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Fragen und Antworten zur Vogelgrippe: Wie sicher ist der Verzehr von Geflügelfleisch und Eiern?

Vögel können ebenso wie Menschen an Grippe erkranken. Nach dem ersten Auftreten der Vogelgrippe in Italien vor mehr als 100 Jahren ist es im Laufe der Zeit   in unterschiedlichen Regionen der Welt immer wieder zu Neuausbrüchen dieser Krankheit gekommen. Die Vogelgrippe breitet sich rasch unter Wildvögeln aus, doch können auch domestizierte Vögel und Nutzgeflügel wie Hühner, Puten und Enten infiziert werden. Ohne Behandlung kann die Vogelgrippe ganze Hühnerbestände auslöschen.
 
Was ist Vogelgrippe?
Die Vogelgrippe (aviäre Influenza) ist die bei Geflügel am häufigsten diagnostizierte Krankheit. Ursache ist eine Infektion mit dem Influenzavirus, von dem heute viele Subtypen, Varianten und Stämme bekannt sind, die nicht nur Vögel, sondern auch andere Tiere und sogar Menschen befallen können. Der Erreger der in den vergangenen Monaten in Asien ausgebrochenen Vogelgrippe ist das hoch pathogene Virus H5N1. Es breitet sich rasch unter Vogelbeständen aus und geht mit einer hohen Letalität einher. Andere Virusstämme verursachen keine oder nur leichte Erkrankungen bei Geflügel und Wildvögeln.
 
Können auch Menschen an einer Form der Vogelgrippe erkranken?
Ja, doch gab es bislang nur einige wenige Krankheitsfälle durch das H5N1-Virus. Da das Virus mit den Ausscheidungen infizierter Vögel sowie über deren Nasensekret oder Schleim in die Umwelt gelangt, erfolgt eine direkte Krankheitsübertragung in der Regel nur bei sehr engem Kontakt zwischen Menschen und infizierten Vögeln. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind in seltenen Fällen vorgekommen, doch ist von diesen Erkrankungen bisher keinerlei Gefahr für eine Pandemie ausgegangen.
 
Wie erfolgt die Ansteckung des Menschen?
Alle Menschen, die sich mit der Vogelgrippe angesteckt haben, hatten Berichten zufolge direkten Kontakt mit lebenden oder toten infizierten Vögeln. Für eine Übertragung der Vogelgrippe auf Menschen durch den Verzehr von Geflügelfleisch oder Eiern gibt es bislang keinerlei epidemiologische Beweise.
 
Darf man weiterhin Hühnerfleisch, Puten- oder Entenfleisch und Eier essen?
Ja, der Verzehr von Geflügelfleisch und Eiern in der EU ist sicher.
 
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), die Europäische Kommission sowie auch andere Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) oder die Welternährungsorganisation (FAO) empfehlen generell schon seit längerem hinsichtlich der Sicherheit von Lebensmitteln, zum Schutz vor Lebensmittelvergiftungen Hühnerfleisch und Eier zu kochen bzw. zu braten.
 
Die korrekte Handhabung und Zubereitung dieser Lebensmittel schützt nicht nur vor der Vogelgrippe oder anderen Viruserkrankungen, sondern auch vor bakteriellen Infektionen mit Salmonella und E. coli. Das H5N1-Virus wird bei hoher Hitze zerstört. Daher stellt das ausreichend lange Kochen von Geflügelfleisch und Eiern auch für den unwahrscheinlichen Fall, dass das Virus über rohe Geflügelprodukte in die Nahrungskette gelangen sollte, einen guten Schutz dar. Die üblichen Kochtemperaturen (70 °C Kerntemperatur – Kontrolle mit Hilfe eines Lebensmittelthermometers) reichen aus, um das Virus abzutöten. Zu beachten ist, dass alle Fleischteile des Geflügels durchgegart sein müssen (keine „rosa“ Stellen) und dass Eier ausreichend lange gekocht bzw. gebraten werden (keine weichen oder „laufenden“ Dotter). Durch Kühlen oder Tiefgefrieren wird das H5N1-Virus nicht abgetötet. Ein wirksamer Schutz gegen die Gefahr einer Infektion mit dem Erreger sind Desinfektionsmittel und – wie bei Bakterien auch – die gängigen Hygienemaßnahmen (Desinfektion von Arbeitsflächen und Geräten sowie gute Körperhygiene, vor allem gründliches Händewaschen).
 
Aus den genannten Gründen kann der Konsument sicher sein, dass der Verzehr von Geflügelfleisch und Eiern nach ausreichend langem Kochen unbedenklich ist.
 
Welche Maßnahmen wurden getroffen, um eine Ausbreitung der Vogelgrippe zu verhindern?
Strenge veterinärmedizinische Kontrollen an allen Schlachthöfen in der EU sowie in Einrichtungen von Drittländern, aus denen Geflügelfleisch und Geflügelprodukte importiert werden, stellen sicher, dass kein Geflügelfleisch in die Nahrungskette gelangt, das nicht für den menschlichen Verzehr geeignet ist.
 
Das H5N1-Virus hat auch die Europäische Union erreicht. Fälle von Vogelgrippe bei Wildvögeln wurden aus den folgenden Ländern berichtet: Großbritannien, Ungarn, Russland (Februar 2007), Österreich, Bulgarien, Schweiz, Tschechische Republik, Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Griechenland, Ungarn, Italien, Polen, Schweden, Slowenien, Slowakei (April 2006). Dabei waren Geflügelfarmen aber nur in sehr geringem Ausmaß betroffen; drei Ausbrüche gab es in Großbritannien (Februar 2007), Schweden (März 2006) und Frankreich (Februar 2006) sowie einen Verdachtsfall in Deutschland (April 2006). In allen Ländern der EU gibt es Frühwarnprogramme, die jeden Neuausbruch der Vogelgrippe sofort registrieren. In einem solchen Fall werden EU-weit sofortige strenge Schutzmaßnahmen ergriffen, deren Ziel die Ausrottung der Virusinfektion und der Schutz der Konsumenten vor infiziertem Geflügel und Eiern von infizierten Vögeln ist.
 
Das Risiko, dass Geflügelfleisch oder Eier, die mit dem asiatischen Virusstamm der Vogelgrippe kontaminiert sind, in die Nahrungskette der EU-Länder gelangen, kann deshalb als außerordentlich gering angesehen werden.
 
Was Sie über ein Infektionsrisiko generell wissen sollten…
Das für die Vogelgrippe verantwortliche Virus wird mit dem Kot, den Nasensekretionen und dem Speichel infizierter Vögel ausgeschieden. Aus diesem Grund ist das Infektionsrisiko für alle Personen, die nicht unmittelbar in Geflügelfarmen und ähnlichen landwirtschaftlichen Betrieben tätig sind, sehr niedrig. Die EU wie auch nationale Behörden haben Überwachungsstellen geschaffen, die ein Ausbreiten der Vogelgrippe unter den Zuchtbetrieben verhindern und die Konsumenten vor kontaminiertem Geflügel und infizierten Eiern schützen sollen. Geeignete Kochtechniken sind in jedem Fall anzuraten, um krankmachende Erreger abzutöten; dadurch wird auch das Vogelgrippevirus – sollte es jemals tatsächlich in Geflügel oder Eiern vorhanden sein – zerstört. Vor Reisen in gefährdete Gebiete sollte man sich über den letzten Stand der Vogelgrippeausbrüche von entsprechenden internationalen Reisebehörden beraten lassen.
 
Weitere Informationen finden Sie hier:
 
·     WHO Avian Influenza Frequently Asked Questions, December 2005
http://www.who.int/csr/disease/avian_influenza/avian_faqs/en/index.html
·     WHO Fact Sheet on Avian Influenza, January 2004
http://www.who.int/csr/don/2004_01_15/en/
·     European Commission, Avian Influenza - Questions & Answers
http://europa.eu.int/comm/food/animal/diseases/controlmeasures/avian/qa1_influenza_en.htm
.     Avian Influenza - Control measures
http://europa.eu.int/comm/food/animal/diseases/controlmeasures/avian/index_en.htm
·     European Food Safety Authority (EFSA) Questions & Answers on avian influenza and foods, March 2006
http://www.efsa.eu.int/press_room/questions_and_answers/1378_en.html
WEITERE FRAGEN

Quelle: Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel

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