Funktionelle Lebensmittel: dieser Begriff hört sich futuristisch an, doch jeder hat sie schon gesehen und meist auch sogar schon selbst probiert. Funktionelle Lebensmittel dienen natürlich in erster Linie der Versorgung mit Nährstoffen, aber zusätzlich bieten sie einen besonderen Vorteil für die Gesundheit.
Mit dem Trend der modernen Ernährungswissenschaft von einer "angemessenen" zu einer "optimalen" Ernährung zu gelangen, entstehen auch viele neue Produkte. Sie werden entwickelt, um das körperliche und geistige Wohlbefinden zu verbessern und um Krankheiten besser vorzubeugen.
Der wissenschaftlich fundierte Ansatz ist essentiell für die Entwicklung, deswegen haben in Europa Vertreter aus Wissenschaft, Regierungs- und internationalen Organisationen sowie der Lebensmittelindustrie ein gemeinsames Lonzept entwickelt, das die wissenschaftlichen Grundsätze festgelegt, die für Funktionelle Lebensmittel gelten müssen.
Alle Funktionellen Lebensmittel haben einen gemeinsamen Nenner: Sie haben positiven Einfluß auf eine oder mehrere Grundfunktionen des Körpers. Die Wirkung tritt auf, wenn man die Produkte in ganz normalen Mengen in den Speisenplan integriert.
Funktionelle Lebensmittel schmecken of genauso wie konventionelle Lebensmittel und sehen normalerweise auch genauso aus.
Während sich der Europäische Verbraucher gerade erst mit solchen innovativen Lebensmitteln vertraut macht, haben Japaner schon seit Jahrzehnten diese Wahl und können damit schon lange aktiv zusätzliche Gesundheitsvorsorge betreiben.
Die wichtige Rolle von Funktionellen Lebensmitteln in bestimmten Lebensabschnitten wird immer breiter akzeptiert. Die Menschen nehmen zunehmend diese Ernährungskonzepte an, beispielsweise Frauen im Klimakterium zur Prävention von Osteoperose oder Männer im mittleren Lebensabschnitt zur Senkung des Herz-Kreislaufrisikos.
Gerade weil Funktionelle Lebensmittel eine derart wichtige Rolle spielen können, ist es unbedingt notwendig, daß ihre Hersteller die Produkte nur mit solchen Aussagen bewerben, die auch wissenschaftlich belegt sind. Deshalb erarbeiten der FAO/WHO Codex Alimentarius der Vereinten Nationen, der Europarat und auch nationale Behörden Grundlagen für eine Regelung, die sicherstellen soll, daß nur mit wissenschaftlich begründeten und vertretbaren Aussagen geworben werden darf.
Nach diesen Regeln darf keine irreführende gesundheitsbezogene Werbung betrieben werden, und entsprechende Aussagen müssen wissenschaftlich untermauert sein. Die Bioverfügbarkeit sollte nachgewiesen sein, d.h. die fragliche Substanz muß auch tatsächlich in den Körper aufgenommen werden und dort ihren Wirkort erreichen. Es sollte deutlich gezeigt werden, daß physiologisch erwünschte Effekte wie beispielsweise die Senkung des Blutdrucks oder die Beeinflussung des Cholesterins bei normalem Verzehr der entsprechenden Lebensmittel meßbar sind.
Gerade weil Funktionelle Lebensmittel ein neues Potential zur Gesundheitsvorsorge bieten, ist es aber auch besonders wichtig, nicht das Bewußtsein für die Bedeutung einer gesunden Ernährung zu verlieren: Es handelt sich hier nicht um die Zauberformel zur Lösung aller unserer Gesundheitsprobleme, sondern um eine zusätzliche Möglichkeit, in Verbindung mit einer ausgewogenen Ernährungen und entsprechender Bewegung, etwas für unsere Gesundheit zu tun.
Beispiele für Funktionelle Lebensmittel
| Lebensmittel | Mögliche gesundheitliche Vorzüge |
| Probiotische Kulturen in fermentierten Milcherzeugnissen und Joghurts | Verbesserung der Darmfunktion |
| Margarine, Joghurt, Käseaufstriche | Pflanzliche Sterole und Stanole zur Senkung des Cholesterinspiegel und des Herz-Kreislaufrisikos |
| Mit essentiellen Omega-3-Fettsäuren angereicherte Eier | Mit dem Verzehr von 3-4 solcher Eier pro Woche kann die Menge an Omega-3-Fettsäuren aufgenommen werden, die für die Senkung des Herz-Kreislaufrisikos empfohlen wird |
| Frühstücks-Cerealien | Der Zusatz von Folsäure soll das Spina bifida Risiko von Neugeborenen (offener Rücken) verringern |
| Brot, Müsliriegele | Isoflavone sollen das Risiko herabsetzen, an Brust- und Prostatakrebs, Herzleiden und Osteoperose zu erkranken |
Literatur
- Bellisle F, Diplock ST, Hornstra G, Koletzko B, Roberfroid M, Salminen S and Saris WHM (1998) Functional Food Science in Europe. British Journal of Nutrition 80 (Suppl. 1), S1-S193.
- Aggett PJ, Ashwell M, Bornet F, Diplock AT, Fern EB and Roberfroid MB (1999) Scientific Concepts of Functional Foods in Europe: Consensus Document. British Journal of Nutrition 81 (Suppl. 1), S1-S27.