Ich suche nach einer angemessen Definition von Fettleibigkeit. Fettleibigkeit wird sowohl als Krankheit als auch als Zustand beschrieben. Wo liegt der Unterschied?
Dr. David Belluck, Großbritannien
Fettleibigkeit wird häufig einfach als abnormale oder exzessive Fettanlagerung im Fettgewebe des Körpers. Die zugrunde liegende Ursache ist ein Ungleichgewicht zwischen den aufgenommenen Kalorien und den verbrauchten. Wenn die Kalorienaufnahme den Verbrauch über eine längere Zeitspanne hinweg überschreitet, resultiert dies in einer Gewichtszunahme.
Um den Menschen zu helfen, ihr Idealgewicht zu ermitteln, mit ein einfaches Verhältnis zwischen Gewicht und Körpergröße verwendet, der „Body Mass Index“ (BMI). Der BMI wird berechnet, indem man das Gewicht in Kilogramm durch das Quadrat der Länge in Meter teilt (kg/m²). Ein BMI > 25 bedeutet Übergewicht, ein BMI > 30 bedeutet Fettleibigkeit.
Übergewicht und Fettleibigkeit werden von vielen Faktoren beeinflusst, darunter Vererbung, Umwelt und Verhalten, Alter und Schwangerschaft. Biologische Faktoren (Hormone, Gene), Stress oder Medikamente spielen ebenfalls eine Rolle. Dennoch beeinflussen sowohl Ernährungsfaktoren als auch die physische Aktivität stark das Energiegleichgewicht, und es sind die beiden am besten modifizierbaren Faktoren. Eine Ernährung mit begrenzter Kalorienaufnahme kombiniert mit erhöhter körperlicher Aktivität ist die generelle Empfehlung von Ernährungsberatern für eine nachhaltige Gewichtsabnahme.
Fettleibigkeit wurde zunächst als ein medizinischer Zustand angesehen, der die Gesundheit beeinträchtigt, ist nun aber offiziell von medizinischen Behörden, darunter der Weltgesundheitsorganisation, als Krankheit eingestuft. Dies hatte wichtigen Einfluss darauf, diesen Zustand zu entstigmatisieren und eine Behandlung leichter zugänglich zu machen. Ein weiterer Beitrag ist die Beseitigung von wirtschaftlichen und regulatorischen Hürden bei Vorbeugung und Behandlung.
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