Gibt es empfohlene Tagesmengen für die Aufnahme von Nährstoffen und Vitaminen?
Die meisten EU-Mitgliedsstaaten haben ihre eigenen quantitativen Ernährungsempfehlungen entwickelt mit einer Vielfalt an Bezeichnungen (z. B. Dietary Reference Values, UK). Die Werte darin sind an verschiedene Bevölkerungsgruppen angepasst (Kinder, Jugendliche, Schwangere, alte Menschen).
Auf europäischer Ebene gibt es die Werte der empfohlenen täglichen Aufnahme (RDA) aus der EU-Kennzeichnung, die für die Angaben von Vitaminen und Mineralien auf dem Etikett (in %RDA) verwendet werden dürfen. Die RDA-Werte sind notwendig zur Vereinheitlichung der Nährstoffkennzeichnung. Diese RDA-Werte gelten für Erwachsene, und obwohl sie den nationalen Werten in vielen Fällen sehr ähnlich sind, können sie nicht mit allen identisch sein.
Für mehr als 50 Jahre hat das “Food and Nutrition Board” der britischen National Academy of Science die Ergebnisse der Ernährungswissenschaften untersucht und Nährstoffanforderungen an eine gesunde Ernährung definiert. Bis vor kurzem dominiert eine Gruppe an Richtwerten: die RDA-Werte.
Der konventionelle RDA-Wert ist die durchschnittliche tägliche Aufnahmemenge, die für nahezu alle gesunden Menschen einer bestimmten Alters- und Geschlechtskategorie die Nährstoffanforderungen abdeckt. In der Vergangenheit bedeuteten die RDA-Werte der meisten Nährstoffe die Mengen, die nötig waren, um Mangelkrankheiten zu vermeiden, z. B. Rachitis (Mangel an Vitamin D) oder Skorbut (Mangel an Vitamin C). In den frühen 1990ern hat das Food and Nutrition Board nach reiflicher Überlegung begonnen, die RDA-Werte zu überarbeiten und eine neue Familie der Ernährungsempfehlungswerte zu entwickeln – die Ernährungsreferenzaufnahmen (DRI). Es gibt vier Gruppen der DRI-Werte: der geschätzte durchschnittliche Bedarf (EAR), die empfohlene tägliche Aufnahme (RDA), die adäquate Aufnahme (AI) und die verträgliche obere Aufnahmegrenze )UL). Das primäre Ziel dieser neuen Referenzwerte war nicht nur, Mangelerkrankungen zu vermeiden, sondern auch die Risiken chronischer Krankheiten wie Osteoporose, Krebs oder Herzkrankheiten zu senken.
Weitere Informationen bei :
SCF - http://europa.eu.int/comm/food/fs/sc/scf/out89.pdf
WEITERE FRAGEN