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Warum wir essen, was wir essen: das Stufenmodell der Verhaltensänderung

47_4_bigDie Berücksichtigung dieser Einflüsse hilft bei der Entwicklung von Ernährungsprogrammen und der Durchführung von gesundheitsbezogenen Aufklärungsarbeiten. Das Verständnis dafür, wie Verbraucher ihre Entscheidung im Hinblick auf ihre Gesundheit treffen, kann zudem helfen, gesundheitsfördernde Strategien zu entwickeln. An diesem Punkt spielen die Einflüsse der Sozialpsychologie und ihre angegliederten theoriebasierten Modelle eine Rolle.

Diese Modelle helfen menschliches Verhalten zu erklären und können angewendet werden, um vorherzusagen, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Verhalten, wie eine Ernährungsumstellung, stattfinden wird.

Gesundheitsbezogene Verhaltensmodelle

Mehrere Theorien haben versucht, den Einfluss unterschiedlicher Faktoren auf das individuelle Gesundheitsverhalten zu erklären und die wichtigsten Einflussfaktoren aufzudecken, mit denen Menschen zu Änderungen bewogen werden können. Dazu gehören: das Modell der Gesundheitsüberzeugung und die Theorie der Schutzmotivation (welche annimmt, dass Menschen einen gewissen Anstoß brauchen, um aktiv Verhaltensänderungen durchzuführen oder gesundheitsrelevante Entscheidungen zu treffen), die Theorie der Handlungsveranlassung und die Theorie des geplanten Handelns (basierend auf der Hypothese, dass der ausschlaggebende Punkt die Verhaltensabsicht ist) und das Stufenmodell der Verhaltensänderung (oder das transtheoretische Modell). Dieser Artikel erläutert das Stufenmodell der Verhaltensänderung, da es das bekannteste Modell im Gebiet der Ernährungsumstellung ist.

Die Klassifizierungsstufen des gesundheitsbezogenen Verhaltens Nach dem von Prochaska und seinen Mitarbeitern 1 entwickelten “Stufenmodell der Verhaltensänderung” vollzieht sich die gesundheitsbezogene Verhaltensänderung in fünf separaten Stufen. Dies sind die Stufe der Absichtslosigkeit, der Absichtsbildung, der Vorbereitung, der Handlung und der Aufrechterhaltung. Das Modell geht davon aus, dass verschiedene Faktoren die Übergänge zwischen den Stufen beeinflussen. Daher reagiert jeder Einzelne besser auf Hilfestellungen, wenn diese auf seine Veränderungsstufe zugeschnitten sind.

Das Modell sieht Veränderungen als eine unendlichen Spirale

Personen können dabei mehrere Male in vorangegangene Stufen zurückfallen. Dies bedeutet aber nicht unbedingt, dass sie wieder ganz von vorne beginnen. Daher werden Betroffene in Form ihres Fortschritts durch eine Serie von Verhaltensstufen und anderen relevanten Faktoren, wie das Selbstvertrauen sich zu ändern, kategorisiert. Diese Information kann dazu dienen, die Aufklärungsinhalte an die individuellen Bedürfnisse und die unterschiedliche Informationsbereitschaft anzupassen.

Die Popularität des „Stufenmodells der Verhaltensänderung“ scheint darauf zu beruhen, dass es praktikable Hilfestellungen anbietet und die Komplexität der Theorien über Verhaltensänderungen auf eine Art und Weise zusammenfasst, die Praktikern leicht vermittelt werden kann. Mehr noch, der Vorteil des Ansatzes der „Stufen der Verhaltensänderung“ ist, dass große Stichproben mit Aussagen zum Stand der Veränderungsbereitschaft einer Person untersucht werden können.

Die Grenzen des „Stufenmodells der Verhaltensänderung“

Trotz seiner Popularität weist das Modell ein paar Lücken auf. Beispielsweise konnte noch kein Einvernehmen bezüglich der geeignetsten Methode zur Bestimmung und Messung von Diätstufen 2 erreicht werden. Ein anderer Kritikpunkt ist die Verwendung von starren Zeitfenstern bei der Unterscheidung zwischen den Stufen, wodurch allmählich stattfindende Verhaltensänderungen vernachlässigt werden. Ein Stufenmodell scheint sich besser für einfachere, für sich allein stehende Verhaltensweisen zu eignen, wie täglich fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen oder fettarme Milch zu trinken (Lebensmittel bezogene Ziele), als für komplexe Ernährungsumstellungen wie eine fettarme Ernährung (Nährstoff bezogene Ziele) 3. Daher könnten sich andere Verhaltensmodelle als geeigneter für komplexe Ziele, wie eine diätetische Fettreduktion, erweisen.

Trotzdem hat das Modell dazu beigetragen, Ernährungsumstellungen nachvollziehen zu können und Gruppen voneinander abzugrenzen, die deutlich unterscheidbare Einstellungen gegenüber einer gesunder Ernährung haben. Der beste Test dieses Modells ist, ob Stufen-angepasste Diäthilfestellungen standardisierte Vorgehensweisen liefern.

 

Bisher gibt es nicht die eine Theorie oder das eine Modell, das die ganze Breite des Verhaltens bei der Essenswahl ausreichend erklärt oder voraussagt und die Untersuchungen in diesem Gebiet müssen fortgeführt werden 4. Generell sollten Modelle als ein Hilfsmittel betrachtet werden, um die Faktoren zu verstehen, die individuelle Entscheidungen und Verhalten beeinflussen. Sie können helfen, angemessenere gesundheitsfördernde Maßnahmen zu planen.

Weitere informationen

EUFIC Review No 17

Referenzen

  • Prochaska JO, DiClemente CC & Norcross JC (1992) In search of how people change: Applications to addictive behaviours. American Psychology 47: 1102-1114.
  • Kristal AR, Glanz K, Curry SJ, Patterson RE (1999) How can stages of change be best used in dietary interventions? Journal of American Dietetic Association 99: 679-684.
  • Horwath CC (1999) Applying the transtheoretical model to eating behaviour change: challenges and opportunities. Nutrition Research Reviews 12: 281-317.
  • Nestle M, Wing R, Birch L, DiSogra L, Drewnowski A, Arbor A, Middleton S, Sigman-Grant M, Sobal J, Winston M, Economos C (1998) Behavioural and social influences on food choice. Nutrition Reviews 56(5): S50-S64.

FOOD TODAY 02/2005

Quelle: Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel

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Haben Obst und Gemüse die gleichen Ernährungsqualitäten in rohem wie in gekochtem Zustand? Hat Reis weniger Kalorien als Nudeln? Ist es „normal“ als Erwachsener Milch zu trinken? Kann Fisch Fleisch ersetzen? Kann man für die Deckung seines Kalziumbedarfs vollkommen auf Milch und Milcherzeugnisse verzichten? Kann man so viel Obst essen, wie man will? Kann man Verdauungsbeschwerden vermeiden, wenn man nichts zu den Mahlzeiten trinkt? Können sie mir, da ich spät abends Sport treibe und danach sehr hungrig bin, einige Fakten zum Thema Essen am Abend nennen? Machen Hülsenfrüchte dick? Muss man eine "Erkältung wirklich füttern und ein Fieber verhungern lassen?" Nimmt man bei Obstkuren ab? Sind ökologische Lebensmittel nährstoffhaltiger als konventionelle Lebensmittel? Sind vegetarische Diäten gesünder als solche auf Fleischbasis? Sollte man auf Käse verzichten, wenn man auf sein Gewicht achtet? Sollte man zum Frühstück lieber Brot, Frühstücksgebäck oder Getreideprodukte essen? Sollten ältere Menschen Fleisch essen? Stimmt es, dass der fetteste Fisch immer noch magerer ist als das am wenigsten fette Fleisch? Wann isst man am besten Obst: zu Beginn einer Mahlzeit, am Ende oder außerhalb der Mahlzeiten? Warum ist es wichtig, Obst und Gemüse zu essen? Wie viel Obst und Gemüse sollte man pro Tag essen? Warum wird empfohlen, Hülsenfrüchte und Getreideprodukte zu kombinieren? Was ist der Unterschied zwischen organisch produzierten und konventionell hergestellten Lebensmitteln? Was sind die nährwertspezifischen Unterschiede zwischen frischem Fisch, Fisch in Konserven, geräuchertem und oder tiefgefrorenem Fisch? Welche Lebensmittel sind bei einer Kuhmilchproteinallergie erlaubt? Wenn Ihre Mutter und Großmutter übergewichtig sind, werden Sie es dann auch sein? Wie kann ich meine Tochter (14 Jahre), die meine selbst zubereiteten Speisen nicht essen will, dazu motivieren am Familienessen teilzunehmen? Wie lange es dauert von der Nahrungsaufnahme bis zum Stuhlgang? Wie viel Milchprodukte muss man zu sich nehmen, um seinen Kalziumbedarf zu decken? Wird der Bedarf für die Aufnahme von Milcherzeugnissen bzw. Kalzium in der westlichen Welt nicht überschätzt? Chinesen nehmen zum Beispiel keine Milchprodukte zu sich und haben dennoch keine Osteoporose.
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