Wie ist es für transgene Pflanzen möglich, einen höheren Nährwert zu bieten?
Nathalie Kefer, Deutschland
Eine transgene Pflanze enthält ein oder mehrere Gene einer anderen Art. Um eine transgene Pflanze herzustellen, müssen Forscher einen Organismus finden – beispielsweise ein Bakterium – , der eine interessante Substanz produziert – beispielsweise den Nährstoff Karotin, und das Gen (oder die Gene) identifizieren, das für deren Produktion verantwortlich ist. Diese Gene werden dann mit biotechnologischen Methoden in den Zielorganismus eingeschleust – beispielsweise Raps – , in dem sie dann ihr Produkt herstellen. Diese Pflanze nennt man dann „transgen“. In unserem Beispiel hätte man jetzt eine Raps-Variante mit hohem Karotin-Gehalt.
Eine andere Möglichkeit ist es, den Gehalt eines Nährstoffs einer Pflanze zu erhöhen, der bereits in ihr produziert wird. Dazu muss man verstehen, wie dieser Nährstoff in der Pflanze gebildet wird, und wie dieser Prozess reguliert ist. Wenn wir beispielsweise wissen, welche DNS-Sequenz bestimmt, wie aktiv ein Gen transkribiert wird (also wie aktiv das Produkt gebildet wird), könnten wir die Bildung optimieren. Manchmal verwendet die Pflanze ein eigenes Produkt auch, um daraus andere Substanzen zu bilden – wenn wir diese Umwandlung mit genetischen Methoden stoppten, könnten wir die Konzentration des ersten Produkts in der Pflanze erhöhen.Eine weitere Möglichkeit wäre es, mehr Kopien des Gens (oder der Gene), das das Produkt bildet, in die Pflanze einzuschleusen, so dass mehr von diesem Nährstoff gleichzeitig produziert werden kann.
Infos zur Ernährungsforschung:
http://www.transgen.de
Ein berühmtes Beispiel ist der „Goldene Reis“. Es handelt sich dabei um einen genetisch veränderten Reis, der in der Schweiz entwickelt wurde. Es ist ein gelbliches Korn mit Beta-Karotin, einer Substanz, die im menschlichen Körper zu Vitamin umgewandelt wird. Der Reis enthält drei neue Gene, zwei aus der Narzisse und eines aus einem Bakterium.
Weißer Reis ernährt Millionen Menschen auf der Welt, aber enthält kein Vitamin A. Vitamin-A-Mangel ist verantwortlich für 500000 Fälle irreversibler Erblindung und sogar zwei Millionen Tote weltweit in jedem Jahr. Auch wenn die ersten Versuche mit Goldenem Reis Anzeichen dafür bieten, dass er das Potenzial hat, Vitamin-A-Mangel zu verringern, ist es zunächst erforderlich, verschiedene Faktoren gründlich zu analysieren, bevor man diese Technologie als Interventionsmittel akzeptiert. Wahrscheinlich wird es noch Jahre dauern, bis genetisch veränderter Goldener Reis die Bevölkerung erreicht.
http://www.checkbiotech.org/root/index.cfm?fuseaction=search&search=golden%20rice&doc_id=4318&start=1&fullsearch=0 (englisch) http://www.checkbiotech.org/root/index.cfm?fuseaction=search&search=golden%20rice&doc_id=7183&start=1&fullsearch=0 (englisch)
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