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FOOD TODAY 05/2004

Die Wahl der Lebensmittel – ein komplexes Verhalten

Food TodayDie Wahl der Lebensmittel ist ausschlaggebend ob unsere Ernährung einen positiven oder negativen Effekt auf die Gesundheit hat. Wenn man eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung erreichen möchte, ist es wichtig, die Einflüsse bei deren Wahl der Lebensmittel zu verstehen. Ernährungsgewohnheiten sind sehr komplex und dieser Artikel möchte einen Überblick über die vielfältigen Faktoren geben, die einen Einfluss auf die Wahl der Lebensmittel haben. Weitere Artikel werden die biologischen Faktoren beleuchten, die die Wahl eines Lebensmittels beeinflussen, Schwierigkeiten bei einer Änderung der Ernährung hervorheben und erläutern, wie eine Änderung der Gewohnheiten erreicht werden kann.

Die Wahl der Lebensmittel wird, wie alle komplexen menschlichen Verhaltensweisen, durch viele zusammenhängende Faktoren beeinflusst. Natürlich ist es Hunger, der uns zum Essen bewegt und Sättigung, die uns aufhören lässt zu essen. Doch was wir zum Essen auswählen, wird nicht nur durch physiologische Faktoren wie dem Nährstoffbedarf reguliert. Andere Faktoren, die unsere Lebensmittelsauswahl beeinflussen, sind:

  • die sensorischen Eigenschaften der Lebensmittel, wie Geschmack, Geruch und Aussehen;
  • soziale und emotionale Faktoren, wie Neigungen und Abneigungen, Wissen und Einstellungen über Ernährung und Gesundheit, Gewohnheiten und das soziale Umfeld beim Essen beeinflussen unsere Wahl. Persönliche Werte, Lebenserfahrungen wie Ehe/eheähnliche Gemeinschaft, Fähigkeiten (z.B. Kochen), Wertvorstellungen (z.B. Bio-Lebensmittel oder Biotechnologie) und persönliche Einschätzungen, wie selbstgesetzte Grenzen für eine gesunde Ernährung, sind für einige Personen wichtige Entscheidungskriterien.
  • kulturelle und wirtschaftliche Faktoren beeinflussen unsere Wahl ebenfalls. Bildung und ethnische Zugehörigkeiten können ebenso wichtig sein wie die Verfügbarkeit und der Preis bestimmter Produkte.

Die Vielfalt dieser Faktoren zeigt, dass “gesundes Essen”, nur eine von vielen relevanten Kriterien bei der Wahl der Lebensmittel ist.

Einstellung gegenüber Lebensmitteln und die Bereitschaft zum Wechseln

Eine europaweite Studie über die Verbrauchereinstellungen zu Lebensmitteln, Ernährung und Gesundheit kam zu dem Ergebnis, dass die fünf wichtigsten Faktoren bei der Wahl eines Lebensmittel in den EU-Mitgliedstaaten „Qualität/Frische“ (74%), „Preis“ (43%), „Geschmack“ (38%), „der Versuch gesund zu essen“ (32%) und „die Wünsche der Familie“ (29%) sind. Diese durchschnittlichen Zahlen, die bei der Gruppierung der Ergebnisse aus allen EU-Mitgliedstaaten entstehen, unterscheiden sich jedoch deutlich von Land zu Land.

Frauen, ältere Menschen und Personen mit höherem Ausbildungsniveau messen einer gesunden Ernährung mehr Bedeutung bei. Männer entscheiden sich häufiger für “Geschmack” und “Gewohnheit” als wichtigste Faktoren für die Wahl eines Lebensmittels. Der Preis scheint besonders bei Arbeitslosen und Rentnern am wichtigsten zu sein. In der gleichen Studie wurde eine gesunde Ernährung (definiert als Ausgewogenheit und Vielfalt) in 80% aller Antworten so beschrieben, dass daraus geschlossen werden kann, dass die Aufklärungsarbeit durchaus einen Einfluss hat. Dies spiegelt sich auch in der Verbesserung der Ernährungstrends wider. Allerdings führt ein besseres Verständnis der Ernährung nicht unbedingt zu einer Änderung der Essgewohnheiten. Um tatsächlich eine Veränderung des persönlichen Verhaltens zu erreichen, muss auch der Wille dazu vorhanden sein. Doch noch immer glauben die meisten Europäer nicht, dass sie ihre Ernährungsgewohnheiten ändern müssen. 71% glauben, dass sie sich bereits ausreichend gesund ernähren. Dies zeigt einmal mehr, dass einer gesunden Ernährung bei der Lebensmittelauswahl keine große Bedeutung beigemessen wird.

Was die Verbraucher essen, hängt nicht nur von persönlichen Präferenzen ab, sondern wird auch von sozialen und kulturellen Faktoren beeinflusst. Daher sind wohl unterschiedliche Strategien nötig, um bei den einzelnen Gruppen mit unterschiedlichen Prioritäten eine Änderung im Verhalten zu erreichen. Dies ist eine große Herausforderung für Ernährungs- und Gesundheitsexperten.

Referenzen

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  • De Irala-Estevez J, Groth M, Johansson L, Oltersdorf U, Prattala R & Martinez-Gonzalez MA (2000) A systematic review of socioeconomic differences in food habits in Europe: consumption of fruit and vegetables. European Journal of Clinical Nutrition 54: 706-714.
  • European Journal of Clinical Nutrition (1997) June 51: Supplement 2:
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ÜBER EUFIC
EUFIC, das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel, ist eine gemeinnützige Organisation, die den Medien, Gesundheits- und Ernährungsfachleuten, Erziehern und meinungsbildenden Einrichtungen wissenschaftlich fundierte Informationen über Nahrungsmittelsicherheit und -qualität sowie Gesundheit und Ernährung auf eine für Konsumenten verständliche Weise liefert.

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Letzte Aktualisierung der Website: 15/04/2014
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