Bei vielen Frauen kann die Haushaltsführung, die Kindererziehung und die Pflege älterer Verwandte, ebenso wie die Arbeit außerhalb des Hauses, ihr körperliches und seelisches Wohlbefinden beeinflussen. Eine gute Ernährung und ein gesunder Lebensstil, können die Gesundheit der Frauen während ihres ganzen Lebens erheblich fördern.
Schnelles Wachstum in der Jugend, Menstruation und die Strapazen während der Schwangerschaft sowie der Stillzeit steigern das Risiko von Nährstoffmangel. Besonders gilt dies beispielsweise für Eisen, Folsäure und Kalzium. Untersuchungen über den Ernährungs-zustand zeigen häufig, dass chronische Nährstoffmängel nicht nur bei Frauen in jungen Jahren, sondern auch bis ins hohe Alter auftreten. Kalorienarme Ernährung, Schlankheitswahn, Essstö-rungen und zunehmende vegetarische Ernährung machen Frauen noch anfälliger für Ernährungsmängel.
Die Bedeutung von Eisen
Frauen im gebärfähigen Alter haben einen gesteigerten Eisenbedarf und sind infolgedessen durch Eisenmangelanämie gefährdet. Für sie ist der Konsum von Lebensmitteln wichtig, die einerseits eisenhaltig sind, andererseits aber auch in ausreichenden Mengen gegessen werden und aus denen das Eisen gut aufgenommen wird. Eisen aus Hämoglobin, wie es in Fleisch und Fleischprodukten vorhanden ist, wird gut absorbiert. Nahrungsmittel, die Nicht-Häm-Eisen enthalten, sind grünes Gemüse, Legu-minosen (Linsen, Bohnen), Erdnüsse und angereicherte Frühstücks-Cerealien. Vitamin C-Quellen sind ebenfalls von großer Bedeutung, weil sie die Aufnahme des Nicht-Häm-Eisens verbessern
Folsäure und Schwangerschaft
Alle Frauen im gebärfähigen Alter, bei denen eine Schwangerschaft möglich ist, sollten täglich zusätzlich Folsäure zu sich nehmen. Damit verringern sie das Risiko, ihre Schwangerschaft durch Spina bifida (offener Rücken) und andere Rückenmarksschädigungen zu gefährden. Der Folsäurebedarf steigt während der Schwangerschaft erheblich an. Im Allgemeinen wird empfohlen, dass Frauen im gebärfähigen Alter täglich 400 mg Folsäure durch Tabletten und mit Folsäure angereichertes Essen zu sich nehmen - zusätzlich zur Aufnahme von Folsäure aus Lebensmitteln wie Innereien und rohem grünem Blattgemüse.
Kalzium für starke Knochen
Kalzium ist ein wichtiger Faktor bei der Knochenmineralisierung und der Skelettentwicklung während des Wachstums. Die Hauptquellen sind Milch, Käse, Joghurt und grünes Gemüse. Seit einiger Zeit wird auch deutlich,dass Kinder und Jugendliche ihre Kalziumaufnahme reduzieren und das leider gerade zur Zeit des größten Bedarfs. Auch hat der Rückgang der körperlichen Aktivität einen ungünstigen Einfluss auf die Gesundheit der Knochen. Sowohl bei Nährstoffen wie Folsäure, Vitamin B6, B12, C und D, die helfen das Gerüst der Knochen zu bilden, in das sich das Kalzium eingelagert, als auch bei Kalzium muss auf eine optimale Nährstoffversorgung geachtet werden. Dies ist sowohl während der Zeit der Skelettentwicklung als auch vor und nach den Wechseljahren wichtig. Die verringerte Östrogenbildung bei Frauen in den Wechseljahren wird mit einem beschleunigten Knochenschwund und Osteoporose nach dem fünfzigsten Lebensjahr in Verbindung gebracht. Ab dieser Zeit verlieren Frauen im Durchschnitt jährlich ungefähr 3% ihrer Skelettmasse.
Mit einer steigenden und die der Männer übertreffenden Lebenserwartung können Frauen ein Alter von 80 Jahren oder mehr erreichen. Da sich das Alter, in dem die Wechseljahre eintreten, nicht verändert, kann eine Frau nach den Wechseljahren noch 30 Jahre - also fast ein Drittel ihres Lebens - leben. Deshalb ist es bei Frauen jeden Alters wichtig positive Essgewohnheiten zu fördern und sie zu einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung zu ermutigen: Nicht nur um ihrer eigenen Gesundheit willen, sondern auch, um das Wohlbefinden ihres Nachwuchses sicher zu stellen.
Literatur
- The Nutrition Society (1997) Symposium on nutritional issues for women. Proceedings of the Nutrition Society 56 (1B), 291-391.
- The Lancet (1997) Women's health. The Lancet 349 (supp. 1), 1-26.
- National Dairy Council Nutrition Service (1996) Nutrition and women's health. Fact File no. 13. NDC, London.Aggett, P. (1995)
- Iron and women in the reproductive years in British Nutrition Foundation: Iron, nutritional and physiological significance. Task Force Report, 110-118. Chapman and Hall, London.
FOOD TODAY 03/2001