertragsnummer 016181–2.

Literatur

  1. Ahrens W et al. on behalf IDEFICS Consortium (2011). The IDEFICS cohort: Design, characteristics and participation in the baseline survey. Int J Obes 35 (Suppl.1):S3–S15.
  2. De Henauw S et al. on behalf IDEFICS Consortium (2011). The IDEFICS community-oriented intervention programme: a new model for childhood obesity prevention in Europe? Int J Obes 35 (Suppl.1):S16–S23.
  3. Food Today EU-Projekte – Sonderausgabe Nr. 1 (2011). Wie man Fettleibigkeit bei Kindern vermeiden kann – Neues von der IDEFICS-Studie. Verfügbar unter: http://www.eufic.org/article/de/artid/Fettleibigkeit-bei-Kindern-vermeiden-Neues-IDEFICS-Studie/
  4. Hense S et al. (2011). Sleep duration and overweight in European children: is the association modified by geographic region? Sleep 34(7):885–890.
  5. Lanfer A et al. (2012). Taste preferences in association with dietary habits and weight status in European children: results from the IDEFICS study. Int J Obes 36:27–34.
  6. Buck C et al. (2011). Development and application of a moveability index to quantify possibilities for physical activity in the built environment of children. Health Place 17(6):1191–1201.
  7. IDEFICS (2011). IDEFICS News N° 2011/4. Verfügbar unter: http://www.idefics.eu/Idefics/UserFiles/File/IDEFICS-news-2011-4(2).pdf
  8. IDEFICS (2011). Dissemination platform: Intervention Sustainability Meeting in Partille and Gothenburg 2011. Verfügbar unter: http://www.idefics.eu/Idefics/webcontent?cmd=innerDoc&path=3572&start=true
ÜBER EUFIC
EUFIC, das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel, ist eine gemeinnützige Organisation, die den Medien, Gesundheits- und Ernährungsfachleuten, Erziehern und meinungsbildenden Einrichtungen wissenschaftlich fundierte Informationen über Nahrungsmittelsicherheit und -qualität sowie Gesundheit und Ernährung auf eine für Konsumenten verständliche Weise liefert.

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Letzte Aktualisierung der Website: 21/07/2016
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