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Häufig gestellte Fragen

Palmöl / Fragen und Antworten

1. Was ist Palmöl?
Palmöl ist ein pflanzliches Speiseöl, das aus dem Fruchtfleisch von Palmfrüchten hergestellt wird und bei Zimmertemperatur fest ist. Das Fruchtfleisch enthält etwa 50 % Öl. Rohes Palmöl hat eine rote Farbe, was auf den hohen Carotinoidgehalt zurückzuführen ist. In Europa wird Palmöl üblicherweise in raffinierter Form verkauft und verzehrt, d. h. nachdem es gebleicht und desodoriert wurde. Während des Raffinierens gehen die meisten Carotinoide verloren. Palmöl sollte nicht mit Palmkernöl verwechselt werden, das aus den Kernen derselben Früchte hergestellt wird, auch nicht mit Kokosnussöl, das aus den Kernen der Kokosnusspalme hergestellt wird.

Rohes Palmöl enthält “kleinere” Verbindungen: Vitamin E, Phytosterine und phenolische Verbindungen. Alle pflanzlichen Öle enthalten Vitamin E in unterschiedlichen Mengen und Formen, aber Palmöl hat den entscheidenden Vorteil, in größerem Umfang Tocotrienole und Tocopherole zu enthalten mit hoher Vitamin-E-Aktivität. Beim Raffinieren entsteht ein gewisser Vitamin-E-Verlust.

2. Welche Produkte enthalten Palmöl?
Etwa 80 % des hergestellten Palmöls wird weltweit in der Lebensmittelindustrie verwendet. Palmöl findet sich in einer breiten Palette von Lebensmittelprodukten, beispielsweise in Speiseölen, Margarine, Backfetten, Gebäck, Keksen, Speiseeis und verschiedenen anderen Lebensmitteln.

3. Warum wird Palmöl verwendet?
Palmöl hat besondere funktionale Eigenschaften, weshalb es eine wichtige Zutat bei der Herstellung von Lebensmitteln ist. Es verbessert den Geschmack, die Wärmebeständigkeit, Oxidationsbeständigkeit, die natürliche Beschaffenheit und Geschmeidigkeit. Wichtig ist, dass Palmöl praktisch keine trans-Fettsäuren enthält. In den letzten Jahren hat der Ersatz von teilweise hydrierten Pflanzenölen, einer Quelle von trans-Fettsäuren, zu einer Steigerung der Verwendung von Palmöl geführt, um den Anteil von trans-Fettsäuren in Lebensmitteln zu senken. Es gibt kein anderes pflanzliches Fett, das von Natur aus bei Zimmertemperatur einen festen Zustand hat und die gleichen Eigenschaften aufweist, das in genügenden Mengen vorkommt.

4. Wieviel Palmöl verwenden wir und was wird empfohlen?
Über den Palmölverbrauch in Europa insgesamt scheint es keine Daten zu geben. Für Frankreich wird der derzeitige Verbrauch auf 5,5 g pro Person und Tag geschätzt bzw. auf 2 kg pro Person und Jahr (auf Basis von „Disappearance Data“ [etwa: Verbrauchsdaten], d. h. einer hypothetischen Differenz zwischen Import und Export von Fertigprodukten, die Palmöl enthalten; der tatsächliche Palmölkonsum ist vermutlich niedriger). Das entspricht etwa 6 % des Gesamtfettverbrauchs der Erwachsenen im Alter von 18 bis 79 Jahren in Frankreich, was als niedrig angesehen wird. Die Schätzung entspricht einem Verbrauch gesättigter Fettsäuren aus Palmöl von ca. 2,7 g pro Person und Tag. Zum Vergleich: Einer Person mit einem täglichen Energiebedarf von 2000 Kilokalorien wird empfohlen, 20 g gesättigte Fettsäuren täglich nicht zu überschreiten.

Berichte darüber, dass der Verbrauch an Palmöl in jüngster Zeit stark zugenommen habe, stehen im Zusammenhang mit dem Ausstieg aus teilweise hydrierten pflanzlichen Ölen, die eine Quelle unerwünschter trans-Fettsäuren sind (bitte beachten, dass vollständig hydrierte Öle überhaupt keine trans-Fettsäuren enthalten).

5. Bedeutet der Verzehr von Palmöl eine Gefährdung für die Gesundheit?
Es gibt keine Gesundheitsgefährdungen, die spezifisch mit Palmöl zusammenhängen. Das Verhältnis von Ernährung und Gesundheit muss im Zusammenhang mit der gesamten Ernährungsweise betrachtet werden, und nicht in Bezug auf einzelne Nahrungsmittel. Die Aufnahme höherer Mengen an gesättigter Fettsäure als die empfohlenen Mengen – gleich aus welcher Quelle – ist unerwünscht.

Palmöl enthält 50 % gesättigte Fettsäuren, was günstig ist im Vergleich zum Gehalt an gesättigten Fettsäuren anderer Fette mit ähnlicher Verwendung: Kokosnuss (92 %), Palmkerne (84 %), Butter (66%), Kakaobutter (62 %) und Talg (54 %). Darüber hinaus wird Palmöl in Lebensmitteln oft in Kombination mit anderen Fetten und Ölen verwendet, die zusammen die Fettsäurezusammensetzung und schließlich die Auswirkungen auf die Gesundheit ergeben. Alle Öle und Fette enthalten sowohl gesättigte als auch ungesättigte Fettsäuren.

Gleichzeitig verringert die Verwendung von Palmöl anstatt von teilweise hydrierten pflanzlichen Ölen den Gehalt an trans-Fettsäuren bei Lebensmitteln, die aus diesen Ölen hergestellt werden. Sowohl gesättigte Fettsäuren als auch trans-Fettsäuren können den LDL-Cholesterinspiegel (schlecht) erhöhen. Allerdings führen trans-Fettsäuren, im Unterschied zu gesättigten Fettsäuren, zu einem Absinken des HDL-Cholesterinspiegels (gut) und erhöhen den Triglyceridspiegel des Blutes, was beides mit einem erhöhten Risiko koronarer Herzkrankheiten in Verbindung gebracht wird.

Insgesamt gesehen empfiehlt die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, dass die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren und von trans-Fettsäuren so niedrig wie möglich sein sollte.

6. Wird Palmöl bei Lebensmitteln gekennzeichnet?
Bei vielen Lebensmitteln wird Palmöl derzeit nicht gekennzeichnet. Ab Dezember 2014 ist es laut europäischer Gesetzgebung (EU-Richtlinie Nr. 1169/2011) Pflicht, dass die einzelnen Ölbestandteil auf der Lebensmittelpackung gekennzeichnet werden. Die gesonderte Kennzeichnung von trans-Fettsäuren wird nicht erforderlich sein. Allerdings wird die Europäische Kommission bis zum 31. Dezember 2014 einen Bericht über den Gehalt an trans-Fettsäuren in Lebensmitteln vorlegen, um zu entscheiden, ob eine weitere Kennzeichnung erforderlich ist oder die Verwendung eingeschränkt werden sollte.

7. Wie steht die Palmölherstellung im Vergleich zu anderen Ölfrüchten?
Pro Flächeneinheit Land können die Erträge der Ölpalme zehnmal höher sein als die beispielsweise von Soja, Raps oder Sonnenblumen. Mehr noch: Die Kultur der Ölpalme belegt 7 % der Ackerfläche, die für Ölfrüchte genutzt wird, was weniger ist als die für Soja (61 %), Raps (18 %) und Sonnenblumen (14 %) genutzte Fläche; wegen der außergewöhnlich hohen Erträge liefert das Palmöl 39 % der Weltproduktion an pflanzlichen Ölen.

Die Ölpalme wird ausschließlich in den Regionen der feuchten Tropen kultiviert. Heute wird der Großteil der Produktion von Palmöl von zwei Ländern geliefert: Indonesien und Malaysia. Auf diese beiden Länder entfallen zusammen 87 % der Weltproduktion.

8. Woher weiß ich, dass die Palmölproduktion nachhaltig ist?
Das Zertifikat “Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO)” [Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl] ist ein Gütesiegel, das bestätigt, dass das Palmöl ohne übermäßige Belastung der Umwelt oder der Gesellschaft hergestellt wurde, und dass das Produkt durch die Lieferkette zurückverfolgt werden kann. Die Anbauer von Palmöl haben die Grundsätze und Kriterien der RSPO einzuhalten, die abdecken, dass die Rechte früherer Landbesitzer, örtlicher Gemeinden, der Arbeiter und Kleinbauern gewahrt sowie, dass seit November 2005 keine neuen Primärwälder und keine Regionen mit hohem Erhaltungswert für die Palmölproduktion gerodet wurden. Der RSPO ist eine internationale Initiative mehrerer Akteure für die Zertifizierung und Förderung nachhaltiger Palmöl-Praktiken. Der RSPO wurde 2004 gegründet; Palmöl, das aus als „nachhaltig“ zertifizierter Produktion stammt, ist seit 2008 auf dem Markt erhältlich. Es wurden bereits 1,3 Mio. Hektar Plantagenflächen zertifiziert. Das entspricht etwa 10 % der insgesamt kultivierten Fläche.

Zu den Mitgliedern des RSPO gehören Umwelt- und Naturschutzorganisationen wie der World Wide Fund for Nature (WWF), das Global Environment Centre sowie Fauna and Flora International.

9. Was sind die sozioökonomischen Auswirkungen der Palmölproduktion für die örtlichen Gemeinden?
Die Kultur der Ölpalme kann hohe und stabile Erträge generieren. Sie kann eine ländliche Mittelklasse schaffen, die mehrere Generationen überdauert. Bisher waren dazu wenige tropische Rohstoffe in der Lage. So beträgt in Sumatra, Indonesien, das Durchschnittseinkommen in einem vollen Geschäftsjahr auf einer Ölpalmenplantage € 2.100 pro Hektar. verglichen mit nur € 200 bei einer Reisplantage. Das drückt der jeweilige entsprechende Tageslohn von € 36 im Vergleich zu € 1,70 aus. Es wird geschätzt, dass 25 Mio. Indonesier von der Nutzung der Ölpalme leben.

10. Sollte das Palmöl in Lebensmittelprodukten durch andere Fette ersetzt werden?
Aus Ernährungsgesichtspunkten wird der Ersatz von Palmöl in Lebensmittelprodukten nicht empfohlen. Sein hoher Gehalt an gesättigten Fettsäuren rechtfertigt eine mäßige Verwendung, aber das derzeitige Niveau an Verzehr von Palmöl, wie es sich aus den Daten für Frankreich ergibt (siehe FFAS-Bericht) gibt keinen Anlass für besondere Bedenken. Eine gesunde und ausgewogene Ernährungsweise fußt auf Vielseitigkeit und Mäßigung.

Aus dem Blickwinkel des Umweltschutzes und des Sozialen wäre es wichtiger, den Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit der Palmölproduktion zu legen. Ein Ersatz des Palmöls durch andere pflanzliche oder durch tierische Fette würde mehr Land für vergleichbare Erträge erfordern, was kontraproduktiv für die Umwelt wäre. Ein Bann dieser Zutat hätte negative Folgen auf die Lebensmittelversorgung der Welt.

Literaturhinweise


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EUFIC, das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel, ist eine gemeinnützige Organisation, die den Medien, Gesundheits- und Ernährungsfachleuten, Erziehern und meinungsbildenden Einrichtungen wissenschaftlich fundierte Informationen über Nahrungsmittelsicherheit und -qualität sowie Gesundheit und Ernährung auf eine für Konsumenten verständliche Weise liefert.

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Letzte Aktualisierung der Website: 21/07/2016
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