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Eine Frage des Geschmacks

Jeder von uns hat eine eigene Auswahl an Lieblingsspeisen. Es kann der süsse Geschmack von Schokolade, der einmalige Geschmack von starkem Käse oder die Würze einer Pastasauce sein.

Unsere Präferenzen für ein bestimmtes Essen gegenüber einem anderen resultieren aus einem komplexen Wechselspiel vieler Faktoren. Dazu gehören die Gene, das Alter, frühere Essenserfahrungen, ethnische Gebräuche, angenehme Umgebung beim Probieren neuer Speisen und die physiologischen Reaktionen auf das Essen.

Eines ist klar - das Aroma der Speisen stellt den wichtigsten Einfluss bei der Lebens-mittelauswahl dar. Und während wir an Informationen über Ernährung gewöhnt sind, glauben wir oft, dass gesunde Ernährung eine Absage an gut schmeckendes Essen bedeutet. Ernähr-ungsberater können diese Vorstellungen bekämpfen indem sie den Menschen versichern, dass gesunde und wohlschmeckende Ernährung sich einander nicht ausschließen.

Geschmack ist mehr als das, was die Zunge schmeckt

Was wir normalerweise als "Geschmack" der Nahrung bezeichnen, ist in Wirklichkeit das "Aroma", welches aus dem Zusammenspiel zwischen Geschmacks- und Geruchssinn resultiert. Andere Sinneswahrnehmungen von Nahrungsmitteln, wie das Brennen von Chili, die Stärke kräftiger Pfefferminze oder das Sprudeln eines kohlensäurehaltigen Getränks, addieren sich zu den Geschmackserfahrungen ebenso wie Beschaffenheit, Temperatur und das Aussehen.

Etwa 80 Prozent dessen, was wir als Geschmack bezeichnen, ist in Wirklichkeit der Geruch. Menschen können fast 20.000 verschiedene Gerüche unterscheiden, mit jeweils mindestens zehn Intensitäten. Geruch tritt auf, wenn der Duft die in der Nasenhöhle liegenden Geruchsnerven über zwei Wege erreicht hat - Einatmung durch die Nasenöffnungen und durch den hinteren Teil des Mundes, wenn wir kauen und schlucken.

Der tatsächliche Geschmack entsteht auf der Zunge. Wir werden mit 10.000 Geschmacksknospen geboren, die sich im hinteren Teil, auf den Seiten und an der Spitze der Zunge sowie am Gaumen und im Rachen befinden. Wenn Geschmackssinneszellen innerhalb der Geschmacks- knospen durch chemische Reize stimuliert werden, nehmen sie fünf verschiedene Geschmacksrichtungen wahr: süß, sauer, salzig, bitter und "umami", der angenehme Geschmack von Glutamat, das in eiweisshaltiger Nahrung und Natriumglutamat vorkommt.

Der Geschmack ändert sich im Alter

Geschmacksknospen entwickeln sich wenn ein Fötus sieben oder acht Wochen alt ist und werden im letzten Drittel der Schwangerschaft funktionsfähig. Eine Vielfalt an Geschmacksrichtungen und Aromen werden über das Fruchtwasser zum Fötus übertragen. Säuglinge scheinen die ersten Geschmäcker in unterschiedlichen Stufen zu erfahren. Gestillte Säuglinge nehmen frühzeitig eine Vielzahl von Aromen auf, da die Muttermilch diese über die von der Mutter gegessenen Nahrungsmittel und Gewürze enthält. Ob diese oder andere frühe Geschmackserfahrungen die späteren Nahrungsmittelpräferenzen beeinflussen, ist Gegenstand anhaltender wissenschaftlicher Untersuchungen.

Der Geschmackssinn nimmt mit dem Alter ab

Im Alter von etwa 60 Jahren bemerken auch gesunde Menschen einen kleinen Rückgang des Geschmackssinns und ein größeres Nachlassen des Geruchssinns. Der schwächer werdende Geschmacks- und Geruchssinn zieht meistens Appetitlosigkeit nach sich. Dies setzt ältere Menschen dem Risiko falscher Ernährung, Gewichtsabnahme und einer damit einhergehenden höheren Krankheitsanfälligkeit aus.

Die verstärkte Zugabe von Nahrungsaromen und die Versorgung mit angenehm zubereiteter Nahrung kann den Appetit älterer Menschen anregen und dazu beitragen, ihren Ernährungs- und Immunstatus zu verbessern. Eine Möglichkeit, den Aromagehalt zu erhöhen, ist die Verwendung von Fruchtsäften z.B. Zitrone, oder von Gewürzen und Kräutern.

Geschmackvolle Empfehlung

"Menschen essen nicht gerne Speisen, die ihnen nicht schmecken", sagt Renate Frenz, Ehrenvorsitzende der Europäischen Föderation der Verei-nigungen von Ernährungsberatern (EFAD). "Wir alle haben individuelle, persönliche Essenspräferenzen und schmecken das Essen nicht unbedingt auf die gleiche Art und Weise. Deswegen ist es wichtig, die jeweiligen Geschmackspräferenzen bei der persön-lichen Beratung zu berücksichtigen.

Das Ausbalancieren individuali-sierter Empfehlungen mit gesund-heitlichen Bedürfnissen, Lebensstil und Essenspräferenzen sind Teil der effektiven Ernährungsberatung. Gesundes und wohlschmeckendes Essen zu finden ist eine wichtige Voraus-setzung für den Erfolg einer lang anhaltenden gesunden Ernährung."

Geschmacktipps, Tricks und Techniken

Ernährungsberater können die Wirk- samkeit ihrer Beratungen erhöhen, wenn sie folgende Vorschläge mit unterbreiten:

  • Planen Sie Mahlzeiten, die eine breite Palette an Farben und Formen für das Auge sowie eine Bandbreite an verschiedenen Beschaffenheiten und Temperaturen für die Bedürfnisse der Zunge bieten.
  • Erhöhen Sie das Essensaroma, indem sie kleine Mengen an aromaverstärkenden Zutaten hinzufügen, zum Beispiel frische Kräuter, Gewürze oder Fruchtsäfte wie etwa Zitronensaft.
  • Ermuntern sie ältere Erwachsene, zwischen Speisen mit verschiedenem Geschmack, Temperatur und Be-chaffenheit abzuwechseln.
  • Seien Sie neugierig! Weiten Sie Ihren Geschmack aus, um eine Vielzahl an Nahrungsmitteln zu genießen.

FOOD TODAY 11/2000

Quelle: Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel

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Haben Obst und Gemüse die gleichen Ernährungsqualitäten in rohem wie in gekochtem Zustand? Hat Reis weniger Kalorien als Nudeln? Ist es „normal“ als Erwachsener Milch zu trinken? Kann Fisch Fleisch ersetzen? Kann man für die Deckung seines Kalziumbedarfs vollkommen auf Milch und Milcherzeugnisse verzichten? Kann man so viel Obst essen, wie man will? Kann man Verdauungsbeschwerden vermeiden, wenn man nichts zu den Mahlzeiten trinkt? Können sie mir, da ich spät abends Sport treibe und danach sehr hungrig bin, einige Fakten zum Thema Essen am Abend nennen? Machen Hülsenfrüchte dick? Muss man eine "Erkältung wirklich füttern und ein Fieber verhungern lassen?" Nimmt man bei Obstkuren ab? Sind ökologische Lebensmittel nährstoffhaltiger als konventionelle Lebensmittel? Sind vegetarische Diäten gesünder als solche auf Fleischbasis? Sollte man auf Käse verzichten, wenn man auf sein Gewicht achtet? Sollte man zum Frühstück lieber Brot, Frühstücksgebäck oder Getreideprodukte essen? Sollten ältere Menschen Fleisch essen? Stimmt es, dass der fetteste Fisch immer noch magerer ist als das am wenigsten fette Fleisch? Wann isst man am besten Obst: zu Beginn einer Mahlzeit, am Ende oder außerhalb der Mahlzeiten? Warum ist es wichtig, Obst und Gemüse zu essen? Wie viel Obst und Gemüse sollte man pro Tag essen? Warum wird empfohlen, Hülsenfrüchte und Getreideprodukte zu kombinieren? Was ist der Unterschied zwischen organisch produzierten und konventionell hergestellten Lebensmitteln? Was sind die nährwertspezifischen Unterschiede zwischen frischem Fisch, Fisch in Konserven, geräuchertem und oder tiefgefrorenem Fisch? Welche Lebensmittel sind bei einer Kuhmilchproteinallergie erlaubt? Wenn Ihre Mutter und Großmutter übergewichtig sind, werden Sie es dann auch sein? Wie kann ich meine Tochter (14 Jahre), die meine selbst zubereiteten Speisen nicht essen will, dazu motivieren am Familienessen teilzunehmen? Wie lange es dauert von der Nahrungsaufnahme bis zum Stuhlgang? Wie viel Milchprodukte muss man zu sich nehmen, um seinen Kalziumbedarf zu decken? Wird der Bedarf für die Aufnahme von Milcherzeugnissen bzw. Kalzium in der westlichen Welt nicht überschätzt? Chinesen nehmen zum Beispiel keine Milchprodukte zu sich und haben dennoch keine Osteoporose.
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