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FOOD TODAY 12/2001

Aktuelles über Essstörungen

Food TodayEssstörungen wie Magersucht und Bulimie können nicht nur die Psyche und die Gesundheit beeinträchtigen, sondern manchmal sogar lebensgefährlich sein. Die Betroffenen beschäftigen sich stets zu viel mit Lebensmitteln, haben ein gestörtes Körperidealbild und ein unkontrolliertes Essverhalten.

Magersucht (Anorexia nervosa)
Magersucht ist eine lebensbedrohliche Essstörung, bei der die Betroffenen hungern und die Nahrungsaufnahme, die für ein auf die Körpergröße bezogenes gesundes Gewicht nötig ist, verweigern. Obwohl Magersüchtige Appetit haben, unterdrücken sie ihn durch eine strenge Esskontrolle, aus einer zwanghaften Angst, Gewicht zuzulegen. Über 90 Prozent der Betroffenen sind Frauen - die geschätzte Häufigkeit beträgt 0.5 - 3.7 Prozent.1

Magersüchtige sind meist wohlhabend, Perfektionisten und ehrgeizig. Die Betroffenen neigen zu Depressionen, sozialer Zurückgezogenheit und sind abgeneigt über eigene Gefühle zu reden. Die strenge Diät gibt ihnen die Illusion alles unter Kontrolle zu haben. Magersüchtige entwickeln eigenartige Essrituale und weigern sich oft in Gegenwart anderer Personen zu essen. Die Patienten haben einen abnormalen Gewichtsverlust von 15 Prozent oder mehr ihres Körpergewichtes. Zu den körperlichen Anzeichen des Hungerns gehören brüchige Fingernägel und Haare, trockene Haut, Kältegefühl und bei Frauen auch Menstruationsprobleme.

Bulimie (Bulimia nervosa)
Bulimie ist eine der häufigsten Essstörung, die zwei- bis dreimal so oft auftritt wie Magersucht. Die Betroffenen essen typischerweise sehr große Nahrungsmengen (bis zu 5000 Kilokalorien) und befreien ihren Körper von den überflüssigen Kalorien dann durch Erbrechen, Abführmittel oder Diuretika (Entwässerungsmedikamente). Dieses „Ess-Brech-Verhalten" wird oft nicht bemerkt, da die Betroffenen in der Öffentlichkeit normal essen und die Essstörungen geheim gehalten werden. Körperliche Anzeichen sind unter anderem ein durch die Magensäure angegriffener Zahnschmelz, ein durch die angeschwollenen Speicheldrüsen aufgedunsenes Gesicht, durch das ständig herbeigerufene Erbrechen abgenützte Finger und Dehydrierung.

Die Suche nach den Ursachen
Der Beginn der Essstörungen geht oft mit einer stressigen Lebenssituation einher, wie beispielsweise dem Wechsel in eine neue Schule, mangelnder Unabhängigkeit oder einem emotional gestörten Familienumfeld. Sportlerinnen sind oft anfälliger als die übrige Bevölkerung, besonders bei Sportarten, in denen ein geringes Körpergewicht mit niedrigem Fettanteil als Vorteil angesehen wird, wie bei Gymnastik, Ballet und Langstreckenlauf.

Essstörungen haben vor allem psychische Ursachen. Personen mit Essstörungen experimentieren mit verschiedenen Diäten. Teilweise wurden die Diäten an sich als Ursache für Essstörungen angesehen. Heutzutage werden Diäten, als Teil der Essstörung angesehen, aber nicht als deren Ursache. Einige Studien haben gezeigt, dass genetische Faktoren eine Rolle in der Entwicklung von Magersucht und Bulimie spielen könnten.2 Wissenschaftler untersuchen verschiedene Gene, die mit der Umwelt interagieren und andere Faktoren, die verdächtige biochemische Ungleichgewichte von im Gehirn vorkommenden Chemikalien verstärken. Es handelt sich dabei um so genannte Neurotransmitter, die den Appetit, die Gefühle und den Schlafrhythmus kontrollieren.

Eine frühe Diagnose ist sehr wichtig. Die Behandlung besteht aus einem genau abgestimmten Plan aus medizinischer Behandlung, psychosozialer Betreuung, Ernährungsberatung und manchmal auch medikamentöser Behandlung. Das Hauptbehandlungsziel ist es, kontinuierlich und vorsichtig das normale Essverhalten und Körpergewicht wieder herzustellen sowie ein Gefühl für Kontrolle und größeres Selbstvertrauen aufzubauen. Trotz der Komplexität der Essstörungen haben die Betroffenen eine sehr gute Chance auf vollständige Heilung, besonders wenn die Krankheit frühzeitig erkannt wird.

Literatur

  1. National Institute of Mental Health (2001) Eating disorders: Facts about Eating Disorders and the Search for Solutions. NIH Publication No. 01-4901
  2. Strober M, Freeman R, Lampert C, Diamond J, Kaye W. (2000). Controlled family study of anorexia nervosa and bulimia nervosa: evidence of shared transmission of partial syndromes. Amer J. Psych. 157(3): 393-401.
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Essstörungen, Nahrungsaufnahme, Essverhalten, Fettleibigkeit , Ernährung & Gewichtskontrolle
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Letzte Aktualisierung der Website: 17/04/2014
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