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Gemeinsames Symposium von HELENA, IDEFICS und PROCHILDREN

EUFIC freut sich, Sie über eine Aktualisierung der Ergebnisse eines wichtigen Ereignisses informieren zu können, das kürzlich in Stockholm als Satellite Symposium der Jahreskonferenz 2007 der Internationalen Gesellschaft für Ernährungsverhalten und körperliche Bewegung (International Society for Behavioural Nutrition and Physical Activity, ISBNPA) stattgefunden hat. Dieses Symposium warf ein Schlaglicht auf die wichtigsten Erfolge und zukünftige Perspektiven dreier EU-finanzierter Forschungsprogramme, die auf Lifestyle-Interventionen bei Kindern und Jugendlichen ausgerichtet sind. Alle drei Projekte wurden oder werden von der Europäischen Kommission finanziert:

HELENA (Healthy Lifestyle in Europe by Nutrition in Adolescence, www.helenastudy.com);

IDEFICS (Identification and prevention of Dietary- and lifestyle-induced health EFfects In Children and infants, www.ideficsstudy.eu) und

ProChildren (Promoting and Sustaining Health through Increased Vegetable and Fruit Consumption among European Schoolchildren, www.univie.ac.at/prochildren/).

Die Professoren Lea Maes (Universität Gent, Belgien) und Luis Moreno (Universität Saragossa, Spanien) stellten die wichtigsten Komponenten der HELENA-Studie vor, die sich aus vier verschiedenen Studien zusammensetzt. Die Querschnittsstudie ist darauf ausgerichtet, einen umfassenden Überblick über die Ernährungs- und Lebensgewohnheiten Heranwachsender in zehn europäischen Städten zu geben. Die Verhaltens- und Nahrungsmittelstudien untersuchen die Nahrungsmittelvorlieben Heranwachsender, um neue gesunde Nahrungsmittel zu entwickeln, die bei Heranwachsenden Anklang finden. Bei der Untersuchung werden auch die körperlichen Auswirkungen und die Akzeptanz gesunder Snacks getestet. Eine innovative, web-basierte Intervention im Bereich körperliche Betätigung und Ernährung, die auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten ist, wurde in vier Sprachen entwickelt und wird in sechs europäischen Zentren ausgewertet. Die beiden Module für körperliche Betätigung und Ernährung geben ein sofortiges, auf den Einzelnen zugeschnittenes Feedback und Ratschläge, die seinen individuellen Bedürfnissen entsprechen und dabei so wenig wie möglich von seinem gegenwärtigen Ernährungs- und Lebensmuster abweichen, um eine größtmögliche Akzeptanz zu gewährleisten.

Professor Wolfgang Ahrens (Universität Bremen) skizzierte das Wechselspiel der kausalen Faktoren Übergewicht, Adipositas und verwandte Störungen in der frühen Kindheit, das gegenwärtig in der epidemiologischen Vorbeugungsstudie IDEFICS untersucht wird. Die Studie zielt darauf ab, eine evidenzbasierte Intervention zu entwickeln, um der Epidemie von ernährungs- und lebensstilbedingten Erkrankungen bei Kindern im Alter von zwei bis zehn Jahren entgegenzuwirken.

Bei der IDEFICS-Studie werden 17.000 Kinder in neun europäischen Länder mithilfe eines standardisierten Sets von Maßen erfasst und untersucht. Gegenwärtig wird ein kulturell angepasstes Programm entwickelt und implementiert, das sich mit Stress, Ernährungsgewohnheiten und körperlicher Betätigung befasst. Nach ihrem Abschluss wird die IDEFICS-Studie ermöglichen, ethnische, regionale und geschlechtsbezogene Vergleiche bezüglich der Verteilung von Adipositas und von damit verwandten Störungen anzustellen, und bei der Identifizierung der Hauptrisikofaktoren für Kinder helfen. Die Auswirkung von Lebensstil- und Umweltfaktoren, Nahrungsmittelvorlieben, unterschiedlicher sensorischer Wahrnehmung und dem Verbraucherverhalten von Kindern wird ebenfalls untersucht, und es werden Risikoprofile für Kinder identifiziert, die anfällig für Adipositas und die damit verbundenen Krankheitszustände sind. Auf der Grundlage dieser Erkenntnisse werden Richtlinien für die Gesundheitsförderung und Krankheitsvorbeugung entwickelt und im Rahmen kontrollierter Interventionsstudien implementiert.

Professor Knut-Inge Klepp (Universität Oslo, Norwegen) präsentierte die Erkenntnisse aus der Lifestyle-Intervention-Studie von ProChildren, die darauf abzielte, den Obst- und Gemüseverbrauch von Zehn- bis Zwölfjährigen um 20 % zu steigern, indem u. a. Obst und Gemüse in Schulen bereitgestellt, Klassenzimmeraktivitäten durchgeführt, Computerfeedback und Ratschläge an Kinder gegeben und Aktivitäten angeregt wurden, die zu Hause in der Familie vervollständigt werden mussten.

Das Programm wurde insgesamt von den Schulkindern und ihren Lehrern sehr positiv angenommen. Die Schulen, an denen die Intervention durchgeführt wurde, berichteten über eine deutliche Steigerung der Obst- und Gemüseaufnahme, und diese Auswirkungen hielten auch noch ein Jahr nach der Interventionsstudie an. Zu den identifizierten Schlüsselelementen für erfolgreiche Interventionen zählen das Vorhandensein und die Zugänglichkeit von qualitativ hochwertigem Obst und Gemüse, die Schaffung nachhaltiger Voraussetzungen für Veränderungen und die Verringerung sozialer Unterschiede.

Neben den neuesten Ergebnissen der EU-finanzierten Forschung wurden mehrere andere interessante Forschungsinitiativen präsentiert.

Professor Carolyn Summerbell (Universität Teeside, Großbritannien) präsentierte einen systematischen Überblick über die Ergebnisse und Empfehlungen im Zusammenhang mit der Forschung über Lifestyle-Interventionen bei Kindern und Jugendlichen, die 2005 im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) durchgeführt wurden. Professor Summerbell kam zu dem Schluss, dass die meisten Interventionen zwar hinsichtlich der Nahrungsaufnahme und/oder der körperlichen Betätigung zu Verbesserungen führten, jedoch kaum oder gar keinen Einfluss auf den Fettleibigkeitsstatus hatten. Bei den erfolgreichsten Interventionen waren die gesamte Schule, die Familie (Elternbeteiligung) und das weitere Umfeld beteiligt, und sie gründeten sich auf ein theoretisches Modell. Eine Aktualisierung des Überblicks ist vor Ende des Jahres 2007 geplant.

Dr. Yannis Manios (Harokopio-Universität Athen, Griechenland) präsentierte ein schulisches Interventionsprogramm mit dem Namen „Kretisches Unterrichtsprogramm für Gesundheit und Ernährung“, das auf der sozialkognitiven Theorie beruht und in griechischen Grundschulen durchgeführt wurde; es umfasst Arbeitsbuchaktivitäten zu den Themen Ernährung, körperliche Betätigung und Fitness, Märchen-Audio-Kassetten, Poster und interaktive Aktivitäten. Das Programm hat biochemische Indexe wie Gesamtcholesterin, HDL oder LDL sowie anthropometrische Maße wie Hautfaltendicke und Body Mass oder BMI deutlich verbessert; diese Veränderungen wurden mit Veränderungen bei der körperlichen Betätigung und dem Ernährungsverhalten im Vergleich zur Kontrollgruppe assoziiert. Diese positiven Veränderungen waren hauptsächlich auf die stark ausgeprägte Elternbeteiligung und die Integration des Programms in den Lehrplan der Schule zurückzuführen. Einige der Veränderungen (Cholesterinspiegel, körperliche Betätigung in der Freizeit oder BMI) blieben auch vier Jahre nach Ende der Intervention bestehen.

Professor Elizabeth Waters (Deakin-Universität, Australien) stellte den Kontext für das Entstehen einer Reihe von gemeinschaftsbezogenen Interventionen zur Bekämpfung der Adipositas-Epidemie in Australien vor und präsentierte Daten für zwei größere Interventionen: „Be Active Eat Well“, die in einem ländlichen Gebiet durchgeführt wurde, und „Fun 'n' Healthy in Moreland“, die in einem städtischen Gebiet durchgeführt wurde. Die Ergebnisse zeigen, dass die Möglichkeit besteht, soziale Determinanten anzugehen und gesundheitliche Ungleichheiten durch Gemeinschaftsstrategien auf mehreren Ebenen zu beeinflussen; gleichzeitig wird die Bedeutung eines starken Auswertungsdesigns zur Sicherung der Nachweisbasis betont.

Dr. Jean Michel Borys (Lille, Frankreich) präsentierte die neuesten Daten der „Fleurbaix-Laventie Ville Santé“-Studie, eines gesamtgemeinschaftlichen Vorbeugungsprogramms über die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas über einen Zeitraum von zwölf Jahren im Vergleich zu Kontrollstädten. Die Prävalenz von Adipositas bei Kindern in Fleurbaix-Laventie betrug nur die Hälfte der Prävalenz in Kontrollstädten, insbesondere bei Kindern der mittleren und unteren sozioökonomischen Klassen.

Professor Ilse De Bourdeaudhuij (Universität Gent, Belgien) stellte eine zweijährige Intervention in den Bereichen körperliche Betätigung und gesunde Ernährung bei Kindern in weiterführenden Schulen vor, zu deren Bestandteilen eine maßgeschneiderte Computersoftware und Veränderungen im Umfeld gehörten. Professor De Bourdeaudhuij kam zu dem Schluss, dass Strategien auf Schulbasis, die Umfeld- und persönliche Interventionen kombinieren, in den Bereichen körperliche Betätigung und Ernährungsverhalten bei Kindern in weiterführenden Schulen zu deutlichen Verbesserungen führen können und dass Interventionen mit maßgeschneiderter Computersoftware ein vielversprechendes Werkzeug darstellen.

Professor John J. Reilly (Universität Glasgow, Großbritannien) präsentierte einige der wichtigsten Erkenntnisse aus randomisierten und kontrollierten Studien über die Bekämpfung von Adipositas bei Kindern in Großbritannien. Er betonte die Schwierigkeiten, die hinsichtlich der Beurteilung und Bekämpfung des Problems der Fettleibigkeit bestehen, und stellte die Lücken in der wissenschaftlichen Literatur, die Identifizierung von Verhaltenszielen und den Bedarf an objektiven Folgemaßnahmen als Hürden dar, die es zu überwinden gilt. Er betonte auch die Bedeutung der Förderung von körperlicher Betätigung als Interventionsstrategie, die Rolle des Umfelds und das Potenzial für Interventionen, die während der frühen Kindheit stattfinden.

ÜBER EUFIC
EUFIC, das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel, ist eine gemeinnützige Organisation, die den Medien, Gesundheits- und Ernährungsfachleuten, Erziehern und meinungsbildenden Einrichtungen wissenschaftlich fundierte Informationen über Nahrungsmittelsicherheit und -qualität sowie Gesundheit und Ernährung auf eine für Konsumenten verständliche Weise liefert.

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Letzte Aktualisierung der Website: 02/09/2014
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