Ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist die Voraussetzung für mentale und physische Fitneß. Als Richtwert werden zwei Liter pro Tag empfohlen.
Wer kennt nicht dieses Gefühl, unbedingt etwas Trinken zu müssen, um wieder zu neuen Kräften zu gelangen? Nicht nur Hochleistungssportler benötigen viel Flüssigkeit, sondern auch der durchschnittliche, berufstätige Mensch sollte in kurzen Intervallen Flüssigkeit aufnehmen. Die ausreichende Versorgung mit Flüssigkeit ist ausgesprochen wichtig für das persönliche Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit des Körpers.
Der menschliche Körper besteht zu 60 bis 70% aus Wasser. Bei Frauen ist der Anteil aufgrund des relativ höheren Fettgehalts des Gewebes etwas geringer als bei Männern, bei Babys liegt er mit bis zu 75% etwas höher. Bereits ab einem Flüssigkeitsverlust von 2% nehmen die körperliche Leistungsfähigkeit, die Konzentration und das Kurzzeitgedächnis merklich ab.
Flüssigkeit - die pure Notwendigkeit
Zwei Liter Flüssigkeit am Tag braucht der menschliche Körper, um den Wasserverlust über Haut, Lungen, Blase und Darm auszugleichen und drei Tage ohne Flüssigkeitszufuhr können bereits lebensbedrohlich wirken. Reguliert wird der Wasserhaushalt des Körpers über die Haut und die Nieren. Die Verdunstung von Wasser über die Haut dient hauptsächlich der Regulierung der Körpertemperatur, während über die Harnproduktion in den Nieren giftige Stoffwechselprodukte aus dem Blut entfernt werden.
Unzureichende Flüssigkeitsaufnahme führt auch zu folgenden Nebeneffekten: so nehmen die Menge an Blutplasma und damit das Blutvolumen ab, was zu einer Beeinträchtigung der Sauerstoffversorgung von Organen, Muskeln und Gehirn führt. Die typischen dabei auftretenden Symptome sind allgemeine Müdigkeit bis hin zu Erschöpfungszuständen, nach längerer Zeit ohne Flüssigkeitsaufnahme kommen Verdauungs- und Kreislaufprobleme hinzu.
Neben der Flüssigkeit selbst ist auch die damit verbundene Aufnahme von Natrium, Kalium und anderen Elektrolyten von entscheidender Bedeutung. Normalerweise nehmen wir zwar genügend Elektrolyte über die Nahrung auf, bei starker Hitze oder körperlicher Anstrengung aber werden zusätzliche Elektrolyte - vor allem Natrium - gebraucht.
Kinder und ältere Menschen
Bei Kindern und älteren Menschen kann der Wasserhaushalt leicht durcheinander geraten. Kinder brauchen zum einen aufgrund ihrer höheren körperlichen Aktivität mehr Flüssigkeit, zum anderen ist ihr Durstgefühl noch nicht vollkommen entwickelt. Unter zwölf Jahren ist zudem noch keine ausreichende Regulierung der Körpertemperatur entwickelt. Ältere Menschen haben ein weniger ausgeprägtes Durstgefühl. Dies führt dazu, dass sie das Trinken oftamls einfach vergessen und so zu wenig Flüssigkeit aufnehmen. Dadurch wird die Nierenfunktion heruntergeregelt und nicht mehr genügend Harn ausgeschieden, was aber für die ausreichende Entgiftung des Körpers sehr wichtig ist. Kinder und ältere Menschen sollten deshalb auch ohne akutes Durstgefühl regelmäßig Wasser bzw. andere Getränke oder Suppen zu sich nehmen.
Sport und Wetter
Bei intensiver sportliecher Betätigung bei heißem Wetter kommt es schnell zu einem übermäßigen Flüssigkeitsverlust, was zu einem Rückgang der Schweißproduktion und dadurch zu einer verminderten Abkühlung des Körpers führt. In der Folge können Symptome wie Kopfschmerzen und Übelkeit auftreten. Auch Menschen, die in höheren Berggegenden oder anderen kalten Klimaregionen leben, benötigen mehr Flüssigkeit.
Prof. Dr. Josef Keul, Chefarzt des Deutschen Olympiateams von Atlanta und Nagano formuliert es so:" Nur die, die genug trinken sind richtig fit".
FOOD TODAY 03/1999