Ein wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang ist allerdings die Tatsache, dass der BMI nicht berücksichtigt, welchen Anteil Muskeln bzw. Fett am individuellen Körpergewicht ausmachen. Somit könnte eine sportliche Person mit grosser Muskelmasse tatsächlich in die Kategorie „fettleibig” fallen, obwohl das erhöhte Körpergewicht ausschliesslich auf die Menge an Muskeln und nicht auf grosse Fettpolster zurückzuführen ist. Aus diesem Grund neigen Forscher heute dazu, das Körperfett anstelle des Gesamtgewichts als Indikator für den Gesundheitszustand und das Krankheitsrisiko eines Menschen heranzuziehen. Daher sollte die BMI-Klassifikation durch die Messung des Taillenumfangs ergänzt werden, der Aufschluss über die Ansammlung von Fettgewebe im Bauchraum (Abdomen) gibt. Dieses abdominale Fett wird mit verschiedenen Krankheiten in Verbindung gebracht. Je grösser die Fettmenge im Bauchraum, desto höher ist das Risiko für Diabetes Typ II, Bluthochdruck (Hypertonie) und koronare Herzkrankheit. Bei einem gesunden Mann sollte der Bauchumfang maximal 102 cm, bei der gesunden Frau höchstens 80 cm betragen. Fettgewebe und körperliche Aktivität Fettgewebe besteht aus Fettzellen. Aufgrund hormoneller Einflüsse reichert sich Fett beim Mann eher um den Bauch herum an, während Frauen Fettpolster meist in einer dünneren Schicht unter der Körperhaut sowie an Hüften und Oberschenkeln ansetzen. Je mehr übermässiges Fettgewebe eingelagert wird, insbesondere um die Taille, desto höher ist das Risiko für diverse Gesundheitsprobleme. Das Mass der körperlichen Aktivität (Physical Activity Level, PAL) eines Menschen ergibt sich aus dem Verhältnis des Gesamtenergieverbrauchs während eines Tages zur Energie, die der Körper während 24 Stunden im Ruhezustand verbraucht. Kurz gesagt, je aktiver eine Person ist, desto höher ist ihr PAL-Wert. Ein niedriger PAL liegt unter 1,49, ein mittlerer PAL bei etwa 1,5 und ein hoher PAL über 1,9. Intensive körperliche Aktivität steht eindeutig mit stabilem Körpergewicht in Zusammenhang.1,2 Unter intensiver körperlicher Aktivität versteht man jede Art von körperlicher Betätigung, bei der Herz- und Atemfrequenz steigen („ausser Atem kommen“) und die eine beträchtliche Anstrengung erfordert. Beispiele für solche sportlichen Aktivitäten sind: Laufen, rasches Radfahren, Aerobic und Mannschaftssportarten wie Fussball, Hockey oder Volleyball. Untersuchungen an Kindern und Jugendlichen haben gezeigt, dass Heranwachsende, die relativ viel Sport treiben, geringere Mengen an Körperfett haben als inaktive Jugendliche.3,4 Eine andere Studie hat nachgewiesen, dass europäische Kinder im Alter von 9-10 Jahren, die täglich mehr als 40 Minuten intensiv körperlich aktiv waren, weniger Körperfett aufwiesen als Kinder gleichen Alters, die sich nur 10-18 Minuten täglich sportlich betätigten.2 Wie aus Studien hervorgeht, ist ein PAL von etwa 1,8 erforderlich, um Gewichtszunahmen zu minimieren.1 Dieser PAL von 1,8 ergibt sich aus moderaten Aktivitäten wie Arbeiten im Stehen oder Gehen, wie dies z.B. bei Hausfrauen, Verkaufspersonal, Kellnern, Mechanikern oder Kaufleuten der Fall ist.5,6 Setzt man dies in Relation zu den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation, WHO), die 30-minütige körperliche Aktivität an fast allen Tagen der Woche empfiehlt, so müssten die meisten Menschen täglich etwas Sport in ihr Tagesprogramm einplanen. Wer sich intensiv bewegt, hat einen höheren PAL, da er mehr Energie verbraucht. Bei Personen mit niedrigem oder mittlerem PAL hat sich hingegen gezeigt, dass bei Frauen wie Männern ein signifikanter Zusammenhang mit einer Erhöhung der Körperfettmenge bestand. Daraus könnte man schliessen, dass ein Mensch unter Umständen täglich 60-90 Minuten flott gehen oder eine vergleichbar intensive Aktivität ausüben müsste, um ausreichend Energie zu verbrauchen und damit sein Gewicht stabil zu halten.1 Obwohl die Energiebilanz natürlich auch durch geringere Energiezufuhr ausgeglichen werden kann, bringt reduzierte Kalorienaufnahme nicht die gesundheitlichen Vorteile, durch die sich körperliche Aktivität auszeichnet. Zusammenfassung Um Ihr Körperfett zu reduzieren und in den Genuss der gesundheitlichen Vorteile regelmässiger körperlicher Aktivität zu kommen, sollten Sie sportliche Betätigung zu einem Teil Ihres Alltags machen. Die WHO empfiehlt zur Reduzierung des Gesundheitsrisikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Dickdarm- bzw. Brustkrebs eine moderat intensive körperliche Aktivität von mindestens 30 Minuten an den meisten Tagen der Woche.7 Um das Körpergewicht zu reduzieren bzw. zu halten, kann noch mehr Bewegung erforderlich sein. Um das Verständnis für die Bedeutung von Energiezufuhr und Energieverbrauch zu fördern, hat EUFIC auf seiner Website den neuen Bereich „Energy balance“ eingerichtet. Hier erfahren Sie alles über Ihren persönlichen Energiebedarf und körperliche Aktivität. Literatur
FOOD TODAY 07/2008 ![]() Quelle: Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel |
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