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FOOD TODAY 03/2002

Heilpflanzen - Alte Weisheiten in neuem Licht

Food TodayDas öffentliche und wissenschaftliche Interesse an traditionellen pflanzlichen Heilmitteln ist im Westen neu erwacht und die Forschung in dieser Richtung hat in den letzten Jahren zugenommen. Doch wie effektiv sind diese Produkte und woher wissen wir, dass ihre Anwendung sicher ist? Food Today hat nachgeschaut, was die Wissenschaft über einige der beliebteren pflanzlichen Heilmittel sagt.

Aktive Pflanzeninhaltsstoffe

Pflanzen beinhalten aktive Substanzen die ihnen helfen, sich gegen Insekten, Schimmel und andere Parasiten sowie gegen übermäßige ultraviolette Strahlung der Sonne zu schützen. Von vielen dieser Pflanzenbestandteile ist bekannt, dass sie - sei es individuell oder in Kombination - eine stimulierende, beruhigende oder medizinische Wirkung auf den Menschen ausüben.

Pflanzliche Heilmittel werden schon seit Tausenden von Jahren eingesetzt, basierend auf den Erfahrungen von Pythagoras, Galen und Hippokrates sowie den Beobachtungen, die Ärzte und Kräuterkundler über Jahre hinweg gemacht haben. Viele Menschen in Entwicklungsländern sind bei der Gesundheitsfürsorge auf pflanzliche Arzneimittel angewiesen. In Europa und Nordamerika ist das Interesse an pflanzlichen Produkten infolge eines verbesserten Verständnisses der Funktionsweise von Kräutern und der Etablierung von Standards für Sicherheit, Qualität und Zuverlässigkeit von pflanzlichen Präparaten neu erwac.

Zu den bekannteren Pflanzenpräparaten gehören:

Kamille - Oft in Form von Tee eingenommen, kann Kamille die Verdauung unterstützen und hat entzündungshemmende Wirkung.

Echinacea - ist ein weitverbreitetes Heilmittel für diejenigen, die ihr Immunsystem stärken und eine Erkältung abwehren wollen. Einige Studien haben gezeigt, dass Echinacea bei Infektionen der oberen Atemwege helfen kann.

Gingko biloba - Die Samen und Früchte des Gingko-Baumes werden in China schon seit 2800 v. Chr. als Medikament eingesetzt. Einige Studien zeigen, dass Gingko biloba den Kreislauf anregt und insbesondere bei älteren Leuten das Gedächtnis sowie die Gehirnfunktionen unterstützt.

Johanniskraut (Hypericum perforatum) - Johanniskraut wird schon seit über tausend Jahren zur Behandlung verschiedener Leiden eingesetzt, darunter Nieren- und Lungen-Fehlfunktionen. Es ist weitverbreitet zur Behandlung von Unruhe, Depression und Schlafstörungen.

Baldrian - Baldrian wird zur Behandlung von Schlaflosigkeit, Unruhe und Nervosität eingesetzt und wirkt muskelentspannend. Einige kleinere Studien haben gezeigt, dass Baldrian schläfrig machen kann, doch sind hier weitere Studien größeren Umfangs notwendig.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den potenziellen Wert von pflanzlichen Produkten für die Bedürfnisse der weltweiten Gesundheitsfürsorge anerkannt und fördert weiterführende, systematische klinische Studien und höhere Herstellungs- und Verarbeitungsstandards.

Weder Lebensmittel noch Medizin

Pflanzliche Produkte werden weder zu den Nahrungs- noch zu den Arzneimitteln gezählt und in vielen Ländern fehlt es an speziellen gesetzlichen Bestimmungen für diese Produkte.

Beim Einsatz von pflanzlichen Produkten sollten sich Verbraucher darüber im Klaren sein, dass nicht alle pflanzlichen Heilmittel unbedenklich sind, nur weil sie natürlichen Ursprungs sind. Diese Produkte beinhalten aktive Inhaltsstoffe, die eine ähnliche Wirkung wie Arzneimittel haben und daher die gleiche Sorgfalt bei der Einnahme erfordern. Von Zeit zu Zeit gibt es Berichte über schwerwiegende Nebenwirkungen pflanzlicher Präparate. So hat die Medicines Control Agency in Großbritannien kürzlich Bedenken bezüglich der Sicherheit von „Kawa Kawa" geäußert, nachdem die Verwendung in 30 Fällen mit Leberschäden in Verbindung gebracht wurde.

Wie bei anderen Formen der Selbst-Medikation können auch pflanzliche Heilmittel ein zugrunde liegendes, schwerwiegenderes gesundheitliches Problem verdecken. Beispielsweise können Depressionen von einer Vielzahl schwerer Erkrankungen wie Herzleiden und Schilddrüsen-Fehlfunktionen verursacht werden.

Der Einsatz von Heilkräutern kann auch Auswirkungen auf das Ergebnis von Operationen haben. Eine Untersuchung von acht häufig eingesetzten Heilkräutern wie Echninacea, Knoblauch, Gingko, Ginseng, Johanniskraut und Baldrian zeigte, dass Komplikationen vermehrt auftraten, wenn Patienten diese Heilkräuter einnahmen. Knoblauch, Gingko und Ginseng können Blutungen verursachen und Ginseng kann bei manchen Menschen die Blutzuckerwerte senken. Johanniskraut und Baldrian haben einen Einfluss auf die Konzentration verschreibungspflichtiger Medikamente im Blut.

Es ist daher dringend zu empfehlen, dass diejenigen Personen, die pflanzliche Ergänzungsstoffe einnehmen möchten, den Rat ihres Arztes hinzuziehen und ihren Arzt stets darüber informieren, wenn sie pflanzliche Präparate einnehmen. Obwohl das Feld der Pflanzenheilkunde ein großes Potenzial birgt, steckt die Forschung auf diesem Gebiet noch in den Kinderschuhen, und viel Arbeit wird investiert werden müssen, um die Auswirkungen der traditionellen Pflanzenheilmittel auf Gesundheit und Lebensqualität festzustellen.

Literatur

  • Newall, C. A.; Anderson, L. A. and Phillipson, J. D. (1996) Herbal Medicines. A guide for health-care professionals. The Pharmaceutical Press, London, pp. 1-296
  • WHO Regional Publications (1998) Guidelines for the appropriate use of herbal medicines. Western Pacific Series No. 23. Regional Office for the Western Pacific, Manila. WHO, Geneva. pp. 1-79
  • Wills, R. B. H.; Bone, K. and Morgan, M. (2000) Herbal products and active constituents, modes of action and quality control. Nutrition Research Reviews 13 47-77 July 11, 2001 Journal of the American Medical Association.
  • Pietta, P. and Pietta, A. Fitomedicine e Nutrienti. Richiutto (Ed), Bussolengo (Verona), 1998;pp1-510:2
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Letzte Aktualisierung der Website: 29/07/2014
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