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Eurobarometer

Risikowahrnehmung in Europa: der Eurobarometer -Bericht

Für die Herausgabe der neuen Internetseite beschloss das EUFIC, nicht abzuwarten, bis die Ergebnisse seiner ersten eigenen Konsumentenbefragung vorlagen, sondern vielmehr die Gelegenheit wahrzunehmen, wichtige Daten über die Risikowahrnehmung bei Lebensmitteln zur Verfügung zu stellen, die kürzlich von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und der Europäischen Kommission, Generaldirektion für Gesundheit und Verbraucherschutz (DG SANCO), herausgegeben wurden.

Die Umfrage

Die im Februar 2006 veröffentlichte Eurobarometer-Umfrage liefert wertvolle Einblicke in die Risikowahrnehmung der Verbraucher, insbesondere im Zusammenhang mit der Lebensmittelsicherheit. Die Wahrnehmung der Verbraucher ist generell positiv, die Sorge um die Sicherheit von Lebensmitteln steht nicht an erster Stelle, und die Rolle der Behörden beim Schutz der Verbraucherinteressen wird gewürdigt. Die Ergebnisse über die vertrauenswürdigsten Informationsquellen der Verbraucher sowie deren Haltung und Reaktion auf Medienberichte über lebensmittelbezogene Gesundheitsfragen können große Auswirkungen auf die Entwicklung der Risikokommunikation haben, die effizient auf die Bedürfnisse und Sorgen der Verbraucher eingeht.

Auf erster Ebene

Für die Europäer werden Lebensmittel und Essen in erster Linie mit Geschmack und Vergnügen assoziiert. Bei der Frage, woran sie bei Lebensmitteln zuerst denken, nennt nur 1 Verbraucher von 5 die Gesundheit, und Sorgen über eventuelle Risiken oder Krankheiten werden kaum jemals spontan geäußert. Bei einer genaueren Befragung der Verbraucher, mögliche Probleme oder Risiken im Zusammenhang mit Lebensmitteln zu nennen, gab es für die meisten Befragten keine einzige Nennung. Größere Lebensmittelskandale in der Vergangenheit wie BSE (Bovine Spongiform Encephalopathy) scheinen heute nicht mehr im Vordergrund zu stehen. Tatsächlich äußerten sich nur wenige Befragte (weniger als 1 von 5) spontan über Probleme mit der Lebensmittelsicherheit: am häufigsten erwähnt wurden dabei Lebensmittelvergiftung, gefolgt von Chemikalien, Pestiziden und Giftstoffen sowie Fettleibigkeit.

Bei eingehender Betrachtung

Wenn die Verbraucher weiter konfrontiert werden mit einer Liste möglicher Risiken im Zusammenhang mit Lebensmitteln, dann scheint die Besorgnis etwas weiter verbreitet zu sein. Die Verbraucher machen sich am meisten Sorgen über Risiken, die von äußeren Faktoren herrühren und über die sie keine oder nur eine geringe Kontrolle haben. Ganz oben auf der „Beunruhigungsskala“ (mehr als 60% der Befragten) stehen Sorgen wie: Pestizidrückstände, neue Viren (wie Vogelgrippe) und Rückstände in Fleisch, Lebensmittelhygiene (außerhalb des Haushalts) und Bakterienbefall von Lebensmitteln. Weniger beunruhigt sind die Verbraucher über eventuelle Risiken im Zusammenhang mit eigenem Verhalten oder eigenen Praktiken. Interessant ist festzustellen, dass Fettleibigkeit zwar spontan als mögliches Risiko in Verbindung mit Lebensmitteln (wenn auch von wenigen Verbrauchern) genannt wird, aber nur wenige scheinen sich Sorgen über ihre eigene Gewichtszunahme zu machen (dies steht ganz unten auf der „Beunruhigungsskala“).

Ein signifikanter Teil der befragten Verbraucher (61%) kennt die EU-Bestimmungen für Lebensmittelsicherheit, die in bezug auf das Bewusstsein nach dem Rauchen (85%) und den Verbraucherrechten (66%) an dritter Stelle kommen. Die Mehrheit der EU-Bürger (54%) ist der Meinung, dass die Sorgen der Bürger über Gesundheitsrisiken von den Behörden sehr ernst genommen werden, auch wenn eine gewisse Skepsis darüber herrscht, ob die Gesundheit der Konsumenten Vorrang vor Geschäftsinteressen hat. Fast 6 von 10 Personen meinen, dass bei behördlichen Entscheidungen über Lebensmittelrisiken die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse berücksichtigt werden, und fast jeder Zweite lobt die Rolle der Behörden bei der Information der Bürger über die Risiken in Verbindung mit Lebensmitteln.

Hat sich die Lebensmittelsicherheit in den letzten 10 Jahren verbessert? Die öffentliche Meinung darüber ist geteilt: 38% der Befragten meinen, die Situation habe sich verbessert, 29% meinen, sie sei gleich geblieben, und 28% geben an, dass sie schlechter sei als je zuvor. Die Perspektiven über die erzielten Fortschritte bei der Lebensmittelsicherheit in der EU sind zwar unterschiedlich, doch ist jeder zweite Bürger der Meinung, dass die Maßnahmen der Behörden in bezug auf die Sicherheitsrisiken bei Lebensmitteln angemessen seien.

Das Ausmaß, in dem sich die Menschen Sorgen über die Lebensmittelsicherheit machen, steht in direktem Verhältnis dazu, wie sie auf Medienberichte über Lebensmittelfragen reagieren. Obwohl sich nur 13% der befragten Personen an Medienberichte über ernährungsmitbedingte Gesundheitsrisiken im Vergleich zu Rauchen, Fettleibigkeit und Alkohol erinnerten, gab 1 von 2 Befragten an, er habe daraufhin seine Essgewohnheiten geändert. Mehr als 40% der Menschen ignorieren entweder die Geschichten, die sie in den Medien über ein unsicheres oder ungesundes Nahrungsmittel gehört haben, oder machen sich Sorgen und tun gar nichts. Das ist ein wichtiges Ergebnis für die Risikokommunikation, vor allem im Hinblick auf die Rolle der Medien bei der Aufklärung der Öffentlichkeit und der Motivation zu geänderten Essgewohnheiten.

Der vollständige Eurobarometer-Bericht ist auf der EFSA-Webseite unter:
http://www.efsa.eu.int/about_efsa/communicating_risk/risk_perception/catindex_en.html

Quelle: Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel

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