Wird der Bedarf für die Aufnahme von Milcherzeugnissen bzw. Kalzium in der westlichen Welt nicht überschätzt? Chinesen nehmen zum Beispiel keine Milchprodukte zu sich und haben dennoch keine Osteoporose.
In Frankreich erstellen Spezialisten für Ernährung und öffentliche Gesundheit wie in anderen Ländern Empfehlungen für die Nährwertaufnahme für die wichtigsten Nährstoffe, die in verschiedenen Lebensaltern notwendig sind. Diese Empfehlungen werden in Abhängigkeit von den Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung erstellt und unterscheiden sich somit nicht selten von einem Land zum anderen.
Auf dem asiatischen Kontinent produzieren und verzehren bestimmte Bevölkerungsgruppen traditionell Milch und Milchprodukte (zum Beispiel in Indien und der Mongolei), andere nicht. Zu letzteren gehören die meisten Chinesen, auch wenn die Milch von der Dynastie der Mandschu-Kaiser, die aus der Mongolei stammten, in China eingeführt wurde.
Allerdings sind auch die Chinesen von der Osteoporose betroffen (und werden es mit einer steigenden Lebenserwartung in zunehmendem Maße sein, da sich die Osteoporose erst ab einem bestimmten Alter bemerkbar macht). Das geht aus verschiedenen Studien hervor und die derzeitige chinesische Regierung hat aus Erwägungen der öffentlichen Gesundheitsvorsorge die Entwicklung einer nationalen Milcherzeugungskette zu einer ihrer prioritären Zielsetzungen gemacht.
Und schließlich ist große Vorsicht angeraten beim Vergleich von unterschiedlichen Ernährungsmodellen und -verhaltensweisen, da möglicherweise andere spezifische Lebensmittel oder Verhaltensweisen eine Schutzfunktion gegenüber einer bestimmten Pathologie haben können.
Quelle: IFN
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