LEBENSMITTELSICHERHEIT & QUALITÄT
LEBENSMITTELTECHNOLOGIE
ERNÄHRUNG
GESUNDHEIT & LEBENSSTIL
ERNÄHRUNGSBEDINGTE KRANKHEITEN
CONSUMER INSIGHTS
(Nur in Englisch)
FOOD FOR THOUGHT
(Nur in Englisch)
EU INITIATIVEN
(Teilübersetzt)
IM RAMPENLICHT
Textgröße:

Warum wir essen, was wir essen: die Biologie der Essenswahl

44_4_bigDie vielfältigen Faktoren, die unsere Essenswahl beeinflussen, haben wir in der letzten Ausgabe von Food Today vorgestellt. Dieser Artikel betrachtet, wie unsere biologischen Eigenschaften die Nahrungsauswahl bestimmen, und welche Rolle Appetit, Schmackhaftigkeit und Geschmack spielen. Zukünftige Artikel werden sich mit den sozio-ökonomischen Faktoren der Essenswahl, Schwierigkeiten bei der Ernährungsumstellung und Modellen der Verhaltensänderung beschäftigen.

Unsere physiologischen Bedürfnisse bilden die grundlegenden Faktoren bei der Essenswahl. Menschen benötigen Energie und Nährstoffe um zu überleben, und reagieren daher auf Gefühle wie Hunger oder Sättigung (Befriedigung des Appetits, Zustand ohne Hunger zwischen zwei Mahlzeiten). Dabei können Menschen ihre Nahrung grundsätzlich aus einem breiten Spektrum wählen, sei es pflanzlichen oder tierischen Ursprungs.

Appetit und Essenswahl

HHunger und Sättigung sind das Ergebnis komplexer physiologischer Prozesse. Als Folge spezifischer Signale (z.B. Nährstoffmangel im Blut, leerer Magen) entsteht die Empfindung „Hunger“ und erzeugt ein Bedürfnis zu essen. Während des Essens werden wir satt. Dies führt zur Beendigung der Nahrungsaufnahme und einen Zustand ohne Hunger. Das Gleichgewicht zwischen Hunger, Appetitanregung, Nahrungsaufnahme, Appetitbefriedigung und Sättigung wird vom zentralen Nervensystem gesteuert. Sättigungssignale spielen eine Rolle für den Zeitpunkt und die Größe der nächsten Mahlzeit. Man weiß, dass die Sättigung eine Rolle bei der Energieregulierung spielt.

Die Makro-Nährstoffe, beispielsweise Kohlenhydrate, Proteine und Fette, lösen Sättigungssignale unterschiedlicher Stärke aus. Es gibt Hinweise darauf, dass Fette die geringste und Proteine die höchste Sättigungswirkung haben – die Kohlenhydrate liegen dazwischen (1). Unabhängig vom Fettgehalt erzeugen Lebensmittel mit geringer Energiedichte eine höhere Sättigung als Lebensmittel mit hoher Energiedichte. Dies lässt darauf schließen, dass das Gewicht oder das Volumen der konsumierten Nahrung ein wichtiges Regulatorsignal ist.

Schmackhaftigkeit und Essenswahl

Die Schmackhaftigkeit ist proportional zum Genuss, den wir beim Verzehr eines bestimmten Lebensmittels erfahren. Sie hängt von den sensorischen Eigenschaften des Lebensmittels ab, beispielsweise dem Geschmack. Süße und fette Lebensmittel haben unzweifelhaft sensorische Attraktivität und lösen nach der Nahrungsaufnahme belohnende Effekte aus, die so genannte “Genussantwort”. Diese Effekte werden vom Gehirn vermittelt. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Essen nicht ausschließlich als Nahrungsquelle betrachtet, sondern wegen seines Genusswertes konsumiert wird.

Der Einfluss der Schmackhaftigkeit auf Appetit und Essensaufnahme beim Menschen wurde in verschiedenen Studien untersucht. Mit zunehmender Schmackhaftigkeit nimmt die Nahrungsaufnahme zu, aber die Wirkung der Schmackhaftigkeit auf den Appetit in der Phase nach dem Verzehr ist unklar. Eine Erhöhung der Lebensmittelvielfalt kann ebenfalls die Nahrungs- und Energieaufnahme steigern und kurzfristig den Energiehaushalt verändern (2). Einflüsse auf den langfristigen Energiehaushalt sind jedoch unbekannt.

Geschmack und Essenswahl

Eine Vorliebe für Süßes und eine Abneigung gegen Bitteres gelten als angeborene menschliche Züge (3). Trotzdem können diese leicht durch Erfahrungen modifiziert werden. Präferenzen für bestimmte Lebensmittel entwickeln sich hauptsächlich durch die Assoziation des Lebensmittels mit der Situation und der Häufigkeit, in der es verzehrt wird sowie seinen Wirkungen im Anschluss an die Nahrungsaufnahme und werden daher stark von Erfahrungen und Umwelteinflüssen gesteuert.

Fazit

Biologische Faktoren in Hinsicht auf die Essenswahl sind bedeutsam und zählen zu den zahlreichen Faktoren, die unsere letztlich freie Entscheidungen darüber was, wann und wie viel wir essen, beeinflussen. Strategien zur Ernährungsumstellung müssen nicht nur die körperliche Gesundheit, sondern die Genussantwort und eine Vielzahl demographischer, ökonomischer und sozio-kultureller Faktoren berücksichtigen, von denen einige in zukünftigen Ausgaben von Food Today vorgestellt werden.

Quellen

  1. Stubbs RJ, van Wyk MC, Johnstone AM & Harbron CG (1996) Breakfasts high in protein, fat or carbohydrate: effect on within-day appetite and energy balance. European Journal of Clinical Nutrition 50: 409-17.
  2. Sorensen LB, Moller P, Flint A, Martens M, Raben A (2003). Effect of sensory perception of foods on appetite and food intake: a review of studies on humans. Int J Obes Relat Metab Disord. 27:1152-1166.
  3. Drewnowski A, Ahlstrom Henderson S, Barratt-Fornell A (2001) Genetic taste markers and food preferences. Drug metabolism and disposition 29(4) 535-538

FOOD TODAY 07/2004

Quelle: Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel

Drucken DRUCKEN
Als PDF herunterladen ALS PDF HERUNTERLADEN
AN EINEN FREUND SENDEN AN EINEN FREUND SENDEN
Verwandte Dokumenten VERWANDTE DOKUMENTEN (11)
Verwandte Websites VERWANDTE WEBSITES (22)
FAQ FAQ (28)
Related News RELATED NEWS (6)
Glossar (Nur in Englisch) GLOSSAR (Nur in Englisch)
   
VERWANDTE DOKUMENTEN
VERWANDTE WEBSITES
FAQ
Haben Obst und Gemüse die gleichen Ernährungsqualitäten in rohem wie in gekochtem Zustand? Hat Reis weniger Kalorien als Nudeln? Ist es „normal“ als Erwachsener Milch zu trinken? Kann Fisch Fleisch ersetzen? Kann man für die Deckung seines Kalziumbedarfs vollkommen auf Milch und Milcherzeugnisse verzichten? Kann man so viel Obst essen, wie man will? Kann man Verdauungsbeschwerden vermeiden, wenn man nichts zu den Mahlzeiten trinkt? Können sie mir, da ich spät abends Sport treibe und danach sehr hungrig bin, einige Fakten zum Thema Essen am Abend nennen? Machen Hülsenfrüchte dick? Muss man eine "Erkältung wirklich füttern und ein Fieber verhungern lassen?" Nimmt man bei Obstkuren ab? Sind ökologische Lebensmittel nährstoffhaltiger als konventionelle Lebensmittel? Sind vegetarische Diäten gesünder als solche auf Fleischbasis? Sollte man auf Käse verzichten, wenn man auf sein Gewicht achtet? Sollte man zum Frühstück lieber Brot, Frühstücksgebäck oder Getreideprodukte essen? Sollten ältere Menschen Fleisch essen? Stimmt es, dass der fetteste Fisch immer noch magerer ist als das am wenigsten fette Fleisch? Wann isst man am besten Obst: zu Beginn einer Mahlzeit, am Ende oder außerhalb der Mahlzeiten? Warum ist es wichtig, Obst und Gemüse zu essen? Wie viel Obst und Gemüse sollte man pro Tag essen? Warum wird empfohlen, Hülsenfrüchte und Getreideprodukte zu kombinieren? Was ist der Unterschied zwischen organisch produzierten und konventionell hergestellten Lebensmitteln? Was sind die nährwertspezifischen Unterschiede zwischen frischem Fisch, Fisch in Konserven, geräuchertem und oder tiefgefrorenem Fisch? Welche Lebensmittel sind bei einer Kuhmilchproteinallergie erlaubt? Wenn Ihre Mutter und Großmutter übergewichtig sind, werden Sie es dann auch sein? Wie kann ich meine Tochter (14 Jahre), die meine selbst zubereiteten Speisen nicht essen will, dazu motivieren am Familienessen teilzunehmen? Wie lange es dauert von der Nahrungsaufnahme bis zum Stuhlgang? Wie viel Milchprodukte muss man zu sich nehmen, um seinen Kalziumbedarf zu decken? Wird der Bedarf für die Aufnahme von Milcherzeugnissen bzw. Kalzium in der westlichen Welt nicht überschätzt? Chinesen nehmen zum Beispiel keine Milchprodukte zu sich und haben dennoch keine Osteoporose.
RELATED NEWS
CS-Cestina DE-Deutsch EL-Ελληνικά EN-English ES-Español FR-Français IT-Italiano PL-Polski SK-Slovenský
FOOD TODAY THE BASICS EUFIC REVIEW EUFIC FORUM MINI GUIDE 10 TIPS