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Das Etikett – der Schlüssel zur Wahlfreiheit der Verbraucher

43_2_bigUm eine ausgewogene, gesunde Ernährung zu ermöglichen, müssen die Verbraucher verstehen was in den Lebensmitteln, die sie kaufen, enthalten ist. Und noch wichtiger ist es, dass Allergiker sicher sein können, dass sie nicht etwas kaufen, das für sie potenziell unangenehme oder in manchen Fällen gar schädliche oder tödliche Konsequenzen hat. Etiketten sind der Schlüssel um solche wichtigen Informationen zu kommunizieren. Aber wissen die Verbraucher auch, was sie auf den Etiketten finden können? Und verstehen sie alles, was sie dort lesen?

Der Grundgedanke bei allen Kennzeichnungsvorschriften für Lebensmittel ist die Notwendigkeit, die Verbraucher zu informieren und zu schützen. Die Verbraucher können die auf dem Etikett stehenden Informationen nutzen, um das Produkt zu wählen, welches sie aus Gründen der Gesundheit, des Geschmacks oder des Komforts bevorzugen. Die Produzenten sind sehr auf die Etiketten angewiesen, um Informationen über ihr Produkt zu den Verbrauchern zu transportieren (z.B. um welches Produkt es sich handelt, auf welche Art und wie lange es gelagert werden sollte,) und um ihre eigenen Produkte und Marken gegenüber denen der Wettbewerber zu positionieren.

Gleich ob die Informationen direkt auf die Verpackung gedruckt sind oder auf Etiketten stehen, die am Lebensmittelprodukt angebracht sind – die Produzenten sind gesetzlich verpflichtet, den Verbrauchern bestimmte Informationen zur Verfügung zu stellen. Der Name, unter dem das Produkt verkauft wird, sollte nicht irreführend oder missverständlich sein. Er muss Angaben zum physikalischen Zustand oder zum Verarbeitungsprozess (z.B. gefroren, gesalzen, geräuchert, ultra-hocherhitzt, konzentriert, usw.) enthalten. Auf dem Label sollte der Name und die Anschrift des Produzenten stehen. Die Nettomenge von verpackten Lebensmitteln muss ebenso klar auf dem Etikett erkenntlich sein, wie Hinweise zur Zubereitung und, wenn nötig, Angaben zur richtigen Lagerung.

Zutatenliste

Die Zutaten, die bei der Herstellung eines Lebensmittelprodukts verwendet wurden, können von speziellem Interesse für Personen sein, die abnehmen wollen, eine Allergie haben, oder eine ärztlich verordnete Diät einhalten müssen. Laut Gesetz müssen alle Zutaten in der Reihenfolge Ihres Anteils aufgeführt werden, mit der am meisten enthaltenen (schwersten) Zutat am Anfang der Liste.

Nach einer neuen Änderung der Kennzeichnungsvorschriften müssen nun auch die einzelnen Zutaten von aus mehreren Bestandteilen zusammengesetzten Zutaten aufgeführt werden müssen (außer wenn sie bereits als eigenständige Zutat aufgeführt sind). Kategorien von Zutaten (z.B. “Öl”, “Käse”, “Gemüse”) sind auf dem Etikett nicht länger ausreichend, sondern die speziell verwendeten Öle, Käse oder Gemüse müssen aufgeführt werden. Bekannte Allergene müssen ohne Ausnahme alle gekennzeichnet werden.

Gesetze, die den Gebrauch von Zusatz-, Süß- und Aromastoffen sowie Lebensmitteln und Zutaten, die aus gentechnisch veränderten Organismen stammen, regeln, enthalten zudem alle spezielle Kennzeichnungsvorschriften.

“Mindestens haltbar bis” und “Verbrauchen bis”

Ist das Lebensmittel, das Sie kaufen auch noch frisch genug zum essen? Schauen Sie auf das Herstellungsdatum auf dem Etikett. Per Gesetz müssen Lebensmittelprodukte ein Mindesthaltbarkeitsdatum oder ein Verbrauchsdatum tragen. Diese beiden Bezeichnungen haben eine unterschiedliche Bedeutung:

  • “Mindestens haltbar bis” weist auf das Mindesthaltbarkeitsdatum hin, beziehungsweise den Zeitraum, in dem das Lebensmittel seine spezifischen Eigenschaften beibehält, wenn es richtig gelagert wird. Anders gesagt: Ein Produkt, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist, ist nicht automatisch verdorben, aber der Hersteller garantiert nicht länger für die sensorischen Eigenschaften des Produktes (z.B. Geschmack, Geruch,)
  • “Verbrauchen bis” steht auf – vom mikrobiologischen Standpunkt aus gesehen - leicht verderblichen Waren, die ein potenzielles Gesundheitsrisiko bergen, wenn sie nicht innerhalb eines bestimmten Zeitraums verzehrt werden. Diese Produkte, beispielsweise Fertigsalate, müssen ein Verbrauchsdatum tragen, nach dem sie nicht mehr verzehrt werden sollten. Zusätzlich sollte der Hersteller erläutern wie das Produkt gelagert werden sollte (z.B. bei welcher Temperatur), um es so lange wie möglich frisch zu halten.

Sie sollten diesen Haltbarkeitsdaten immer besondere Aufmerksamkeit schenken, um das Risiko einer Lebensmittelvergiftung zu minimieren. Lebensmittel, bei denen Sie sich unsicher sind, sollten Sie nicht essen oder kochen.

Zusätzlich zu diesen generellen Kennzeichnungsvorschriften gibt es für bestimmte Produktgruppen, Herstellungsprozesse und Produkteigenschaften eine Reihe spezifischer Vorschriften. So muss bei alkoholischen Getränken der Alkoholgehalt angegeben werden und auch die Benutzung von Schutzgas in einer Produktverpackung muss erwähnt werden.

Weitere Informationen

FOOD TODAY 05/2004

Quelle: Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel

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