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Sportlich, schlank, gesund: Der Traum eines jeden

Zusammen mit einer übermäßigen Kalorienaufnahme ist unsere Trägheit ein wesentlicher Grund für den wachsenden Anteil übergewichtiger und fettleibiger Menschen in unserer Gesellschaft. Wie kann man die Menschen dazu bewegen, mehr Sport zu treiben? Dr. John Kearney ist der wissenschaftliche Direktor des.Europäischen Instituts zur Untersuchung von Ernährungsgewohnheiten - IEFS (Institute of European Food Studies).

Er fasst hier eine kürzlich durchgeführte Untersuchung (1) zusammen:

In Hinblick auf die allgemeinen Gesundheitsvorsorge, kann die Steigerung eines körperlich aktiven Lebensstils ein wichtiges Gegengewicht zum vermehrten Auftreten von Fettleibigkeit in der Bevölkerung bilden. Doch wie bei anderen Gewohnheiten, etwa dem Rauchen oder dem Essen, ist es auch hier nicht so leicht, Menschen zu der Einsicht zu bewegen, ihren Lebensstil zu ändern. Grundsätzlich sollte man daher zunächst Verhalten und prinzipielle Aufnahmebereitschaft der Menschen kennen. In einer kürzlich durchgeführten EU-weiten Umfrage hat das IEFS die Gewohnheiten von 15339 Personen (ca. 1.000 Erwachsene pro Mitgliedsstaat) bezüglich ihrer sportlichen Aktivitäten in Zusammenhang mit ihrem Gewicht und Gesundheitszustand untersucht.

Wenn die Menschen abnehmen wollen, so die Studie, dann erreichen sie das am besten durch eine Kombination von viel Bewegung und bewußtem Essen, d.h. kontrollierter Kalorienzufuhr. Sportliche Aktivitäten zum Halten des Gewichts sind für die meisten der Befragten allerdings wichtiger als zum Abnehmen. Vor allem aber zeigen die Ergebnisse aber, daß die Verbraucher dem Essen eine viel größere Bedeutung zur Gewichtskontrolle beimessen als dem Sport. Das gleiche gilt, wenn es ganz allgemein um die Gesundheit geht.

Auch der Einfluß von Rauchen und Streß auf den allgemeinen Gesundheitszustand wird im Verhältnis zu mangelnder Bewegung als viel wichtiger empfunden. Darüberhinaus ist ein Viertel der Befragten der Überzeugung, daß Sport nur dann wirklich etwas bringt, wenn man auch tatsächlich dabei abnimmt. Die Ergebnisse zeigen, daß die Bedeutung des Sports in punkto gesundes Leben ohne Übergewicht dringend besser im Bewußtsein der Bevölkerung verankert werden müßte.

Die Umfrageergebnisse sind auch im Zusammenhang mit einer früheren Umfrage des selben Instituts zu Ernährung und Gesundheit zu sehen. Aus dieser Studie ging hervor, daß den Europäern im allgemeinen bewußt ist, was gesunde Ernährung bedeutet (belegt durch ihre eigene Definition für gesunde Ernährung), und daß dies auch ein wichtiger Aspekt bei der Lebensmittelwahl ist. 69 Prozent waren damals allerdings der Ansicht, daß ihre Ernährungsgewohnheiten gesund genug seien und nicht der Änderung bedürfen.

Aus der jüngsten Studie zu sportlichen Aktivitäten gehen auch einige landestypische Unterschiede hervor. So halten Finnen sportliche Aktivitäten für die wichtigste gesundheitsfördernde Komponente, während Sport bei Griechen erst an siebter Stelle rangiert. Das spiegelt sich auch im tatsächlichen Verhalten wider, denn 92% der befragten Finnen treiben auf die eine oder andere Weise Sport, während dies nur 60% der Griechen tun. Der hohe Anteil sportlich Aktiver und das verbreitete Bewußtsein, wie wichtig der Sport ist, mag auch ein Erfolg der kürzlich in Finnland durchgeführten Kampagne zu diesem Thema sein.

Ungeachtet der festgestellten Unterschiede zwischen Finnland und Griechenland glaubt in beiden Ländern eine ähnliche Zahl von Befragten, genug Sport zu treiben. Hier scheinen die Griechen doch etwas zu optimistisch zu sein. Zu großer Optimismus in Verbindung mit einer gewissen Selbstgefälligkeit in Bezug auf Ernährung und Bewegung sind denn auch die größten Hürden, die bei Informationskampagnen genommen werden müssen. Nichtsdestotrotz zeigen die finnischen Ergebnisse, daß die Aufgabe zu bewältigen ist, denn die Bemühungen zur Verbesserung der Ernährungsgewohnheiten und zur Förderung sportlicher Aktivitäten scheinen Früchte zu tragen. Dies sollte Anreiz genug für andere Mitgliedsstaaten sein, entsprechende Aufklärungsbestrebungen zu intensivieren.

Die Daten der vorliegenden Studie zu wesentlichen Hemmnissen, erachteten Vorteilen sowie der Bereitschaft, sich sportlich aktiver zu verhalten, können den Erfolg zukünftiger Kampagnen maßgeblich beeinflussen. Spezifische Zielgruppen und spezielle geo- bzw. demographische Besonderheiten können jetzt berücksichtigt werden, um die Europäer für ein sportlich aktives Leben zu gewinnen.

Sport und die ihm beigemessene Bedeutung in verschiedenen EU-Ländern
  Körperliche Aktivität ist wichtig für die Gesundheit Sport gehört in das übliche Wochenprogramm Die sportlichen Aktivitäten sind ausreichend
Finland 44% 92% 35%
Frankreich 13% 65% 44%
Deutschland 20% 70% 57%
Griechenland 9% 60% 38%
Italien 9% 62% 30%
Portugal 11% 40% 55%
Spanien 15% 63% 49%
Großbritannien 25% 77% 47%

1) IEFS, Eine EU-weite Umfrage zum Verbraucherverhalten bezüglich körperlicher Aktivität und ihren Einfluß auf Gewicht und Gesundheit.
Herausgegeben von der Kommission (1999; Direktorat V/F.3).

FOOD TODAY 05/1999

Quelle: Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel

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