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Zur Bedeutung von „Guideline Daily Amounts“

Sie haben vielleicht schon den Begriff  „Guideline Daily Amounts“ auf Lebensmitteletiketten gelesen? Was versteht man unter ‚Guideline Daily Amounts’ (GDA)? „Guideline Daily Amounts“ geben die empfohlene Tageszufuhr von  Energie und Nährstoffen an, die ein gesunder Erwachsener im Durchschnitt pro Tag zu sich nehmen sollte. Diese Angaben von Lebensmittel- und Getränkeherstellern sowie Handelsunternehmen sind freiwillig. Sie sollen über den Energie- und Nährstoffgehalt von Lebensmitteln und Getränken informieren. Man hofft dass die Verbraucher mit Hilfe dieser Angaben besser verstehen, wie einzelne Produkte zu einer ausgewogenen Ernährung beitragen.
 
Lebensmittel- und Getränke- und Handelsunternehmen leiten ihre GDA-Werte von internationalen, EU- und Regierungsempfehlungen ab. Sie basieren  auf aktuell veröffentlichten wissenschaftlichen Daten zum Nährstoffbedarf und auf entsprechenden Ernährungsempfehlungen. Es bestehen jedoch Unterschiede bei den verschiedenen Systemen, bedingt durch die Herkunft der jeweiligen wissenschaftlichen Referenzwerte und durch geringfügige Unterschiede bei der Berechnung.
 
Verbraucher in Großbritannien sind bereits mit dem GDA-Konzept vertraut, da viele Hersteller und Einzelhändler diese Information bereits seit 1998 auf die Verpackungen drucken. Auf dem europäischen Festland werden die Guideline Daily Amounts allmählich akzeptiert. Vor kurzem hat der Verband der europäischen Lebensmittel- und Getränkeindustrie (CIAA) einen  Vorschlag für einen EU-weit harmonisierten Ansatz zur Nährwertkennzeichnung einschließlich der Angabe von standardisierten GDA-Werten vorgelegt. Damit könnten in Zukunft unterschiedliche GDA-Angaben vermieden werden.
 
GDAs für Energie und Nährstoffe
 
„Guideline Daily Amount-Angaben“ sind  für Energie (Kalorien) und für die vier wichtigsten Nährstoffe verfügbar, für Fett, gesättigtes Fett, Zucker und Natrium (oder Salz). GDAs für Kohlenhydrate, Protein und Ballaststoffe können – je nach Ermessen des Herstellers – ebenfalls angegeben werden.
 
Guideline Daily Amounts für Erwachsene basieren auf dem durchschnittlichen Nährstoffbedarf von gesunden Männern und Frauen, ab einem Alter von 18 Jahren, mit Normalgewicht und/oder zur Konstanthaltung des Körpergewichts. Die GDA-Angaben  für Energie leiten sich dabei vom geschätzten Durchschnittsbedarf  für Energie unter Berücksichtigung der körperlichen  Aktivität und des Lebensstils bei sitzender Tätigkeit  ab. Energie wird üblicherweise in Kilokalorien (kcal), manchmal auch  als Kalorien (Kal) angegeben: Beide Angaben sind gleichbedeutend und auf Lebensmitteletiketten üblich. Der GDA-Wert für die Energiezufuhr beträgt für Frauen im Durchschnitt  2.000 kcal, für Männer sind es 2.500 kcal. Diese Energie-Werte sind die Referenzbasis  zur Berechnung der empfohlenen täglichen Verzehrsmengen der jeweiligen Nährstoffe. In den Fällen, in denen es nicht möglich ist, Angaben jeweils für Männer und Frauen zu machen, werden unter der Angabe  „GDA-Wert für Erwachsene“ die GDA-Werte für Frauen angegeben, um von einem übermäßigem Konsum abzuraten.
 
Guideline Daily Amounts für Kinder wurden auch für Jungen und Mädchen festgelegt. Diese Referenzwerte für GDAs für Kinder werden im Allgemeinen nur auf Produkten, die speziell für Kinder konzipiert sind,  angegeben.
 

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Tabelle 1 (unten) zeigt ein Beispiel für die Angabe von  Guideline Daily Amounts für Erwachsene, wie sie auf Lebensmitteln in Europa angegeben werden können. Die Werte basieren auf einer Tageszufuhr von 2.000 Kalorien und leiten sich von EURODIET-Empfehlungen (siehe auch Literaturhinweis (5)) ab –  ausgenommen der Gesamtgehalt an Zucker (siehe hierzu die Literaturhinweise 5, 6, 7).
 
Empfehlungen, keine individuellen Sollvorgaben
 
Aufgrund von Geschlecht, Alter, Gewicht, Grad der körperlichen Aktivität oder anderer Faktoren kann der Bedarf an Energie und Nährstoffen für die Einzelperson von den angegebenen Guideline Daily Amounts  nach oben oder unten abweichen. Zudem ist es unwahrscheinlich, dass eine Einzelperson jeden Tag die jeweiligen GDA-Werte für alle Nährstoffe einhalten kann. Deshalb sollten „Guideline Daily Amounts“ nicht als strenge, individuelle Sollvorgaben betrachtet werden. Stattdessen sollten die Verbraucher diese Werte als Bezugspunkt betrachten, um den möglichen Beitrag, den ein bestimmtes Produkts zu ihrem täglichen Nährstoffbedarf leistet, abzuschätzen.
 
Vitamine und Mineralstoffe, die RDAs
 
Wird auf einem Etikett der Vitamin- oder Mineralstoffgehalt angegeben, erfolgt dies in Form des Prozentanteils der empfohlenen Nahrungszufuhr (recommended dietary allowance = RDA), wie  es durch das Lebensmittelgesetz der EU geregelt ist und nicht als GDA-Angabe. Vitamine und Mineralstoffe müssen in bestimmten Mengen aufgenommen werden, um eine reibungslose Funktion von lebenswichtigen Stoffwechselreaktionen im Körper zu gewährleisten und die physische Gesundheit aufrecht zu erhalten. Aus diesem Grund werden die jeweils empfohlenen Zufuhrmengen höher angesetzt als der durchschnittliche Bedarf  der Gesamtbevölkerung (der bei den GDA-Werten als Bezugsbasis dient), um jegliche Mangelerscheinungen auszuschließen. Wenn sich manche  Personen dabei mehr an Vitaminen und Mineralstoffen zuführen als sie benötigen, so ist dies  nicht schädlich. Der RDA steht für die durchschnittliche tägliche Zufuhr, die den Nährstoffanforderungen von fast allen gesunden Erwachsenen entspricht.
Wie bei den GDAs, bedeutet dies nicht, dass diese Mengen von Vitaminen und Mineralstoffen jeden Tag aufgenommen werden sollten. Sie repräsentieren vielmehr die durchschnittliche Zufuhr in einer bestimmten Zeitspanne (Tabelle 2).

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Quelle : Council Directive 90/496/EEC of 24 September 1990 on nutrition labelling for foodstuffs

Beispiel einer Abbildung von GDAs
 
Abbildung 1 (unten) zeigt ein Beispiel für die graphische Angabe von Guideine Daily Amounts auf einer Produktverpackung. Der Nutzen dieser Information für den Konsumenten wird am Beispiel  des Energie-GDA erläutert. Die Angaben des Portionsgehaltes an Zucker, Fett, gesättigtem Fett und Salz sollen wie die Angabe des Energiegehaltes dem Verbaucher dabei zur Entscheidung beitragen, ob dieses Erzeugnis in seine Gesamternährung passt.
 
Abbildung 1. Beispiel und Erläuterung eines Wegweisers
 
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Abbildung 2 zeigt ein Beispiel für Nährwertangaben, wie sie Verbraucher auf der Rückseite von Produktverpackungen  in Form einer Tabelle finden können. Hier sind Nährwertangaben von zwei verschiedenen Frühstückscerealien abgebildet. Im gezeigten Fall würde die Frühstückscerealie vom  Beispiel 2  aufgrund seines höheren Ballaststoffgehaltes für diejenigen günstiger sein, die wenig Ballaststoffe verzehren.
 
Abbildung 2. Vergleich der Nährwertinformationen von zwei Frühstückscerealien-Packungsrückseiten
 
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Von der Theorie zur Praxis

GDAs wurden entwickelt, die  Verbraucher  beim Einkaufen oder Kochen  in ihrer Lebensmittelauswahl zu unterstützen:  Personen, die beispielsweise über ihren Salzkonsum besorgt sind,  können mithilfe dieser  GDA-Angaben  für Salz bzw. Natrium das Produkt mit dem geringsten Salzgehalt ausfindig machen.

GDA-Angaben können  zu einem besseren Verständnis führen, wie unterschiedliche Lebensmittel zu einer ausgewogenen Ernährungsweise beitragen, da  sie einen Hinweis geben können, welche Erzeugnisse gelegentlich und welche häufiger konsumiert werden können.

Man muß jedoch feststellen, dass derzeit noch sehr wenig darüber bekannt ist, wie diese Kennzeichnungssysteme  von  den Verbrauchern im Alltag genutzt werden, Daher ist weitere Forschung notwendig, um zu erfahren, wie Verbraucher diese Information in der Praxis nutzen

Literaturhinweise

1. Institute of Grocery Distribution (2006) Best Practice Guidance on the Presentation of Guidelines Daily Amounts
2. Council Directive 90/496/EEC of the 24 September 1990 on nutrition labelling for foodstuffs
3. CIAA (2006) Recommendations for a Common Nutrition Labelling Scheme
4. COMA (1991) Dietary Reference Values for Food Energy and Nutrients for the United Kingdom. (Report on Health and social Subjects). HMSO, London
5. EURODIET (2001) Nutrition & Diet for Healthy Lifestyles in Europe. Core Report
6. INPES (2002) La santé vient en mangeant. Guide alimentaire pour tous.
7. FAO/WHO (2003) Diet, Nutrition and the Prevention of Chronic Diseases. Report of an expert consultation. WHO, Geneva
8. FAO/WHO (1998) Carbohydrates in Human Nutrition. FAO food and nutrition paper no. 66. FAO, Rome. 
 

FOOD TODAY 03/2007

Quelle: Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel

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